Posts mit dem Label Fantasy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fantasy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 10. September 2025

Rezension: „Mein Name ist Lilith“ von Nikki Marmery

Mein Name ist Lilith von Nikki Marmery
Quelle: Fischer
„Mein Name ist Lilith“ von Nikki Marmery ist eine Neuerzählung des christlichen Mythos rund um Lilith, der ersten Frau noch vor Eva. Erschienen ist der Roman im Februar 2024 bei Fischer. 

Im Paradies, am Anfang der Zeit, beginnt die große Lüge: Frauen sind Männern untergeordnet. Lilith und Adam leben gemeinsam im Garten Eden. Als Adam verlangt, dass Lilith als seine Frau seinem Willen gehorchen soll, weigert sie sich - und wird aus dem Paradies vertrieben. Zornig sieht Lilith, wie Gott Eva erschafft, die Frau, die nur Unterordnung kennt. Denn Lilith erinnert sich noch an Asherah, die einst mächtige Ur-Göttin. Doch sie ist verschwunden. Zusammen mit dem Erzengel Samuel bricht Lilith auf, die Göttin zu finden und die Frauen aus der Unsichtbarkeit zurück ins Licht der wahren Geschichte zu führen. 

Dieses Buch habe ich beim Stöbern entdeckt und es hat mich neugierig gemacht, wie Lilith die Ereignisse möglicherweise erzählen würde. Ich bin gut ins Buch reingekommen und konnte mir die Ereignisse gut vorstellen. Da sich das Buch sehr an wichtigen Ereignissen aus der Bibel orientiert, gibt es im Buch einiges an Bibelsprache. Das hat das Lesen für mich teilweise etwas eintönig und die Geschichte langatmig gemacht. 
Das Buch ist in unterschiedliche Abschnitte unterteilt, die wichtige Ereignisse der Bibel aufgreifen, wie z.B. die Schöpfungsgeschichte rund um Adam und Eva oder auch Noah und seine Arche. Ich habe viel wiedererkannt, Liliths Sichtweise gibt diesen Geschichten allerdings immer einen interessanten Twist, den ich durchaus als glaubhaft empfand. Allerdings kommen Männer hier meist sehr schlecht und einfältig weg, was ich etwas einseitig empfand. Dennoch denke ich, dass in diesem Roman auch bewusst übertrieben wurde. 

Mittwoch, 20. August 2025

Rezension: „Legends Carved in Stone“ von Clara Sutton

„Legends Carved in Stone“ von Clara Sutton
Quelle: Lonely Fox Press
„Legends Carved in Stone“ von Clara Sutton ist der zweite Band der „A World of Lost Magic“-Reihe. Diesmal geht es um ein Statuen-Fragment mit der Schrift einer verlorenen Sprache, dass Etta von Claremont in ein neues Abenteuer zieht. Erschienen ist der Fantasy-Roman im März bei Lonely Fox Press. 

Eigentlich dachte Etta von Claremon, dass bei dieser Ausgrabungsstätte im Norden nicht viel Spannendes passieren kann. Doch dann wird ein Stück einer Statue gefunden und diese enthält Schriftzeichen einer lange verschollenen Sprache. Kurz nach dieser Entdeckung verschwindet der Expeditionsleiter Dr. Everett. Schnell wird klar, dass dies mit dem Fragment zusammenhängt. Und dann taucht auch noch ein alter Bekannter auf - Arthur Griffin. Gemeinsam machen sich Etta und Arthur auf die Suche nach Dr. Everett und entdecken ein noch viel größeres Geheimnis. 

Auch der zweite Teil dieser Reihe hat mir gut gefallen. Ich habe schnell in die Geschichte gefunden. Hierzu trägt sicherlich auch der gleiche Aufbau wie im Vorgängerband zu bei. Es gibt kurze Kapitel, die Fußnoten sowie Zeitungsauschnitte enthalten, die die Welt erklären und oft auch etwas über die Vergangenheit verraten. 
Es ist wieder eine Mischung aus Sprache, Rätsel und Verfolgungsjagd. Der Spannungsbogen steigert sich kontinuierlich und ich fühlte mich die meiste Zeit gut unterhalten. Es ist ein typischer Abenteuerroman, bei dem man genau das bekommt, was man erwartet. 

Mittwoch, 9. Juli 2025

Rezension: „Thousand Autumns - Alte Feinde“ von Meng Xi Shi

Thousand Autums - Alte Feinde von Meng Xi Shi
Quelle: Bramble
„Thousand Autumns - Alte Feinde“ von Meng Xi Shi ist der zweite Band der gleichnamigen Reihe, in der es um Shen Qiao und Yan Wushi geht. Es ist eine Light Novel mit Illustrationen, die im Mai 2025 bei Bramble erschienen ist. 

Weiterhin versucht Yan Wushi Shen Qiao auf den dämonischen Pfad zu führen. Immer wieder wird Shen Qiao in Kämpfe verwickelt, die seine Heilung zurückwerfen und doch scheint er auch jedes Mal mehr seiner Kampfkünste zurückzugewinnen. Doch auch Yan Wushi muss immer wieder seinen Platz im Jianghu verteidigen. Von Intrigen und Machtkämpfen umgeben, ist es nicht immer leicht Freund und Feind zu unterscheiden und doch entsteht eine besondere Verbindung zwischen diesen unterschiedlichen Kämpfern. 

Der zweite Band knüpft direkt an den ersten Band an. Das mag ich meist nicht so, weil die Handlung einfach mittendrin aufhört und es keinen Handlungsstrang gibt, der abgeschlossen worden ist. Die Bände erscheinen allerdings zügig hintereinander, so dass ich gut damit leben kann. 
In diesem zweiten Teil geht es daher mit den Kämpfen direkt weiter und diese kommen in diesem Buch auch nicht zu knapp. Es gibt zwischendrin nur kurze Verschnaufpausen, bevor die nächste Herausforderung wartet. Die Reihe ist vom Ehrenkodex der Kampfkünstler geprägt und geizt nicht mit übertriebenem Drama. Das Jianghu hat seine eigenen Regeln, die sich deutlich von der Welt der Normalsterblichen abheben. 

