Samstag, 28. Januar 2023

Rezension: „A Memory Called Empire“ von Arkady Martine

A Memory Called Empire von Arkady Martine
Quelle: Macmillan/Tor Books
„A Memory Called Empire“ ist der Debüt-Roman von Arkady Martine und der erste Teil einer Science-Fiction-Duologie, in der die Botschafterin Mahit Dzmare in die politischen Ränkespiele des teixcalaanischen Imperiums gerät. Erschienen ist der Roman im März 2019 bei Tor Books. Dieser war für zahlreiche Preise nominiert und hat den Hugo Award für den besten Roman 2020 gewonnen. 

Mahit Dzmare wird als neue Botschafterin von der weit entfernten Minenstation Lsel in die Hauptstadt des Imperiums geschickt. Als sie dort eintrifft, muss sie feststellen, dass ihr Vorgänger ermordet wurde. Doch niemand will dies zugeben und so muss sie sich auf eigene Faust auf die Suche des Mörders begeben, da möglicherweise auch sie selbst in Gefahr schwebt. Gleichzeitig hat sie allerdings auch ihre Pflichten als neue Botschafterin zu erfüllen. Lsel-Station möchte unbedingt seine Unabhängkeit von Teixcalaan erhalten. Schnell gerät sie immer tiefer in einen Strudel aus politischen Machtspielchen, spinnt aber auch eigene Intrigen, denn die Menschen von Lsel-Station besitzen eine geheime Technologie, die zugleich ihr Untergang oder ihre Rettung bedeuten können. 

Dieses Buch habe ich dieses Jahr so oft auf Social Media gesehen, was für einen Science-Fiction Roman recht ungewöhnlich ist. Es handelt sich um eine Space-Opera. Hier braucht also niemand Angst haben, dass es zu technisch oder wissenschaftlich wird. Es ist allerdings sehr politisch und in diesem Falle empfehle ich dieses Buch nur auf englisch zu lesen, wenn euer Wortschatz breit gefächert ist. Ich lese viel auf englisch und einige Passagen waren eine echte Herausforderung für mich. Ich habe einige Synonyme gelernt und so meinen Wortschatz erweitert. Auf deutsch heißt der Roman „Im Herzen des Imperiums“. 
Der Start war tatsächlich etwas holprig, da es mir der Wortschatz am Anfang doch etwas schwer gemacht hat, das Buch richtig zu genießen. Es war aber von Beginn an interessant. Immerhin lernen wir hier ein Imperium kennen, das weite Teile der Galaxie beherrscht. Sehr gefallen hat mir in diesem Zusammenhang, dass dieses Imperium nicht so sehr zu Extremen neigt wie in vielen anderen Reihen. Es hat seine Eigenheiten, aber es wirkte auf mich dennoch ausgeglichener und nicht extrem böse oder extrem gut. 

Dienstag, 24. Januar 2023

Monis (Zeit)Reise-Update #111: „Das Dritte Reich und seine Verschwörungstheorien“ von Richard J. Evans

                            

Monis Zeitreise Update

Auf in die nächste Runde Monis Zeit(Reisen)-Update. Ich stelle euch meine aktuelle Lektüre vor, wie weit ich schon gelesen habe, wie ich das Buch bisher finde und warum ich das Buch ausgewählt habe.

Welche Buch lese ich gerade?
Ich lese „Das Dritte Reich und seine Verschwörungstheorien“ von Richard J. Evans und bin auf Seite 235/367.

„Am 1. Mai 1945 um 22:26 wurde im deutschen Radio die Nachricht von Hitlers Tod verbreitet.“ (S. 235)

Worum geht es in dem Buch?
Es geht um 5 populäre Verschwörungstheorien aus dem Dritten Reich, die von Richard J. Evans analysiert und auseinandergenommen werden. Die Verschwörungstheorien, die in diesem Buch besprochen werden, sind folgende: 1. Waren die Protokolle der Weisen von Zion eine „Vollmacht für den Völkermord“ ?
2. Erhielt das Deutsche Heer 1918 einen „Dolchstoß in den Rücken“?
3. Wer zündete den Reichstag an?
4. Warum flog Rudolf Heß nach Großbritannien?
5. Entkam Hitler dem Bunker?

Samstag, 21. Januar 2023

Rezension „Nano - Jede Sekunde zählt“ von Philip P. Peterson

Nano - Jede Sekunde zählt von Phillip P. Peterson
Quelle: Fischer TOR
„Nano - Jede Sekunde zählt“ von Phillip P. Peterson ist ein Katastrophen-Thriller, in dem es um sich selbst replizierende Nano-Maschinen geht. Erschienen ist der Roman bei Fischer TOR im November 2022.

