In „Thousand Autumns - Tiefer Fall“ von Meng Xi Shi geht es um die beiden Kampfkünstler Shen Qiao und Yan Wushi, die unterschiedlichen Lehren folgen. Es handelt sich um eine Light-Novel, die den Genres Danmei und Wuxia zugeordnet wird. Erschienen ist das Buch im März 2025 im Bramble-Verlag.
Yan Wushi, Anführer der dämonischen Huanyue-Schule, ist einer der stärksten Kampfkünstler und hat seine Kultivierung auf eines der höchsten Level gebracht. Als Zyniker geht er davon aus, dass jeder Mensch grausam und egoistisch ist. Behauptet jemand das Gegenteil, ist diese Person naiv oder lügt.
Shen Qiao hingegen ist Anhänger der daoistischen Lehre und Anführer der Xuandu-Schule. Er sieht das Gute im Menschen, ist bescheiden und gütig und hilft Menschen, die in Not geraten sind.
Yan Wushi findet Shen Qiao nach einer schweren Niederlage im Kampf am Fuße des Banbu-Berges. Als er merkt, dass Shen Qiao sein Gedächtnis und sein Augenlicht sowie einen Großteil seiner Kampfkünste verloren hat, fasst er einen niederträchtigen Plan. Er gibt sich als Shen Qiaos Meister aus und möchte ihn zu den dämonischen Künsten ziehen und ihn von seiner Sicht auf die Menschheit überzeugen.
Auf dieses Buch bin ich auf einer Verlagsvorstellung im Rahmen der Leipziger Buchmesse aufmerksam geworden. Das ist glaube ich das erste Mal, dass ich ein Buch nur auf Grund des Äußeren haben wollte. Ich bin allerdings sehr froh, dass mich dann auch der Inhalt neugierig gemacht hat. Und hey, es spielt 575 n. Chr. und ist somit historisch.
Ich habe etwas gebraucht, um hineinzufinden, da das Setting und Genre für mich komplett neu waren. Es gibt viele Fußnoten und Illustrationen, die für einige Ablenkung sorgen, aber auch wertvollen zusätzlichen Input geben. Die bildliche Sprache sorgte für ein reges Kopfkino und ich dachte mir nicht nur einmal, dass dieses Buch einen wunderbaren Anime ergeben würde, welche ich in meiner Kindheit häufig gesehen habe.
Für mich hat sich die Erzählweise auch etwas episodenhaft angefühlt. Ich habe Shen Qiao auf seiner Reise begleitet und er begegnet dann immer wieder Leuten, wie z.B. den Obdachlosen Chen Gong und wird von anderen Obdachlosen angegriffen. Trotz seines schwachen Zustandes und seiner Blindheit schafft er es in den unterschiedlichsten Situationen seine Kampfkünste zu benutzen und sich zu wehren. Mit Fortschreiten der Geschichte nehmen die Kämpfe an Intensität zu. Und das sind jetzt keine Kämpfe, wie man sie z.B. aus einem Krimi kennt. Nein, es sind natürlich Kampfkünste mit Techniken, die so blumige Namen haben wie „Drei Teile in musikalischer Harmonie“ oder auch die Fingertechnik „Frühlingsbäche“.