Mittwoch, 21. Mai 2025

Rezension: „Secrets of the Sand & Sea“ von Clara Sutton

"Secrets of the Sand and Sea" von Clara Sutton
Quelle: Lonely Fox Press / Clara Sutton
„Secrets of the Sand & Sea“ von Clara Sutton ist der Auftakt der „A World of Lost Magic“-Dilogie und dreht sich um die Suche nach dem Grab einer Halbgöttin. Erschienen ist der Fantasy-Roman im Oktober 2024 bei Lonely Fox Press. 

Etta von Claremont ist die Tochter eines weltweit berühmten Archäologen und brennt darauf sich einen Namen für sich selbst zu erarbeiten. Als ein Paket für ihren Vater abgegeben wird, kann sie nicht widerstehen und kommt so in den Besitz eines potenziell magischen Artefaktes, dass zum Grab der Halbgöttin Syvis führen soll. Von ihrer Neugierde angetrieben, begibt sie sich auf die Reise und trifft dabei auf den gutaussehenden Schatzjäger und Dieb Edmond Kay. Die Umstände zwingen die beiden dazu zusammenzuarbeiten, denn Etta ist nicht die einzige, die sich auf die Suche nach dem Grab begeben hat und die Macht von Syvis darf nicht in die falschen Hände geraten. 

Dieses Buch habe ich durch Zufall beim Störbern entdeckt und die „Mumien“-Vibes des Klappentextes haben mich sehr angesprochen. Ich bin gut in die Geschichte rein gekommen und fand die Welt direkt interessant. Für mich muss sich Fantasy irgendwie natürlich und selbstverständlich anfühlen. Die Anlehnungen an unsere Welt sind gut erkennbar. Es gibt Trolle, Fae und Elfen und doch findet man sich direkt zurecht. 
Die Spannung steigert sich kontinuierlich. Es beginnt mit einer kurzen Einführung, doch dann kommt die Geschichte schnell in Fahrt. Es ist aus Ettas Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben. Dadurch entgeht einem einiges an Informationen. Der Klappentext gibt einem genau das, was versprochen wurde. Es ist Abenteuer, es ist Rätsel, es ist Verfolgungsjagd und doch hätte ich manchmal gerne gewusst, wie spüren die Verfolger Etta immer wieder auf. 

Mittwoch, 16. April 2025

Rezension: „Thousand Autumns - Tiefer Fall“ von Meng Xi Shi

Thousand Autumns - Tiefer Fall von Meng Xi Shi
Quelle: Bramble
In „Thousand Autumns - Tiefer Fall“ von Meng Xi Shi geht es um die beiden Kampfkünstler Shen Qiao und Yan Wushi, die unterschiedlichen Lehren folgen. Es handelt sich um eine Light-Novel, die den Genres Danmei und Wuxia zugeordnet wird. Erschienen ist das Buch im März 2025 im Bramble-Verlag.

Yan Wushi, Anführer der dämonischen Huanyue-Schule, ist einer der stärksten Kampfkünstler und hat seine Kultivierung auf eines der höchsten Level gebracht. Als Zyniker geht er davon aus, dass jeder Mensch grausam und egoistisch ist. Behauptet jemand das Gegenteil, ist diese Person naiv oder lügt.
Shen Qiao hingegen ist Anhänger der daoistischen Lehre und Anführer der Xuandu-Schule. Er sieht das Gute im Menschen, ist bescheiden und gütig und hilft Menschen, die in Not geraten sind.
Yan Wushi findet Shen Qiao nach einer schweren Niederlage im Kampf am Fuße des Banbu-Berges. Als er merkt, dass Shen Qiao sein Gedächtnis und sein Augenlicht sowie einen Großteil seiner Kampfkünste verloren hat, fasst er einen niederträchtigen Plan. Er gibt sich als Shen Qiaos Meister aus und möchte ihn zu den dämonischen Künsten ziehen und ihn von seiner Sicht auf die Menschheit überzeugen. 

Auf dieses Buch bin ich auf einer Verlagsvorstellung im Rahmen der Leipziger Buchmesse aufmerksam geworden. Das ist glaube ich das erste Mal, dass ich ein Buch nur auf Grund des Äußeren haben wollte. Ich bin allerdings sehr froh, dass mich dann auch der Inhalt neugierig gemacht hat. Und hey, es spielt 575 n. Chr. und ist somit historisch.
Ich habe etwas gebraucht, um hineinzufinden, da das Setting und Genre für mich komplett neu waren. Es gibt viele Fußnoten und Illustrationen, die für einige Ablenkung sorgen, aber auch wertvollen zusätzlichen Input geben. Die bildliche Sprache sorgte für ein reges Kopfkino und ich dachte mir nicht nur einmal, dass dieses Buch einen wunderbaren Anime ergeben würde, welche ich in meiner Kindheit häufig gesehen habe.
Für mich hat sich die Erzählweise auch etwas episodenhaft angefühlt. Ich habe Shen Qiao auf seiner Reise begleitet und er begegnet dann immer wieder Leuten, wie z.B. den Obdachlosen Chen Gong und wird von anderen Obdachlosen angegriffen. Trotz seines schwachen Zustandes und seiner Blindheit schafft er es in den unterschiedlichsten Situationen seine Kampfkünste zu benutzen und sich zu wehren. Mit Fortschreiten der Geschichte nehmen die Kämpfe an Intensität zu. Und das sind jetzt keine Kämpfe, wie man sie z.B. aus einem Krimi kennt. Nein, es sind natürlich Kampfkünste mit Techniken, die so blumige Namen haben wie „Drei Teile in musikalischer Harmonie“ oder auch die Fingertechnik „Frühlingsbäche“. 

Mittwoch, 19. März 2025

Rezension: „Gods of Jade an Shadow“ von Silvia Moreno-Garcia

Gods of Jade and Shadow von Silvia Moreno-Garcia
Quelle: Del Rey
In „Gods of Jade and Shadow“ von Silvia Moreno-Garcia geht es um die junge Casiopea Tun, die in einen Konflikt zwischen zwei Maya-Götter reingezogen wird. Erschienen ist der Fantasy-Roman im Juli 2019 bei Jo Fletcher books. Eine deutsche Version gibt es bisher nicht. 

