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Dienstag, 18. August 2026

Rezension: „I am the Blade“ von Marie Graßhoff

„I am the Blade“ von Marie Graßhoff
Quelle: Lübbe
„I am the Blade“ von Marie Graßhoff ist der 1. Band der Dark Romantasy-Dilogie „House of Blades“, in der Menschen zu Waffen werden und in der eine geheiimnisvolle Dunkelheit die Welt bedroht. Erschienen ist das Buch im Juni 2026 bei Lübbe. 

»Das Haus« entscheidet über Leben und Tod, um die Welt vor der alles verzehrenden Dunkelheit zu retten - und Seren ist die Assassine, die von ihm geschickt wird, um zu richten. Als sie den Rebellen Vale tötet, wird seine Seele zur mächtigsten Waffe in ihrem Besitz. Doch er lässt sich nicht einfach bändigen. Seren will seine Kraft, Vale will ihren Tod. Als ein Verrat das Haus erschüttert, müssen sie sich entscheiden: einander vernichten oder Seite an Seite überleben? Doch in dem Netz aus Lügen, Gewalt und Verrat wächst etwas zwischen ihnen, das ebenso gefährlich sein könnte wie die Dunkelheit selbst. 

Vor vielen Jahren mochte ich die „Neon Birds“-Reihe der Autorin sehr gerne und daher habe ich mich hier von dem Hype anstecken lassen, als das Buch innerhalb kürzester Zeit in die nächste Auflage ging und begeisterte Rezensionen bekam. Ich war schon oft von gehypten Büchern enttäuscht, aber dieser erste Band konnte mich überzeugen, auch wenn ich nicht restlos begeistert bin. 
Das Buch startet mit sehr viel Blut und Gewalt und einem verbotenen Ritual. Ich hatte hier richtiges Kopfkino und trotzdem ist vieles diffus geblieben. Viele Fragen sind entstanden. Einiges wird im Verlaufe des ersten Bandes geklärt, aber genug bleibt auch verborgen. 

Mittwoch, 10. Juni 2026

Rezension: „Der Thron der Lilie“ von Daniel Wolf

„Der Thron der Lilie“ von Daniel Wolf
Quelle: Goldmann
„Der Thron der Lilie“ von Daniel Wolf ist der zweite Band aus der Templer-Reihe, in der es um den Templer-Orden Ende des 13. Jahrhunderts, Frankreich und den jungen Ritter Constantin geht. Erschienen ist der Roman im Mai 2026 bei Goldmann. 

Frankreich 1297: Während der Papst und der französische König einen erbitterten Machtkampf austragen, werden der Ritter Constantin Fleury, die Goliardin Mélisande und der Templer Gérard d’Acre von den Schatten ihrer Vergangenheit eingeholt. Feinde Constantins entführen Mélisande und seine schwangere Frau Agnès. Für die beiden Frauen beginnt ein Kampf ums Überleben. Um sie zu retten, muss Constantin sich hoch verschulden. Sein Freund Gérard, der sich auf einer heiklen Mission für den Templerorden befindet, hilft ihm, das Lösegeld nach Flandern zu bringen. Die rebellische Grafschaft taumelt am Rande eines Krieges, der Kronvasall Constantin gilt den Aufständischen als Todfeind. Auf der gefahrvollen Reise wird Gérard zudem mit alten Sünden konfrontiert und droht, an seiner Schuld zu zerbrechen … 

Historische Romane von Daniel Wolf lese ich immer gerne und auch der Einstieg in diesen Roman war gut gewählt. Templer Gérard wird Zeuge des Beginn eines Zwistes zwischen dem Papst und dem französischen Lilienthron. Zusammen mit einem kurzen Abriss über den historischen Hintergrund wird eine gute Grundlage für den weiteren Verlauf der Geschichte geschaffen. 
Der Roman hat unterschiedliche Perspektiven und folgt den verschiedenen Handlungssträngen. Viele lieb gewonnene Charaktere, aber auch altbekannte Feinde, lassen viel Spannung aufkommen. Frankreich, Flandern, Zypern und Armenien sind die Handlungsorte, die zusätzlich für Abwechslung sorgen. Insbesondere Armenien hat mir gefallen, weil ich darüber noch nicht so viel gelesen habe. 

Mittwoch, 3. Juni 2026

Rezension: „Pflaumenregen“ von Stephan Thome

„Pflaumenregen“ von Stephan Thome
Quelle: Suhrkamp
„Pflaumenregen“ von Stephan Thome ist ein historischer Roman der eine Familientragödie vor historischem Hintergrund beschreibt und zum Nachdenken über Identität einlädt. Erschienen ist der Historische Roman im November 2022 bei Suhrkamp. 