Der große Tag ist gekommen! Unter der Schutzschirm des Bundeskanzlers wurde lange Zeit zu Nano-Maschinen im Forschungszentrum Köln geforscht. Ein Experiment ist angesetzt, dass den Menschen in Deutschland und auf der Welt zeigen soll, dass Nano-Maschinen beherrschbar sind und mit ihnen ein neues Zeitalter anbricht. Es wurden hohe Sicherheitsvorkehrungen getroffen und die Gefahr, dass Nano-Maschinen in die Umwelt gelangen, wurde als vernachlässigbar eingestuft. Doch niemand hat wirklich mit einem Anschlag gerechnet. Während das Experiment läuft, erschüttert eine Explosion das Forschungsgebäude und die ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen erweisen sich als nicht stark genug. Nano-Maschinen gelangen in die Umwelt und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Ich war sehr gespannt auf den neuen Roman von Phillip P. Peterson. „Vakuum“ als auch „Universum“ konnten mich begeistern und so sind die neu erscheinenden Romane des Autors für mich gesetzt. Anders diesmal ist, dass es als Thriller beworben wird. Mit sich selbst replizierenden Nano-Maschinen kann man das Buch aber definitiv auch dem Genre Science-Fiction zuordnen. 
Ich war schnell im Geschehen drin. Der Autor lässt sich relativ viel Zeit, um das Katastrophen-Szenario aufzubauen. Das Experiment und die Möglichkeiten sowie die Gefahren der neuen Technik werden ausführlich erläutert und lassen einen für den weiteren Verlauf des Buches Böses erahnen. Natürlich tritt das Szenario ein, dass mit 99,99% Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen worden ist und es hat das Potenzial ähnlich endgültig wie die endgültigste Katastrophe in „Vakuum“ zu werden.

Dienstag, 17. Januar 2023

Monis (Zeit)Reise-Update #110: „Aleksandra“ von Lisa Weeda

                           

Monis Zeitreise Update

Auf in die nächste Runde Monis Zeit(Reisen)-Update. Ich stelle euch meine aktuelle Lektüre vor, wie weit ich schon gelesen habe, wie ich das Buch bisher finde und warum ich das Buch ausgewählt habe.

Welche Buch lese ich gerade?
Ich lese „Aleksandra“ von Lisa Weeda und bin bei 15%.

„An dem Mittag, als Kolja seine Ladentür aufschließt und einen jungen Mann mit einem Maschinengewehr die Straße überqueren sieht, schrecken wir aus unserem Halbschlaf.“ (15%)

Worum geht es in dem Buch?
Es geht um Lisa, die auf Geheiß ihrer 94-jährigen Großmutter nach Lugansk in der Ukraine reist. Sie soll das Grab von Kolja suchen, der 2015 verschwunden ist. Es ist 2018 und der Grenzposten möchte Lisa aufhalten, da es gefährlich in dieser Gegend ist. Sie flieht über ein Getreidefeld und landet im Palast des verlorenen Donkosaken, einer Zwischenwelt zwischen Leben und Tod, in der ihr Urgroßvater Nikolaj ihr die Geschichte ihrer Familie erzählt.

Samstag, 14. Januar 2023

Rezension: „Der Hunger nach Freiheit“ von Ella Zeiss

Der Hunger nach Freiheit von Ella Zeiss
Quelle: Tinte und Feder
„Der Hunger nach Freiheit“ ist der zweite Teil der „Wege des Schicksals“-Dilogie von Ella Zeiss. Es geht erneut um das Schicksal der Russlanddeutschen Noah und Jakobine. Erschienen ist der Roman im Januar 2023 bei Tinte und Feder. 

Sommer 1941: Nach 10 Jahren des Wartens wollte Noah endlich seine große Liebe Jakobine heiraten, doch das Schicksal hat etwas anderes mit den beiden vor. Ohne die Möglichkeit sich zu verabschieden, wird Noah in die Sowjetarmee eingezogen und muss sich den Wünschen des Sowjetregimes erneut unterordnen. Als Deutschland den Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion bricht, rückt ein Wiedersehen mit Jakobine in unerreichbare Ferne. In den Wirren des Krieges geraten beide an die unterschiedlichsten Orte und es ist unklar, ob sie am Ende auf der selben Seite stehen. 