Cassiopea Tun lebt bei ihrem Großvater und muss dort das Haus putzen und andere Dienstleistungen verrichten. Eines Tages wird sie zur Strafe alleine im Hause zurückgelassen. Sie öffnet die verbotene Truhe und begegnet dadurch dem Maya-Gott Hun-Kamé, der sie um ihre Hilfe bittet seinen Thron zurückzuerobern. Cassiopea lässt sich drauf ein und begibt sich auf eine Reise, die sie durch ganz Mexiko führen soll und die viele ihrer geheimen Wünsche erfüllt, aber auch eine Reise, die sie tief in die Dunkelheit der Untwerwelt der Mayas führt. 

Ich weiß gar nicht mehr genau, wie dieser Roman zu mir kam. Wahrscheinlich habe ich diesen irgendwann mal im Angebot gekauft und ich dachte, das ist mal was anderes. Hier wird Fantasy mit Historie verknüpft, denn der Roman spielt im Jazz-Age in Mexiko. 
Ich bin soweit gut in die Geschichte gekommen. Anfangs haben mich die Ereignisse ein wenig an Aschenputtel erinnert, da Cassiopea Tun im Haushalt ihres Großvaters sehr schlecht behandelt wird und sich ihren Verbleib durch Arbeiten im Haushalt verdienen muss. Sobald sie dem Gott Hun-Kamé begegnet, kommt das Fantastische in die Geschichte. 
Im Buch erfährt man viel über Mexiko und seine Kultur. Die Geschichte ist im Jazz-Age angesiedelt und es gibt ein paar Infos, wie das Leben zu dieser Zeit war. So erfährt man von unterschiedlichen Einflüssen auf die Musik und viel zur Unterwelt Xibalba und seinen Gottheiten. Das ist alles durchaus interessant, aber ich muss sagen, es hat mich tatsächlich eher weniger gecatcht. Ich fand das Buch nicht schlecht, aber es hat mich eben auch nicht begeistert. Letzteres hätte ich mir eher gewünscht. 

Samstag, 7. September 2024

Rezension: „The Golem and the Djinni“ von Helene Wecker

The Golem and the Djinni von Helene Wecker
Quelle: Harper Collins
„The Golem and the Djinni“ ist der Debütroman von Helene Wecker. In diesem Fantasy-Roman geht es um Chava und Ahmad, die versuchen ihre wahre Natur zu verbergen und die in einer Welt zurechtkommen müssen, die nicht für sie gemacht ist. Erschienen ist der Roman 2013 bei Harper Collins auf englisch und bei Hoffmann und Campe auf deutsch. 

New York, 1899: An diesem Ort begegnen sich Chava und Ahmad, deren Schicksal seit Jahrhunderten miteinander verknüpft sind. 
Chava wird von einem Rabbi als Golem erschaffen und soll als Ehefrau für einen Tischler fungieren, der nach Amerika auswandert. Doch dieser stirbt auf der Überfahrt und so besitzt Chava keinen Meister mehr. Ihre Natur ist es zu dienen und die Wünsche ihres Meisters zu erfüllen, doch ohne Meister kann sie die Wünsche und Sehnsüchte aller Menschen spüren. 
Ahmad wird nach vielen Jahrhunderten aus seinem Gefängnis befreit. Er war gefangen in einer Kupferflasche und ist auch nach seiner Befreiung an die menschliche Form gebunden. Sein neues Leben in menschlicher Gestalt gefällt ihm nicht, denn früher konnte er seinen eigenen Wünschen nach Lust und Laune nachgehen. 
Auf seinen Streifzügen durch New York begegnen sich die beiden Wesen eines Tages zufällig. Chava, ein Golem und die Frau aus Ton und Ahmad, der Dschinn, eine Kreatur aus Feuer. Trotz ihrer unterschiedlichen Natur entdecken die beiden auch Gemeinsamkeiten und so helfen sie sich gegenseitig sich in der Welt der Menschheit zurechtzufinden bis der Zauber, der ihrer beiden Schicksal miteinander verband, gnadenlos zuschlägt. 

Bei diesem Buch wusste ich gar nicht genau, wo ich das Buch genretechnisch einordnen soll und ich habe mich wegen der Wesen aus unterschiedlichen Mythologien erstmal einfach nur für Fantasy entschieden. Dadurch, dass es 1899 spielt, ist es auch ein wenig historisch. Daüber hinaus spielt es in New York und integriert die beiden mythischen Wesen in die reale Welt, von daher würde für mich auch Urban Fantasy passen. 
Den Start ins Buch fand ich recht ruhig. Die Ausgangslage, dass beide Wesen sich in New York begegnen können, wird geschaffen. Hierbei wird die Natur der beiden Wesen erläutert, so dass dieses Buch auch ohne Vorkentnisse zu den mythologischen Wesen gelesen werden kann. Ich war fasziniert vom Geschehen und gespannt darauf, wie sich das alles entwickeln wird. 
Den Spannungsbogen fand ich lange recht gleichbleibend. Ich habe die Figuren und ihre Herausforderungen immer mehr kennen gelernt und erst zum Ende hin, setzt sich das Puzzle zusammen und eine gewisse Spannung kommt auf. Dieses Buch ist also kein absoluter Pageturner und dennoch hat es für mich letzten Endes gut funktioniert. 

Samstag, 17. August 2024

Rezension: „Labyrinth‘s Heart“ von M.A. Carrick

Labyrinth's Heart von M.A. Carrick
Quelle: Orbit
„Labyrinth‘s Heart“ von M. A. Carrick ist der finale Band der „Rook & Rose“-Trilogie, in der es um die gleichnamigen Helden geht, die Nadezra von schlechten Einflüssen befreien möchte. Erschienen ist das Buch bei Orbit, im August 2023. Auf deutsch erscheint die Reihe bei panini. 

Als Ren ursprünglich nach Nadezra kam, wollte sie sich als Con-Artist das Geld einer reichen Familie erschleichen und wieder gehen. Doch in der Stadt der Träume kam alles anders als gedacht. Mittlerweile ist Ren tief in die Geschicke der Stadt eingebunden und das in unterschiedlichen Rollen, bei denen es immer schwieriger wird, diese alle unter einen Hut zu bringen. Einiges von dem Unheil, das Nadezra bedroht, hat sie zusammen mit Derossi Vargo und Grey Serrrado schon aufgedeckt, doch nun gilt es die Stadt davon zu befreien und in eine besser Zukunft zu führen. 