Taiwan in den 1940er Jahren, am Ende der japanischen Kolonialzeit. Während der Pazifische Krieg unaufhaltsam näher rückt, wächst die achtjährige Umeko behütet in einer Kleinstadt im Norden der Insel auf. Sie ist stolz auf ihr gutes Japanisch und himmelt ihren älteren Bruder an, den Star des örtlichen Baseballteams. Als die Armee jedoch am Ortsrand ein Lager für ausländische Kriegsgefangene einrichtet, gerät ihr Leben in einen Strudel aus Schuld und Verbrechen, der die Familie siebzig Jahre später immer noch gefangen hält. 

Im letzen Jahr habe ich mich mit Taiwan beschäftigt, ein Land, dessen Demokratie weit oben im Demokratieindex steht und über das ich zuvor eher weniger wusste. Dieser Roman wurde mir von zwei Personen aus der Buchbubble empfohlen. 
Ich bin gut in den Roman reingekommen und konnte mir alles gut vorstellen, dennoch merkt man sofort, dass es keine ganz einfache Lektüre wird. Der Roman deutet vieles an, bleibt vage und lässt den Lesenden seine eigenen Schlüsse ziehen, was das Leseerlebnis teilweise etwas diffus macht. 
Erzählt wird der Roman auf zwei Zeitebenen, es werden allerdings fast nie Daten genannt. Ich wusste nur, wann etwas zeitlich spielt, wenn ein historisches Ereignis wie z.B. Pearl Harbor erwähnt wird. Darüber hinaus gibt es immer wieder unterschiedliche Perspektiven, wobei Umekos und Keijis Sichtweise am häufigsten vorkam und manche auch nur einmal. 

Mittwoch, 27. Mai 2026

Rezension: „Das Rad der Welt“ von Hendrik Lambertus

„Das Rad der Welt“ von Hendrik Lambertus
Quelle: Rowohlt
„Das Rad der Welt“ ist ein historischer Roman von Hendrik Lambertus, in dem es um die Ebstorfer Weltkarte und seine mögliche Entstehung geht. Erschienen ist der Roman im Mai 2026 bei rowohlt. 

Lüneburg um 1300. Die junge Agnes leidet unter den Machtspielen ihres Vaters, des Fürsten Otto, der entschlossen ist, seine Tochter an einen Adeligen zu verheiraten. Doch Agnes' Liebe gilt der Wissenschaft: Begeistert studiert sie Werke der Naturkunde und Geografie. Sie erstellt Skizzen für eine eigene Darstellung der Welt, eine Karte, in die ihr gesamtes Wissen einfließen soll. 
Bei ihrer Recherche begegnet sie dem jungen Krämer Liudger, der ihre Leidenschaft teilt und in den sie sich verliebt. Sie plant, mit ihm davonzulaufen, den Standeszwängen zu entfliehen und endlich etwas von der Welt zu sehen, als ihr Vater hinter die Affäre kommt und sie zur Buße für den Rest ihrer Tage ins Heidekloster Ebstorf schickt. 
Agnes ist verzweifelt, bis sie den großen Wissensschatz des Klosters entdeckt: die Bibliothek. Während ihr Traum zu reisen in unerreichbare Ferne rückt, wächst die Entschlossenheit, ihre Karte fertigzustellen. Ein prunkvolles Dokument, das die Welt als großes Ganzes abbildet – eine Karte, die in die Geschichte eingehen könnte. Wenn es Agnes gelingt, sie zu vollenden ... 

Auf diesen Roman bin ich tatsächlich erst kurz vor seinem Erscheinen durch einen Newsletter und Posts des Autors aufmerksam geworden, war aber sofort neugierig, da es um eine Karte geht und wie sich die Menschen im Mittelalter die Welt vorgestellt haben. 
Im Prolog habe ich dann auch direkt die wissbegierige Agnes kennengelernt, die die gesamte Welt erkunden möchte und sich auf der Burg ihres Vaters eher eingeengt fühlt. Ich bin direkt gut ins Buch reingekommen und konnte mir die Ereignisse und die Umgebung gut vorstellen. 
Der Roman ist in 3 Teile unterteilt, die das Vorankommen der mappa mundi beschreiben. Im ersten Teil geht es um die Idee, im zweiten Teil um die Anfänge der Entstehung der Karte und der dritte Teil handelt von den Intensivierung und Fertigstellung der Karte. Unterschiedliche Perspektiven machen den Roman abwechslungsreich, bisweilen aber auch ein wenig schwer zu verfolgen, denn der Roman springt auch in der Zeit hin und her. 

Mittwoch, 13. Mai 2026

Rezension: „Mord in der Wiener Werkstätte“ von Beate Maly

„Mord in der Wiener Werkstätte“ von Beate Maly
Quelle: emons
„Mord in der Wiener Werkstätte“ von Beate Maly ist der Auftaktband einer neuen historischen Krimi-Reihe rund um Liliane Feigl und den Kommissar Max von Krause. Erschienen ist dieser im März 2024 bei emons. 