Obwohl ich mit dem ersten Teil so meine Probleme hatte, wollte ich diese Reihe dennoch beenden und dieser zweite Teil hat mir deutlich besser gefallen. Ich konnte mich u.a. besser auf die Liebesgeschichte von Noah und Jakobine einlassen, denn diese gilt diesmal als gegeben und hier muss sich nichts mehr entwickeln. 
Ich bin sofort wieder in die Geschichte reingekommen. Die Gegebenheiten zu beschreiben und dies dem Leser eindrücklich zu vermitteln hat Ella Zeiss einfach drauf. Der 2. Weltkrieg hat bereits begonnen und dieser ist ein zentraler Bestandteil. Ich fand es spannend dies aus der Sicht der Russlanddeutschen zu verfolgen, denn hier stehen natürlich ganz andere Themen im Vordergrund. 
Deutschland wird zum Feind der Sowjetunion und sowohl Noah als auch Jakobine müssen sich anschließend fragen, wie sich dieser Umstand auf ihr Leben auswirken wird. Noah wird Teil der Sowjetarmee, erlebt den dort vorherrschenden Mangel an allem, sieht den Überfluss der anderswo herrscht und gerät immer wieder an die Fronten dieses Krieges und muss um sein Überleben kämpfen. Jakobine erlebt den Krieg als Zivilistin und wird Zeuge der Besetzung der Ukraine durch die deutsche Wehrmacht. Dies ist nur ein Teil der Themen, die in diesem Roman eine Rolle spielen. 

Dienstag, 10. Januar 2023

Monis (Zeit)Reise-Update #109: „The Last Hero“ von Linden A. Lewis

                          

Monis Zeitreise Update

Auf in die nächste Runde Monis Zeit(Reisen)-Update. Ich stelle euch meine aktuelle Lektüre vor, wie weit ich schon gelesen habe, wie ich das Buch bisher finde und warum ich das Buch ausgewählt habe.

Welche Buch lese ich gerade?
Ich lese „The Last Hero“ von Linden A. Lewis und bin bei 10%.

„Because Earth is where the majority of Gean soldiers are prepared for duty - the standard gravity makes it ideal for such work, and the harsh climate contributes to survival training - we enter the atmosphere as close to our destination as possible.“ (10%)

Worum geht es in dem Buch?
Es ist der finale Band der First Sister-Trilogie. In den ersten beiden Teilen sind ziemlich heftige Dinge passiert. Es gibt unterschiedliche Parteien, die gegeneinander kämpfen. Auf der einen Seite gibt es die Icarii (Venus und Merkur) und auf der anderen Seite die Geans (Erde und Mars) und dann gibt es noch die Synthetics im Asteroidengürtel und Aster (Menschen, die auf Asteroiden leben). Es ist ein ziemlich kompliziertes Geflecht entstanden und Konflikte, die nur schwer zu lösen sind. Wissenschaftler, die über Leichen gehen, um vermeintlich den Fortbestand der Menschheit zu retten. Eine religiöse Gemeinschaft, die an Skrupellosigkeit kaum zu toppen ist und mittendrin die Protagonisten dieser Geschichte, die auf die ein oder andere Weise Opfer dieser Umstände geworden sind und nun für eine bessere Welt kämpfen.

Samstag, 7. Januar 2023

Rezension: „Blüte der Zeit“ von Sabine Weiß

Blüte der Zeit von Sabine Weiß
Quelle: Lübbe
Sabine Weiß hat mit „Blüte der Zeit“ ihren dritten historischen Roman vorgelegt, der sich mit der niederländischen Geschichte beschäftigt und darüber hinaus die Pracht der Gärten des 17. Jahrhunderts einfängt. Erschienen ist der Roman im Dezember 2022 bei Bastei Lübbe. 

Niederlande 1672: Ein neu aufziehender Krieg und der Verlust des Vaters zwingen den jungen Landschaftsgärtner Max dazu zusammen mit seinem Bruder und seiner Mutter zu fliehen. Sie entschließen sich nach Brandenburg-Preußen zu gehen. Dort gibt es einen Kurfürsten, der sich sehr für die Gartenkunst interessiert und nach den Verheerungen des 30jährigen Krieges die Gärten seiner Besitzungen neu gestalten lässt. Ein Paradies für einen jungen, aufstrebenden Gärtner wie Max und eine gute Gelegenheit sein Wissen und Können unter Beweis zu stellen. 
Der junge Soldat Paulus hingegen bewegt sich im Dunstkreis des jungen Prinzen von Oranien. Durch eine gemeinsame Kindheit verbunden, ist Paulus Zeuge vieler wichtiger historischer Ereignisse, die das Schicksal der Niederlande betreffen. 

Auf diesen neuen historischen Roman der Autorin habe ich mich schon sehr gefreut und auch diesmal durfte ich diesen im Rahmen einer Leserunde bei der Lesejury lesen. Diese war wie immer klasse und hat für eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Buch und seinen Inhalten gesorgt. 
Der Schreibstil hat mir wie eh und je gefallen. Es entsteht eine wahre Bilderflut im Kopf, sei es nun die Beschreibung einer Stadt oder, wie in diesem Buch vermehrt, die einer wunderschönen Gartenanlage. Ich konnte schnell in die Geschichte eintauchen und jedes Mal, wenn ein Leseabschnitt endete, fiel es mir schwer das Buch zur Seite zu legen. Das ich nach den kurzen Pausen immer wieder gut ins Buch hineingefunden habe, zeigt mir umso mehr, dass ich hier wirklich an den Ereignissen beteiligt war.