Nun habe ich auch den finalen Band der Reihe gelesen und ich muss sagen, ich bin ein wenig zwiespältig. 
Dadurch, dass ich diesmal recht schnell weiter gelesen habe, hatte ich diesmal nicht den Effekt, dass ich erstmal in die Geschichte reinkommen musste. Auch diesmal gibt es wieder eine Zusammenfassung der Ereignisse aus dem Vorgängerband, die mir gefallen hat. 
Vom Aufbau ist es ähnlich wie in den anderen beiden Bänden. Die Geschichte wird von vorne wieder aufgebaut und läuft diesmal auf den finalen Showdown hinaus. Mir war es im Nachhinein betrachtet alles ein wenig zu ausführlich und ich finde an mancher Stelle hätte die Geschichte konsequenter vorangetrieben werden können. Im ersten Teil halten wir uns mit einem alten Ritual auf, dass die Welt, in der das Buch spielt ein Stück weit komplexer macht, aber nachdem dieses beendet ist, spielt es nicht mehr so wirklich eine Rolle und der Fokus wird komplett anders gesetzt. Es verschwinden auch immer wieder Personen für eine gewisse Zeit, um dann irgendwann wieder aufzutauchen. Für mich war das manchmal so: Ach ja, diese Person und diesen Strang der Geschichte gibt es ja auch noch. 

Samstag, 20. Juli 2024

Rezension: „The Liar‘s Knot“ von M. A. Carrick

The Liar's Knot von M.A.Carrick
Quelle: Orbit
„The Liar‘s Knot“ von M. A. Carrick ist der zweite Band der „Rook & Rose“-Trilogie, in der es um ebenjene Helden Rook and Rose geht, die Nadezra vom Unheil befreien wollen, dass diese Stadt beherrscht. Erschienen im Dezember 2021 bei Orbit. Die Reihe erscheint diesen Sommer auf Deutsch beim Panini Verlag. Dort ist es dann die „Rabe & Rose“-Trilogie. 

Die Zerstörung von Haus Indestor hat nicht die gewünschte Reinigung Nadezras mit sich gebracht. Noch immer wabert die Dunkelheit durch seine Straßen. Man muss nur genauer hinschauen. In diesem Knoten aus unzähligen Intrigen und Lügen finden sich Derossi Vargo, Grey Serrado und Ren wieder, deren Schicksal auf verschlungenen Pfaden miteinander verbunden ist. In diesem Band werden sie auf harte Proben gestellt und müssen über sich hinauswachsen, um mehr über die Geheimnisse Nadezras zu erfahren. 

Das ist eine Reihe, bei der man wirklich dran bleiben muss. Obwohl es am Anfang des Buches eine Zusammenfassung gibt, hatte ich doch ein wenig meine Schwierigkeiten wieder reinzukommen, weil es in dieser Reihe so viele Personen gibt und es eben viel um Lügen und Intrigen geht, die irgendwie auch auseinandergehalten werden müssen. 
Das Autorenduo, das diese Reihe schreibt, hat sich eine sehr komplexe Welt ausgedacht, die an Kulturen aus unserer Welt angelehnt ist. Es gibt eigene Bezeichnungen für die Tageszeiten, es gibt unterschiedliche Völker und Religionen. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Arm und Reich. Die Adeligen haben wiederum auch nochmal unterschiedliche Bezeichnungen, je nachdem wie hoch diese in der Rangfolge stehen. Es wurde sich auch eine Geschichte der Stadt Nadezra ausgedacht, die die Ereignisse der Handlung im Buch beeinflusst. Es ist alles sehr komplex und entsprechend ist es auch nicht ganz so einfach dadurch zu steigen. 
Der Spannungsbogen baut sich kontinuierlich auf. Es fängt recht ruhig an und ich musste mich erstmal wieder zurechtfinden und schauen, welche Änderungen die Ereignisse aus dem vorherigen Band gebracht haben. Interessant fand ich hier, dass hier teilweise Informationen sehr lapidar eingestreut wurden und deren Enthüllung ich mir etwas spektakulärer vorgestellt hatte. Es gibt hier grundsätzlich viel zwischen den Zeilen, wo ich etwas ahne, aber nicht genau den Finger drauf legen kann. Die Vergangenheit Vargos und The Rooks spielt hier eine entscheidende Rolle und so habe ich hierzu Einiges erfahren. 

Samstag, 10. Februar 2024

Rezension: „Paris Underground - Das kalte Herz“ von Anja Stephan

Quelle: Anja Stephan
„Paris Underground - Das Kalte Herz“ von Anja Stephan ist der erste Teil einer Reihe, in der es um die Suche nach einem verlorenen Herzen und der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit geht. Erschienen ist der Roman im Juni 2021 im Selfpublishing bei bookrix. 

Zufälle gibt es nicht im Leben. Als Scott 150 Jahre später seiner ehemaligen Klassenkameradin Gwendolyn über den Weg läuft, weiß er sofort, dass sich etwas ändern wird. Diese Begegnung setzt eine Kette von Ereignissen in Bewegung, die beide dazu zwingt sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen und bei der sie ein verlorenes Herz wiederfinden müssen. 

Das Buch schlummerte schon länger auf meinem ebook-Reader und nun habe ich mich endlich an die Geschichte rangewagt. Urban Fantasy habe ich bisher eher selten gelesen. Bei dieser Reihe ist die Stadt schon im Namen des Titels. Es geht nach Paris. 
Die Autorin hat ihrem Roman Content Notes vorangestellt und diesen auch einen ehrlichen Aufruf beigestellt, sie darauf hinzuweisen, sollte etwas fehlen. Das gefiel mir gut. Wer Content Notes für sich selber nicht benötigt, kann diese überblättern. Ich habe sie gelesen und ja, sie geben natürlich Hinweise auf den Inhalt, aber wirklich gespoilert haben sie mich nicht. 
Den Schreibstil fand ich angenehm lesbar und so habe ich das Buch recht zügig gelesen. Paris als Schauplatz gefiel mir gut. Neben mir bekannten Orten, habe ich auch neue Orte in Paris kennen gelernt. Die Begeisterung der Autorin zu dieser Stadt habe ich im Buch sehr gespürt. 