Wien, 1906: Die junge Fälscherin Lili wird bei einem Diebstahl erwischt. Um einer Strafe zu entgehen, verspricht sie Kommissar Max von Krause, sich eine ordentliche Arbeit zu suchen. Durch Zufall ergattert sie eine Aushilfsstelle in der legendären Wiener Werkstätte und ist begeistert vom Ideenreichtum der dort arbeitenden Frauen. Doch die kreative Idylle trügt: Eines Morgens findet Lili eine der Künstlerinnen erschlagen auf. Ihr Sinn für Gerechtigkeit ist geweckt, und während der fesche von Krause gleich mehrere Fälle zu lösen hat, nimmt Lili die Ermittlungen selbst in die Hand... 

Beate Maly hat im letzten Jahr den bronzenen Homer für „Mord im böhmischen Prater“ erhalten und ist mit dem zweiten Band dieser Reihe auch in diesem Jahr wieder nominiert. Das hat mich neugierig gemacht und gerade bei Krimi-Reihen bin ich eher late to the party, aber mittlerweile kann ich doch auch sagen, dass mir auch dieses Genre ganz gut gefällt. 
Ich bin gut ins Buch reingekommen und habe mich umgehend nach Wien versetzt gefühlt. Das Buch spielt zur Zeit der k.u.k. Monarchie, die ihre glänzendsten Zeiten allerdings schon hinter sich hat und in der die Unterschiede zwischen Arm und Reich gravierend sind. 
Mit gerade einmal 256 Seiten ist es ein für mich sehr kurzer Roman und ein Krimi der dementsprechend nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Die Handlung schreitet schnell voran und dennoch gibt es auch kleinere Nebengeschichten, die einem die Protagonisten dieser Reihe näher bringen. Ich hätte mir tatsächlich sogar ein paar mehr Seiten gewünscht. Ermittlungsarbeit ist in diesem Roman etwas kurz gekommen und die Auflösung des Falles wird durch einen unglücklichen Umstand beschleunigt. 

Mittwoch, 8. April 2026

Rezension: „Tage des Wandels“ von Ulrike Renk

„Tage des Wandels“ von Ulrike Renk
Quelle: Lübbe
„Tage des Wandels“ ist der zweite Teil der „Hof Kalmule“-Reihe von Ulrike Renk, in dem es um die Gegenreformation und den spanisch-niederländischen Krieg geht. Erschienen ist der historische Roman im März 2026 bei Lübbe. 

1568 beginnt mit der Schlacht von Heiligerlee der 80-jährige Krieg zwischen den Niederlanden und Spanien. Immer wieder dringen Truppen und Söldner in das Münsterland ein, plündern und brandschatzen. Dort wachsen die Zwillinge Eva und Adam auf. Durch die Besonderheit ihrer Geburt ist Adam, der zweite Zwilling, ein freier Mensch. Eva hingegen wächst als Eigenbehörige auf. Doch als der Krieg weiter wütet, beschließt der Vater, dass Eva und Adam ihren Status tauschen. So kann Adam als Eigenbehöriger den väterlichen Hof übernehmen und ist vor dem Dienst an der Waffe sicher. Eva ist frei. Sie nimmt einen neuen Weg, der ihr Glück und Unglück zugleich bringt ... 

Gerade das Ende des ersten Bandes hat mich doch noch neugierig auf den weiteren Verlauf dieser Reihe gemacht, denn die Zeit in der die Reihe spielt, finde ich spannend und ich finde es richtig gut, dass hier die Bauern und einfachen Menschen in Dörfern und Städten im Mittelpunkt stehen. 
Ich bin gut in diesen zweiten Band reingekommen und konnte mir alles wieder wunderbar vorstellen. Einige bekannte Gesichter aus dem Vorgänger machen den Übergang zur neuen Hauptfigur einfacher und sorgen dafür, dass ich mich sofort wieder angekommen gefühlt habe. 
Nichtsdestotrotz ist einige Zeit vergangen und es wurde sogar eine Generation übersprungen, so dass Eva und Adam bereits die Enkelgeneration sind. Während es im vorherigen Roman u. a. um den neuen Glauben und die Wiedertäufer ging, geht es nun um die Gegenreformation und das Wiedererstarken des Katholizismus, aber auch wieder um Krieg und Söldner die infolge des spanisch-niederländischen Krieges die Gegend gefährden in der Eva und Adam leben. 

Mittwoch, 1. April 2026

Rezension: „Der Schrein der Könige“ von Sabine Weiß

„Der Schrein der Könige“ von Sabine Weiß
Quelle: Lübbe
Sabine Weiß hat mit „Der Schrein der Könige“ einen historischen Roman über die Entstehung des Dreikönigsschreines in Köln geschrieben. Erschienen ist dieser bei Bastei Lübbe im März 2026. 

Ein unschätzbar wertvoller Schatz und ein Kunstwerk, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Nach der Eroberung Mailands gelingt Reinald von Dassel, dem mächtigen Erzbischof von Köln, ein Coup: Er spürt die Gebeine der Heiligen Drei Könige auf und überzeugt Kaiser Barbarossa, dass er diese in sein Erzbistum mitnehmen darf. Jahre später ist Köln überlaufen von Pilgern, die sich von den Reliquien Heilung versprechen. Noch liegen die Gebeine in einer unscheinbaren Kiste. Doch längst ist den Mächtigen der herausragende Ruf des Verduner Goldschmieds Nicolaus zu Ohren gekommen. Er soll einen Schrein schaffen, der den wertvollen Reliquien und der Stadt, in der sie aufbewahrt werden, alle Ehre macht. Die Kölner Goldschmiede sind jedoch alles andere als begeistert, dass ein Fremder ihnen den lukrativen Auftrag vor der Nase wegschnappt ... 

Historische Romane von Sabine Weiß sind bei mir gesetzt, egal um welche Zeit und welchen Ort es geht. Der Prolog ist bereits spannend und hebt die Bedeutung der Gebeine der Heiligen Drei Könige hervor. Ich war sofort in der Geschichte drin und konnte mir alles wunderbar vorstellen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und lässt die Seiten nur so dahinfliegen. Erzählt wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven, so dass man einen ausführlichen Einblick in die Ereignisse rund um die Entstehung des Schreines erhält und viel über die Stadt Köln erfährt. 
Ein langer Zeitraum wird geschildert und viele unterschiedliche Themen werden behandelt. Die Goldschmiedekunst und das Voranschreiten der Arbeiten nehmen einen großen Teil des Buches ein, aber auch die politischen Themen jener Zeit werden mit eingebunden sowie die Besonderheiten als auch die Heiligen der Stadt Köln. Auf jeder Seite merkt man das hier viel Wissen und Recherche eingeflossen ist.

Mittwoch, 11. März 2026

Rezension: „Felix Blom - Der Schatten von Berlin“ von Alex Beer

„Felix Blom - Der Schatten von Berlin“ von Alex Beer
Quelle: Limes
„Felix Blom - Der Schatten von Berlin“ von Alex Beer ist der zweite Band der Reihe rund um den ehemaligen Meisterdieb und nun Privatdetektiv Felix Blom und seiner Geschäftspartnerin Mathilde Voss. Erschienen ist dieser im Oktober 2023 bei Limes. 

Berlin, 1879: Der ehemalige Gauner Felix Blom und seine Geschäftspartnerin Mathilde Voss stehen kurz vor dem Bankrott. Da kommt den beiden Detektiven ein lukrativer Auftrag sehr gelegen: Sie sollen herausfinden, wer in die Gruft eines kürzlich verstorbenen Archäologie-Professors eingedrungen ist. Der Sarg wurde aufgebrochen, jedoch nichts gestohlen. Kurz darauf wird ein Kleinganove brutal ermordet, und die Fälle scheinen miteinander verbunden zu sein. Die Spur führt ausgerechnet zu Bloms einstigem Mentor, dem gerissenen Gangsterboss Arthur Lugowski. Felix und Mathilde ahnen nicht, dass sie bald zwischen die Fronten rivalisierender Banden geraten und Blom den Fall nicht nur mit legalen Mitteln lösen kann … 

Ich liebe den Einstieg dieser Bücher. Auch diesmal wieder bildet ein echter Artikel aus einer Zeitung die Grundlage für diesen fiktiven Kriminalfall und ich finde diese Idee wirklich großartig. Sofort bin ich gespannt darauf, was Alex Beer sich auf Grund dieser kurzen Meldung für eine Geschichte ausgedacht hat und ob ich diese dennoch irgendwie glaubwürdig finde. 
Das Buch ist aus der Sicht unterschiedlicher Personen im Buch geschrieben, die einen umfangreichen Einblick in die Ereignisse ermöglichen. Manchmal wechseln die Perspektiven recht schnell und mir wurde erst hinterher richtig bewusst, dass sich die Person geändert hat. Viele Personen werden benannt, außer der Mörder, der erst zum Ende hin wirklich eindeutig wird, zumindest für mich. 
Es wurde viele Details zum Berlin in der Kaiserzeit eingewoben. Dazu gehören, wie die Menschen unterschiedlicher Schichten gelebt haben, welche Personen durch die Polizei verfolgt wurden oder auch Etablissements, in denen die Menschen ihre Zeit verbracht haben. Ich habe hierbei einige neue Begriffe kennen gelernt und die Zeit wurde für mich zum Leben erweckt. 