Samstag, 27. Januar 2024

Rezension: „The Mask of Mirrors“ von M.A. Carrick

The MAsk of Mirrors von M. A. Carrick
Quelle: Orbit
„The Mask of Mirrors“ von M. A. Carrick ist der erste Band der „Rook and Rose“-Trilogie, in dem eine Con-Artistin versucht sich in ein reiches Haus einzuschleichen. M.A. Carrick ist das Pseudonym der beiden Autorinnen Marie Brennan und Alyc Helms. Das Buch ist im Januar 2021 bei Orbit erschienen. Die deutsche Ausgabe erscheint unter dem Titel „Die Maske der Spiegel“ im Mai 2024 bei Panini. 

Zusammen mit ihrer Schwester Tess kommt Ren zurück nach Nadezra. Ihr Ziel? Die Armut hinter sich lassen und sich in eine reiche Adelsfamilie einschleichen. Schauspiel und Lügen sind ihre Stärken und diese sind in einer Stadt voller Intrigen und Machenschaften wichtige Fähigkeiten. Ihr Opfer ist die Familie Traementis, doch sie muss feststellen, dass hier der Schein mehr trügt. 
Auch andere Dinge gehen in der Stadt der Masken vor sich. Kinder werden entführt und wenn sie wieder auftauchen, können sie nicht mehr schlafen und sterben. Wer klaut den Kindern ihre Träume? Und die viel wichtigere Frage: Welcher Zweck wird damit verfolgt? 

Hier weiß ich tatsächlich gar nicht mehr wie ich zu dem Buch gekommen bin. Vielleicht habe ich es auf Goodreads gesehen und es klang interessant oder jemand, dem ich auf instagram folge, hat das Buch gelesen. Das Cover zu diesem ersten Teil sieht auf jeden Fall klasse aus und wurde auch für die deutsche Ausgabe genommen. 
Der Einstieg in die Geschichte war gut. Die Protagonisten wurden vorgestellt und ich habe einen ersten Einblick in die Welt bekommen. Das hier ist ganz eindeutig High Fantasy. Die fantastischen Elemente empfinde ich hier eher als subtil eingebaut und angelehnt an unsere Welt. Es gibt unterschiedliche Völker, es gibt unterschiedliche Kulturen, es gibt unterschiedliche Arten von Magie. Das Gefälle zwischen Arm und Reich ist groß und eines der Völker wird unterdrückt. Ich habe mich schnell in dieser Welt zurechtgefunden und dennoch gibt es immer wieder neue Dinge zu entdecken, so dass es interessant bleibt. 
Die Geschichte hat mich mal mehr, mal weniger gepackt. Es geht hier sehr politisch zu, es geht viel um Intrigen und Lügen und diese brauchen ihre Zeit, um sich so richtig zu entfalten. Manchmal fehlt mir hier ein wenig die Geduld, aber letztendlich bin ich froh, dass ich durchgehalten habe, denn es wurde auch richtig spannend und mit der Zeit sind mir die Personen ans Herz gewachsen. Anfangs war es eher so ein bisschen oberflächlich und das mag ich nicht so gern. Mit Fortschreiten der Geschichte wurde es allerdings immer komplexer und das gefiel mir dann wieder. 

Samstag, 6. Januar 2024

Rezension: „Der Spurenfinder“ von Marc-Uwe Kling, Johanna und Luise Kling

Der Spurenfinder
Quelle: Ullstein
In „Der Spurenfinder“ von Marc-Uwe Kling, Johanna und Luise Kling löst Elos von Bergen gemeinsam mit seinen Kindern Naru und Ada einen kniffligen Mordfall. Erschienen ist der Roman im November 2023 bei Ulstein. 

Elos von Bergen hat sich eigentlich bereits zur Ruhe gesetzt als ein Mordfall in seiner neuen Heimat Friedhofen passiert. Vorher war er Spurenfinder. Doch ein Anschlag auf sein Leben und das seiner Kinder hat ihn zum Umdenken veranlasst und so zog er in das langweiligste Dorf im ganzen Reich. Das nun ausgerechnet hier so ein Verbrechen passiert, war nicht zu erwarten und doch zwingt es Elos von Bergen dazu, sich auf seine Fähigkeiten als Spurenfinder zu besinnen. Seine beiden Kinder Ada und Naru sind sofort Feuer und Flamme und wollen ihren Vater unbedingt bei den Ermittlungen unterstützen. 

Ich war auf der FBM 2023 bei der ersten Lesung aus diesem Buch, bei der statt 50-100 Leute, über 1.000 Menschen anwesend waren. Ich war früh genug da und habe noch einen guten Platz erwischt und wie immer konnte mich Marc-Uwe Kling schon dort vom Buch überzeugen. Die Besonderheit: Er hat das Buch mit seinen beiden 12jährigen Töchtern geschrieben. 
Und das merkt man dem Buch auch eindeutig an. Es ist gut zu lesen, aber es hat eben auch diese gewisse Kinderlogik. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich das besser beschreiben soll. Manchmal ist das Buch ein bisschen wirr und sprunghaft und irgendwie ergibt dennoch alles einen gewissen Sinn. Das Buch hat typische Kindergespräche drin, Eltern sind wundersame Wesen, die irgendwie alles auf wundersame Weise vorausahnen. Es gibt die typischen Kindersprüche, es wird Quatsch gemacht, es wird sich geärgert. Ich fand es herrlich erfrischend. 

Samstag, 23. September 2023

Rezension: „Psyche und Eros“ von Luna McNamara

Psyche und Eros von Luna McNamara
Quelle: Rütten & Loening
„Psyche und Eros“ von Luna McNamara ist eine Neuerzählung des griechischen Mythos rund um die beiden Namensgeber des Buches. Erschienen ist der Roman bei Rütten & Loening Berlin im Setember 2023. 

Laut eine Prophezeiung soll Psyche im Kampf gegen ein Ungeheuer einst zur größten Heldin aller Zeiten werden. Ihr Vater lässt sie in den Kampfkünsten ausbilden, damit sie dieses Schicksal erfüllen kann. Doch Aphrodite gefällt diese Aussicht nicht. Sie ist neidisch und schickt Eros aus, um Psyche mit einem Pfeil zu treffen und so das Begehren in ihr zu wecken. Der Pfeil trifft ihn versehentlich selbst und so entbrennt er in unerfüllten Verlangen nach ihr. Doch die Beziehung wandelt sich und verwandelt sich alsbald in eine unsterbliche Liebe. 