Mittwoch, 7. Januar 2026

Rezension: „Die weiße Nacht“ von Anne Stern

„Die weiße Nacht“ von Anne Stern
Quelle: Piper
„Die weiße Nacht - Der erste Fall für Lou & König“ von Anne Stern ist der Auftaktband zu einer neuen Krimi-Reihe, die in der Nachkriegszeit angesiedelt ist und in der Kriminalkommissar Alfred König und Lou Faber ermitteln. Erschienen ist der Historische Krimi im Januar 2026 bei Piper. 

Kriminalkommissar Alfred König bekommt es im Hungerwinter 1946/47 mit einer Frauenleiche im Schnee zu tun. Die junge Fotografin Lou Faber hat die Tote in den Ruinen gefunden und trägt mit ihren Fotos unfreiwillig zur Ermittlung bei. Während Heiligabend näherrückt, lassen Lou die gefalteten Hände der Toten nicht los. Mit ihrer Intuition hilft sie König und ahnt bald, dass hinter seinem Schweigen ein Geheimnis steckt, das sie verbindet. Der Fund weiterer Leichen setzt die Ermittler unter Zeitdruck und weist in eine neue Richtung, zurück in die finstere Vergangenheit. 

Hier konnte ich nur schwer widerstehen und wollte sofort einsteigen. Ihre Fräulein Gold-Reihe gefällt mir so gut und wenn jemand die Zwischentöne einer Zeit einfangen kann, dann ist es Anne Stern. 
Diese Reihe fängt tatsächlich mit dem Fund einer Leiche an und doch ist da direkt so viel mehr. Der Ort Berlin ist geblieben, doch der zweite Weltkrieg ist beendet und das zweite Weihnachtsfest in Frieden steht bevor. Ich fühlte mich direkt in die Zeit versetzt und konnte mir alles bildlich vorstellen. 
Mehrere Perspektiven wechseln sich ab und gewähren Einblick in den Alltag der Menschen im Hungerwinter 1946/1947. Die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln ist schwierig, überall in Berlin gibt es Ruinen, es ist nicht leicht Arbeit zu finden, die Polizei muss neu aufgebaut werden und der Schwarzmarkt blüht. All dies fängt Anne Stern wunderbar ein und zeigt auch die Ambivalenzen auf, die diese Zeit prägen. 

Mittwoch, 12. November 2025

Rezension: „Die Chemie des Verbrechens: Die Fährte“ von Sabine Weiß

„Die Chemie des Verbrechens: Die Fährte“ von Sabine Weiß
Quelle: Lübbe
Mit „Die Chemie des Verbrechens: Die Fährte“ startet Sabine Weiß eine neue Krimi-Reihe rund um die Strafverteidigerin und DNA-Forensikerin May Barven. Erschienen ist dieses Buch im Oktober 2025 bei Bastei Lübbe. 

Klappentext: Jedes Mal, wenn das Telefon klingelt, hofft May auf einen Klienten. Die junge Mutter hat sich vor Kurzem als Strafverteidigerin selbstständig gemacht, doch bisher ist es ihr nur gelungen, kleinere Mandate zu erringen, weshalb ihr das Wasser bis zum Hals steht. Da geht der Fall des Unternehmers Rickleffs durch die Medien: Er hat sein Genom in eine Herkunftsdatenbank eingespeist, um für sein Reiseunternehmen zu werben; nun wird ihm vorgeworfen, vor Jahren ein Mädchen ermordet zu haben. Keiner stellt den DNA-Abgleich infrage. May aber weiß aus ihrer Erfahrung als ausgebildete DNA-Forensikerin: DNA-Spuren gelten zwar als Goldstandard der Kriminalermittlung, sind aber keineswegs so eindeutig, wie alle meinen ... 

Ich gebe zu, wenn der nächste Roman von Sabine Weiß kein historischer Roman ist, bin ich immer etwas traurig, nichtsdestotrotz klang dieser Krimi interessant, weil dieser mit DNA-Spuren eine wissenschaftliche Komponente hat. 
Dieser Krimi startet mit einer Rückblende ins Jahr 2007 und hat mich neugierig gemacht, was die Ereignisse aus diesem Kapitel mit dem Mordfall zu tun haben, der im Klappentext angedeutet wird. Ein spannender Start also, der danach erstmal in ruhigere Gefilde wechselt, damit ich die Protagonisten dieser Reihe kennenlernen konnte. 
Das ist zum einen May Barven, Strafverteiderin und DNA-Forensikerin, und zum anderen Tarek Loman, ein Privatdetektiv, die bei diesem Fall zur Zusammenarbeit gezwungen sind. Allerdings sind diese beiden nicht dazu engagiert, den Mörder zu finden, sondern eben dazu da, den Beschuldigten zu entlasten. Ich finde, das ist eine andere Prämisse, die einem auch bewusst sein sollte und die dem Buch auch eine andere Dynamik geben. 