Dieses Buch habe ich bei netgalley gesehen und da ich immer viele begeisterte Stimmen zu Retellings von griechischen Mythen gelesen habe, dachte ich, ich gebe dem Ganzen mal eine Chance. 
Eine Geschichte ist natürlich immer eine Aneinanderreihung von Ereignissen, aber hier hat mich das leider nicht so sehr gecatcht. Es lässt sich im Großen und Ganzen gut lesen, aber es hat mich nicht begeistert und es hat mich nicht in die Geschichte reingezogen.. 
Wir bekommen zu Beginn einen Abriss über die Kindheit und Jugend von Psyche und von Eros über die Entstehung der Götter. Sollte ich eigentlich gut finden, denn ich kenne mich in griechischer Mythologie nicht aus. Es dauerte für mich allerdings zu lange bis wir zum Hauptteil der Geschichte rund um Eros und Psyche kamen und als wir dann da waren, hat mich das Buch erstmal genervt. 

Samstag, 12. August 2023

Rezension: „The Guinevere Deception“ von Kiersten White

The Guinevere Deception von Kiersten White
Quelle: Penguin Random House
„The Guinevere Deception“ ist der erste Teil der „Camelot Rising“-Reihe von Kiersten White, in der es um eine neue Interpretation der Artus-Sage geht. Erschienen ist dieser Fantasy-Roman im November 2019 bei Delacorte Press.

Guinevere wird nach Camelot entsandt, um den charismatischen König Arthur zu heiraten. Doch Guinevere ist nicht ihr wahrer Name. Sie ist ein Changeling und ein Mädchen, dass alles aufgegeben hat um Camelot zu schützen. Sie muss sich an einem Hof behaupten, bei dem manche die alten Wege beibehalten wollen und andere, angezogen von der Vision Camelots, für einen besseren Weg zu leben kämpfen. Und hinter allem lauert die Magie, die nur auf ihre Chance wartet, Macht zurückzugewinnen. 

Das Buch habe ich bei einer Angebotsaktion für englische Bücher erworben und schon länger hier liegen. Kiersten Whites Reihe rund um Lada Dracul hat mir super gefallen und daher war ich auch bei dieser Reihe sehr zuversichtlich. Mit Fantasy bewegen wir uns auch in einem Genre, dass ich in den letzten Jahren eher selten gelesen habe.
Ich war vom ersten Moment an in der Geschichte drin. Diese startet mit Guineveres Reise nach Camelot und hat direkt von Beginn an deutlich mehr Magie als das letzte Buch, dass ich zum Thema gelesen habe. Die ganze Zeit hatte ich ein lebhaftes Kopfkino, das mir ausgesprochen gut gefiel.
Der Aufbau konnte mich überzeugen. Guinevere musste in diesem ersten Teil ihren Platz im Gefüge finden und hierbei lauerte die ein oder andere Gefahr. Die Geschichte ist aus ihrer Sicht geschrieben und sie gewährte mir einen sehr guten Blick ins Gesamtgefüge. Mit ihr gemeinsam habe ich Camelot und seine Eigenheiten kennengelernt. In kleinen Zwischenkapiteln gibt es Hinweise zur drohenden Gefahr.

Samstag, 12. November 2022

Rezension: „Die Flüchtlinge von Shannara“ von Terry Brooks

Quelle: blanvalet
„Die Flüchtlinge von Shannara“ ist der finale Band der „Die Großen Kriege“-Trilogie von Terry Brooks. Ein letztes Mal begleiten wir die Menschen und Elfen auf ihrem Weg in eine neue Zukunft. Erschienen ist der Roman bei blanvalet im Oktober 2016. 

Die Erde ist ihrer völligen Zerstörung nahe. Sowohl die Menschen rund um Hawk als auch die Elfen an der Seite von Kirisin machen sich auf dem Weg zu einem Ort, der ihnen Sicherheit verspricht. Begleitet werden sie von den Rittern des Lichts Angel Perez und Logan Tom. Verfolgt von einer Armee aus Dämonen und Einst-Menschen, die die Welt nun überwiegend bevölkern. Viele Gefahren lauern auf dem Weg zur Zuflucht und die sich ihnen stellenden Aufgaben scheinen kaum lösbar. Nur wenn sie es schaffen, haben die Menschen und Elfen noch eine Chance auf eine Zukunft. 

Ich habe die Vorgeschichte zu den Shannara Chroniken beendet und am Ende bin ich doch wieder sehr zufrieden. Teil 2 war sehr schwach und hatte mich ein wenig die Lust an der Reihe verlieren lassen, doch dieser finale Band macht vieles wieder gut. 
Diesmal habe ich nicht so viel Zeit verstreichen lassen und kam gut in der Geschichte an. Ich hatte das Gefühl, die Geschichte hat ein festes Ziel vor Augen und wird konsequent voran geführt. Das Schicksal der Elfen verbindet sich endlich mit dem der Menschen und viele schwere Aufgaben müssen gelöst werden. 
Das Buch war überwiegend spannend und hat einem nur wenige Pausen gelassen, um alles auf sich wirken zu lassen. Die Düsternis dieser Welt hat einen fast erdrückt, aber ich mochte auch genau diese Düsternis. Die Welt verwandelt sich in dieser Reihe, in die Welt von Shannara, die wir aus den anderen Büchern der Reihe kennen. Wir erleben die Katastrophe, die vorher stattgefunden hat und ich bin sehr dankbar dafür, dass Terry Brooks, diese Reihe dafür geschrieben hat, denn diese Geschichte hat mich brennend interessiert, seit ich diese Andeutungen in der Serie gesehen habe. 

Samstag, 10. September 2022

Rezension: „Das Orakel in der Fremde“ von James A. Sullivan

Quelle: Piper
„Das Orakel in der Fremde“ ist der zweite Roman der Besakdur-Reihe von James A. Sullivan, in der es um Ardoas und seine Gefährten und die Rückgewinnung der Seelenmagie geht. Erschienen ist der Roman im Januar 2022 bei Piper. 