Mittwoch, 8. Oktober 2025

Rezension: „Stille Nacht“ von Titus Müller

„Stille Nacht“ von Titus Müller
Quelle: Heyne
„Stille Nacht“ von Titus Müller ist eine Erzählung rund um die Entstehungsgeschichte des Weihnachtsliedes „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Eine Neuausgabe ist im September 2025 bei Heyne erschienen. 

Eines der berühmtesten und erfolgreichsten Weihnachtslieder wurde an Heiligabend 1818 zum ersten Mal gespielt. Titus Müller erzählt in diesem knapp 160 Seiten langen Buch von der Entstehungsgeschichte dieses Liedes und dem Leben rund um Salzburg und Österreichisch Laufen. 

Die schöne Aufmachung dieses Buches hat mich sehr angesprochen und ich war neugierig darauf, welche Geschichte der Autor zu diesem Lied erzählen wird. Ich habe tatsächlich sogar mein Gesangbuch aus meiner Konfirmandenzeit herausgesucht, um zu schauen, ob auch dort die Namen Joseph Mohr sowie Franz Xaver Gruber auftauchen. 
Die Geschichte fängt mit der Suche Joseph Mohrs nach seinem Großvater an. Ich bin gut reingekommen und die Landschaft mit den Bergen im Hintergrund sowie der eher schwer zugängliche Großvater haben mich ein bisschen an Heidi erinnert. 
Ich habe Joseph Mohr begleitet auf der Suche seiner Vergangenheit, seinem Ankommen in einer neuer Gemeinde und bei der Entstehung dieses weltberühmten Weihnachtsliedes. Dabei war ich tatsächlich überrascht wie viel auch vom täglichen Leben dieser Zeit geschildert wurde und zwar nicht aus der Sicht der Mächtigen dieses Landes, sondern aus der Sicht des einfachen Volkes. 

Mittwoch, 24. September 2025

Rezension: „Tankred - Hammer und Kreuz“ von Michael Römling

„Tankred - Hammer und Kreuz“ von Michael Römling
Quelle: Rowohlt
„Tankred - Hammer und Kreuz“ von Michael Römling ist der zweite historische Abenteuerroman aus der „Tankred“-Reihe. Es geht um den ehemaligen Bibliothekar und Mönch Tankred, der um sein Erbe kämpft und dabei in den Dunstkreis der Mächtigen gerät und gegen die Dänen kämpft. Erschienen ist das Buch im Februar 2023 bei Rowohlt. 

Juli 882: Tankred ist weiterhin dazu entschlossen, um sein Erbe zu kämpfen und seine Stiefmutter samt Halbbruder zu Fall zu bringen. Hierfür benötigt er mächtige Verbündete, die im Gegenzug auch etwas von ihm verlangen: Im Namen des Kaisers beteiligt er sich Kampfzug gegen die Dänen, die sich in Asselt verschanzt haben. Mit klugen Ideen wird Tankred bald zu einer wichtigen Größe, was nicht jedem gefällt. Als es zu Kampfhandlungen kommt, sieht er sich nicht nur durch alte Widersacher auf dänischer Seite bedroht, sondern auch durch Intrigen aus dem eigenen Lager bedroht. 

Und nun habe ich mich tatsächlich doch dazu entschieden, einen weiteren Band dieser Reihe zu lesen und mit den klareren Vorstellungen, was mir diese Reihe zu bieten hat, würde ich sagen, bin ich diesmal sogar besser reingekommen als beim letzten Mal. 
Es gibt viele Parallelen zum ersten Band, wie z.B. die Ich-Perspektive und der relativ kurze Zeitraum, in dem das Buch spielt. Auch diesmal hatte ich nicht das Gefühl, dass mir irgendein Teil der Geschichte fehlt und Tankreds Perspektive ausreichend ist, um die Geschichte zu erzählen. Ich konnte mir alles gut vorstellen und bin den Ereignissen gerne gefolgt. 
Es war interessant für mich, dieses Buch direkt nach einem dicken Historienschmöker zu lesen, der sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt. Hier wird ein Ereignis aus der Geschichte herausgenommen und mit der fiktiven Geschichte rund um Tankred verwoben. Diese Erzählweise erlaubt einen viel detaillierteren Blick beispielsweise auf eine Belagerung und man bekommt einen ganz anderen Bezug zum Zeitraum, in dem sich alles ereignet. So konnte Tankred hier auch mal für Tage wegreiten, um andere Angelegenheiten zu klären. 

Mittwoch, 17. September 2025

Rezension: „Rabenthron“ von Rebecca Gablé

„Rabenthron“ von Rebecca Gablé
Quelle: Lübbe
Mit „Rabenthron“ von Rebecca Gablé geht es zurück zur Familie Helmsby, deren Geschichte, ähnlich wie die der Waringhams, mit dem englischen Königshaus verbunden ist. Erschienen ist der historische Roman im August 2025 bei Lübbe. 

England, 1013: England liegt in Trümmern und hat immer wieder mit Wikingerüberfällen zu kämpfen, gegen die sich der schwache König Ethelred kaum wehren kann. Dennoch entschließt sich der junge Ælfric of Helmsby seinen dänischen Gefangenen Hakon nach London zu bringen und wird so Teil des Haushaltes der Königin und ihrer Söhne. Königin Emma ist eine machtbewusste Frau, die sich in der Welt der Männer zu behaupten weiß und auch die Beziehung von Hakon und Ælfric entwickelt sich anders als erwartet. Aus vermeintlichen Feinden werden Freunde, die sich im Auf und Ab um die englische Krone auch mal auf gegensätzlichen Seiten wiederfinden. 

Wenn Rebecca Gablé auf dem Cover drauf steht, bin ich nicht weit und darüber hinaus ging es auch noch nach Helmsby. „Hiobs Brüder“ gehört zu meinen Lieblingsbüchern dieser Autorin. 
Ich bin sehr gut ins Buch reingekommen. Ich mag den Schreibstil sehr gerne und habe Kopfkino beim Lesen. Es fühlt sich immer ein wenig wie nach Hause kommen an, gerade dann, wenn z.B. bestimmte Redewendungen vorkommen. Dieses Buch spielt vor den anderen beiden Helmsby Büchern und es war schön, die Geschichte hinter der ein oder anderen Anekdote aus den anderen beiden Büchern kennenzulernen. 
Der Spannungsbogen ist recht gleichbleibend, aber natürlich gibt es immer wieder spannende Entwicklungen. Es wird in diesem Buch ein Zeitraum von knapp 30 Jahren abgedeckt, der einige Machtwechsel zu bieten hat. Dies wird bereits im Personenverzeichnis angedeutet. Diesmal haben mir die Zeitsprünge tatsächlich ein bisschen Probleme bereitet, denn 9 Jahre verändern wirklich sehr viel und da musste ich mich erstmal neu orientieren. 

Mittwoch, 20. August 2025

Rezension: „Legends Carved in Stone“ von Clara Sutton

„Legends Carved in Stone“ von Clara Sutton
Quelle: Lonely Fox Press
„Legends Carved in Stone“ von Clara Sutton ist der zweite Band der „A World of Lost Magic“-Reihe. Diesmal geht es um ein Statuen-Fragment mit der Schrift einer verlorenen Sprache, dass Etta von Claremont in ein neues Abenteuer zieht. Erschienen ist der Fantasy-Roman im März bei Lonely Fox Press. 

Eigentlich dachte Etta von Claremon, dass bei dieser Ausgrabungsstätte im Norden nicht viel Spannendes passieren kann. Doch dann wird ein Stück einer Statue gefunden und diese enthält Schriftzeichen einer lange verschollenen Sprache. Kurz nach dieser Entdeckung verschwindet der Expeditionsleiter Dr. Everett. Schnell wird klar, dass dies mit dem Fragment zusammenhängt. Und dann taucht auch noch ein alter Bekannter auf - Arthur Griffin. Gemeinsam machen sich Etta und Arthur auf die Suche nach Dr. Everett und entdecken ein noch viel größeres Geheimnis. 

Auch der zweite Teil dieser Reihe hat mir gut gefallen. Ich habe schnell in die Geschichte gefunden. Hierzu trägt sicherlich auch der gleiche Aufbau wie im Vorgängerband zu bei. Es gibt kurze Kapitel, die Fußnoten sowie Zeitungsauschnitte enthalten, die die Welt erklären und oft auch etwas über die Vergangenheit verraten. 
Es ist wieder eine Mischung aus Sprache, Rätsel und Verfolgungsjagd. Der Spannungsbogen steigert sich kontinuierlich und ich fühlte mich die meiste Zeit gut unterhalten. Es ist ein typischer Abenteuerroman, bei dem man genau das bekommt, was man erwartet. 

Mittwoch, 13. August 2025

Rezension: „Fulvia - Power At Any Cost“ von Kaarina Parker

„Fulvia - Power At Any Cost“ von Kaarina Parker
Quelle: Manilla Press
„Fulvia - Power. At Any Cost.“ von Kaarina Parker ist ein historischer Roman über Fulvia, eine ehrgeizige Frau mit unbedingtem Willen zur Macht. Erschienen ist der Roman im Juli 2025 bei Manilla Press. 