Die Geschichte rund um die Elfen und den Inkarnationen der Naromee geht weiter. Ardoas III. ist die achte Inkarnation der Naromee und es sind 33 Jahre vergangen. Der Weg beginnt auf ein Neues und wird diesmal hoffentlich mit einem besseren Ausgang belohnt. Mit seinen Gefährten Jerudana und Daludred begibt er sich erneut auf die Reise und ist so gut vorbereitet wie noch nie zuvor. Doch auch die Erluniden waren nicht untätig und wollen unbedingt verhindern, dass Ardoas an seine Erinnerungen kommt und die Seelenmagie wieder erweckt. 

Nachdem mich der erste Band so begeistert hat, wollte ich nicht allzu lange mit dem Weiterlesen warten. Auch wenn 33 Jahre vergangen sind, knüpft das Buch doch irgendwie direkt da an, wo der letzte Band aufgehört hat. Im ersten Teil der Geschichte erfahren wir, wie sich Beskadur in den letzten drei Jahrzenhnten verändert hat und sind erneut dabei, wie Ardoas sich auf seine Reise begibt, die diesmal hoffentlich mit einem besseren Ausgang belohnt wird. Teilweise war dieser Part für mich fast schon etwas langweilig, weil sich viel wiederholt hat. Für Personen, die sich länger Zeit gelassen haben, um diese Reihe weiterzulesen kann das allerdings auch ganz gut sein. 
Die Gemeinschaft spielt auch diesmal wieder eine große Rolle im Gefüge der Geschichte. Ich fand die Konzepte und Lebensweise wieder sehr interessant. Mit dem Machtverhältnis in Beziehungen kam ein neuer Aspekt hinzu und auch in Sachen Pronomen gibt es hier einiges Neues zu entdecken. Hier kann ich nur empfehlen, sich darauf einzulassen und das ein stückweit als gegeben hinzunehmen, auch wenn das nicht unbedingt dem eigenen Empfinden entspricht und vielleicht auch der ein oder andere Zweifel besteht, dass das funktionieren kann. Zweifel kommen hier auch mit zur Sprache und mir hat es die Möglichkeit gegeben, auch Einiges für mich selber zu hinterfragen. Ich mochte das sehr. Insgesamt war das progressive hier dennoch für mein Empfinden weniger präsent als im Buch davor.  

Samstag, 16. Juli 2022

Rezension: „Die Elfen von Cintra“ von Terry Brooks

Quelle: blanvalet
„Die Elfen von Cintra“ von Terry Brooks ist der 2. Teil der „Die großen Kriege“-Reihe, in der es um die Welt nach der Apokalypse und einen neuen Zufluchtsort für Menschen und Elfen geht. 

Die Welt wie wir sie kennen existiert nicht mehr. Die gesamte öffentliche Ordnung ist zusammengebrochen. Die letzten verbliebenen Menschen leben in Bunkern oder großen Stadien. Doch auch dies bietet keinen Schutz, wenn Dämonen und Eins-Menschen sich dazu entschließen, die wenig verbliebenen Menschen auszurotten. Hoffnung verspricht nur eine Prophezeiung, in der der Morph, Elfen und Menschen gleichermaßen an einen sicheren Ort führt. Angel Perez und Logan Tom sind ein Ritter und eine Ritterin des Lichts. Ihre Aufgabe ist es, den Morph bzw. Menschen und Elfen zu schützen und ihnen beim Übergang in eine bessere Welt zu helfen und das ist keine leichte Aufgabe, denn die Dämonen und Einst-Menschen sind natürlich auch hinter ihnen her. 

Ich habe mir Zeit gelassen, den zweiten Teil dieser Reihe zu lesen. 2019 habe ich den ersten Teil gelesen und dieser hat mir trotz seiner Düsternis gefallen. Die Apokalypse hatte stattgefunden, die Welt war zerstört und ein unwirtlicher Ort, an dem kaum noch leben möglich ist. In vielen Reihen wird die Apokalypse letztendlich ja doch noch verhindert, aber letzten Endes wollte ich nach der Serie Shannara Chronicles auch wissen, was die Welt verwandelt hat und so bin ich bei dieser Reihe gelandet, die die World/Void-Reihe mit den Shannara Chronicles verbindet. 
Trotz der langen Zeit habe ich gut wieder in die Geschichte reingefunden. Meine Erinnerungen an den ersten Band waren vage, aber doch ausreichend genug, obwohl mir das glaube ich auch zeigt, dass der Schreibstil von Terry Brooks sehr ausschweifend ist. Die Geschichte nimmt noch die ein oder andere Abzweigung und nimmt sich viel Zeit, um ihr ganzes Potenzial zu entfalten.

Samstag, 18. Juni 2022

Rezension: „Das Erbe der Elfenmagierin“ von James A. Sullivan

Quelle: Piper
„Das Erbe der Elfenmagierin“ von James A. Sullivan ist der erste Band der „Chroniken von Beskadur“-Dilogie, in der es um die Suche der Elfen nach der verlorenen Seelenmagie geht. Erschienen ist der Roman bei Piper im Oktober 2021. 

Die Elfen haben vor langer Zeit ihre Seelenmagie verloren, doch es gibt eine Prophezeiung, die besagt, dass die Inkarnationen der berühmten Magierin Naromee diese zurückbringen können. Ardoas ist eine der Inkarnationen. Er trägt ihre Seele und ihre Erinnerungen in sich, doch den Zugriff auf diese Erinnerungen muss er erst noch erlangen. Kurz nach seinem 32. Geburtstag begibt er sich daher auf eine Reise. Diese ist von Gefahren gespickt und bringt ihn auf die Spur eines Orakels, über das sich nur schwer etwas herausfinden lässt. 

Ich wollte schon längere Zeit etwas von James A. Sullivan lesen und darüber hinaus wurde es auch mal wieder Zeit für ein bisschen Fantasy auf meinem Blog. Ich folge dem Autor schon seit Längerem auf Twitter und das was ich bisher mitbekommen habe, hat mich angesprochen. Es wurde daher endlich Zeit zu diesem Buch zu greifen. 
Ich bin wunderbar in die Geschichte reingekommen. Es ist auf den ersten Blick wirklich sehr typische High Fantasy. Etwas ist verloren gegangen, jemand muss sich auf die Suche begeben und natürlich müssen dabei Herausforderungen gemeistert werden. Das hat mir den Einstieg sehr leicht gemacht. Ich habe mich direkt wohl gefühlt und war neugierig darauf, mehr über die Elfen und die anderen Wesen in dieser Welt zu erfahren. 
Die Beschreibungen zur Lebensweise der Elfen haben mir sehr gut gefallen. Die Idee mit den Inkarnationen finde ich spannend. Schnell wird klar, dass es eben nicht nur typische High Fantasy ist, sondern das auch Progressivität in dieser Reihe groß geschrieben wird. Der Autor hat dies nicht nur in seiner Twitterbio stehen, sondern er liefert auch ab. Polyamorie, trans, non-binär, POC, etc. sind alles Dinge, die in dieser Reihe vorkommen. Mir hat die Umsetzung sehr gut gefallen, ob es gute Repräsentation ist, kann ich nicht beurteilen, da ich selber weiß und cis bin. Ich sehe nur, dass es ein selbstverständlicher Teil des großen Ganzen sind. Es wird kein großes Brimborium drum gemacht und es fügt sich harmonisch in die Gesamtgeschichte ein. 

Samstag, 30. Oktober 2021

Rezension: „Ministry of Souls 2 - Die Schattenarmee“ von Akram El-Bahay

Quelle: Lübbe
„Die Schattenarmee“ ist der zweite und finale Band der „Ministry of Souls“-Reihe von Akram El-Bahay, in der ein junger Soulmen, eine Katze und eine Prinzessin den dunklen Plan des Schattenspielers vereiteln müssen. Erschienen ist der Roman im September 2021 bei Bastei Lübbe. 

London, um 1850: Der Kampf gegen den Schattenspieler geht weiter. Nur knapp konnten der Soulman Jack, Prinzessin Naima und Kater Oz fliehen, doch ein Fluch hat Jack getroffen und dieser wird dadurch immer schwächer. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg nach Ra‘s -Al-Chaima, das Königreich der Prinzessin, und hoffen dort eine Lösung zu finden. Doch neue Probleme tauchen auf. Anscheinend zieht der Schattenspieler eine Armee aus dunklen Geschöpfen zusammen und möchte diese aus der Zwischenwelt in die echt Welt bringen. Es bleibt nur noch wenig Zeit, um diesen Plan zu verhindern und dabei brauchen Jack, Naima und Oz jede Hilfe, die sie bekommen können. 

Endlich konnte ich die Geschichte rund um die Zwischenwelt, die Soulmen und ein ungewöhnliches Dreier-Gespann weiterlesen. Die Welt, die Akram El-Bahay in der „Ministry of Souls“-Reihe erschaffen hat, ist reich an Fantasie und vielen unterschiedlichen Elementen und gibt einen neuen Einblick in das mögliche Leben nach dem Tod. 
Der Schreibstil des Autors zieht einen wie eh und je sofort in seinen Bann. Ich mag die Art, wie er Dinge beschreibt und ich liebe das Lesegefühl, dass bei seinen Geschichten entsteht. Einerseits ist es locker-leicht und liest sich schnell weg, andererseits wird einem auch eine gewisse Tiefe geboten, um über bestimmte Themen nachzudenken. Diesmal wurde das alles noch mit einer ordentlichen Prise Humor versehen, die mir sehr gut gefallen hat. 

Samstag, 28. August 2021

Rezension: „We Free the Stars“ von Hafsah Faizal

Quelle: Farrar, Straus and Giroux
„We Free the Stars“ von Hafsah Faizal ist der zweite Teil der „Sands of Arawiya“-Reihe, in dem es um Arawiya und den Kampf um die Wiederherstellung der Magie geht. Erschienen ist der Roman bei Farrar, Straus and Giroux im Januar 2021. 

Der Kampf auf Sharr ist beendet und den Arz, einen dunklen mystischen Wald, gibt es nicht mehr. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Altair ist Gefanger des Lion of the Night und die Gruppe rund um Nasir und Zafira macht sich auf den Weg, um die Herzen der Sisters of the Old an ihren rechtmäßigen Platz zu bringen, damit es wieder Magie in Arawiya gibt. Auf ihrem Weg werden Nasir und Zafira auf Probe gestellt. Zafira ist an den Jawarat, ein Buch, gebunden und hört Stimmen. Sie muss Acht geben, dass das Chaos nicht die Oberhand gewinnt. Nasir war die letzten Jahre der Prince of Death und hat den Tod zu vielen Menschen gebracht. Eine dunkle Macht schlummert in ihm und er muss lernen diese zu beherrschen. 

Was für ein Buch und was für eine Reihe. Dies ist ein Buch, dass erst so richtig an Kraft gewinnt, je mehr man es auf sich wirken lässt und darüber nachdenkt. Das mag ein wenig anstrengend klingen, aber es lohnt sich. 
Das Buch lässt sich insgesamt gut lesen, auch wenn der Wortschatz nicht ganz einfach ist und ich erst wieder ein Gefühl für die eingestreuten arabischen Begriffe entwickeln musste. Die Autorin spielt mit der Sprache und den Bedeutungen von Worten. Leider gibt es die Reihe derzeit nur auf englisch und auch ein Glossar fehlt im Buch, dies gibt es allerdings im Internet und dort werden die wichtigsten Ausdrücke und Begriffe erklärt. 
Die Welt von Arawiya konnte ich mir sehr gut vorstellen. Die Reihe ist am alten Arabien angelehnt und ich finde, das merkt man auch, insbesondere bei den Wesen, die im Buch vorkommen. Es gibt Si‘lah, Mariden und Ifriten, die ich alle schon in den Büchern von Akram El-Bahay kennengelernt habe, die hier allerdings auch ein wenig anders sind und neue Facetten dazu gewinnen. Es gibt einen Sultan, es gibt Minarette, es werden Scimitar und Jambiya genutzt und noch einiges mehr. Ich hatte ein wahres Kopfkino und könnte mir die Reihe auch sehr gut als Film vorstellen. Es ist ganz eindeutig Fantasy, aber die Welt wirkte dennoch sehr real auf mich.