Fulvia ist die Tochter einer reichen, aber unbedeutenden Familie aus Rom. Aufgewachsen auf dem Land, sehnt sie sich nach Einfluss und Macht. Als ihr Vater stirbt, beschließt sie daher nach Rom zu gehen und ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. Sie heiratet einen jungen Aristokraten namen Clodius, der sich bisher eher wenig für Politik interessiert und lieber sein Leben genießt. Ihr Ehrgeiz wird beide in die hohen Sphären des Senates bringen und die Aufmerksamkeit mächtiger Feinde auf sich ziehen. Fulvia muss schnell lernen, das Macht einen Preis hat und die Gunst der Menge sich auch schnell gegen einen wenden kann. 

Das war eine Empfehlung von histolicious und diese hat nicht enttäuscht. Mein Wissen über die Römische Republik ist sehr begrenzt. Eigentlich kenne ich da nur Namen und kleine Informationsschnipsel und so habe ich noch nie vorher von Fulvia gehört. 
Fulvia erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht und ihr Charakter spricht aus ihrer Erzählweise. Gerade der Anfang hat mich neugierig auf ihr Leben und ihre Person gemacht und so bin ich erst einmal gut gestartet. Ich hatte währenddessen auch ein bisschen einen Hänger. Es war mir ein bisschen zu sehr Bericht und mir fehlte etwas die Spannung. Das Buch ist allerdings sehr politisch und da brauchen die Dinge manchmal ein wenig Zeit. Das Finale dieses Buches konnte mich sehr überzeugen. 

Mittwoch, 9. Juli 2025

Rezension: „Thousand Autumns - Alte Feinde“ von Meng Xi Shi

Thousand Autums - Alte Feinde von Meng Xi Shi
Quelle: Bramble
„Thousand Autumns - Alte Feinde“ von Meng Xi Shi ist der zweite Band der gleichnamigen Reihe, in der es um Shen Qiao und Yan Wushi geht. Es ist eine Light Novel mit Illustrationen, die im Mai 2025 bei Bramble erschienen ist. 

Weiterhin versucht Yan Wushi Shen Qiao auf den dämonischen Pfad zu führen. Immer wieder wird Shen Qiao in Kämpfe verwickelt, die seine Heilung zurückwerfen und doch scheint er auch jedes Mal mehr seiner Kampfkünste zurückzugewinnen. Doch auch Yan Wushi muss immer wieder seinen Platz im Jianghu verteidigen. Von Intrigen und Machtkämpfen umgeben, ist es nicht immer leicht Freund und Feind zu unterscheiden und doch entsteht eine besondere Verbindung zwischen diesen unterschiedlichen Kämpfern. 

Der zweite Band knüpft direkt an den ersten Band an. Das mag ich meist nicht so, weil die Handlung einfach mittendrin aufhört und es keinen Handlungsstrang gibt, der abgeschlossen worden ist. Die Bände erscheinen allerdings zügig hintereinander, so dass ich gut damit leben kann. 
In diesem zweiten Teil geht es daher mit den Kämpfen direkt weiter und diese kommen in diesem Buch auch nicht zu knapp. Es gibt zwischendrin nur kurze Verschnaufpausen, bevor die nächste Herausforderung wartet. Die Reihe ist vom Ehrenkodex der Kampfkünstler geprägt und geizt nicht mit übertriebenem Drama. Das Jianghu hat seine eigenen Regeln, die sich deutlich von der Welt der Normalsterblichen abheben. 

Mittwoch, 21. Mai 2025

Rezension: „Secrets of the Sand & Sea“ von Clara Sutton

"Secrets of the Sand and Sea" von Clara Sutton
Quelle: Lonely Fox Press / Clara Sutton
„Secrets of the Sand & Sea“ von Clara Sutton ist der Auftakt der „A World of Lost Magic“-Dilogie und dreht sich um die Suche nach dem Grab einer Halbgöttin. Erschienen ist der Fantasy-Roman im Oktober 2024 bei Lonely Fox Press. 

Etta von Claremont ist die Tochter eines weltweit berühmten Archäologen und brennt darauf sich einen Namen für sich selbst zu erarbeiten. Als ein Paket für ihren Vater abgegeben wird, kann sie nicht widerstehen und kommt so in den Besitz eines potenziell magischen Artefaktes, dass zum Grab der Halbgöttin Syvis führen soll. Von ihrer Neugierde angetrieben, begibt sie sich auf die Reise und trifft dabei auf den gutaussehenden Schatzjäger und Dieb Edmond Kay. Die Umstände zwingen die beiden dazu zusammenzuarbeiten, denn Etta ist nicht die einzige, die sich auf die Suche nach dem Grab begeben hat und die Macht von Syvis darf nicht in die falschen Hände geraten. 

Dieses Buch habe ich durch Zufall beim Störbern entdeckt und die „Mumien“-Vibes des Klappentextes haben mich sehr angesprochen. Ich bin gut in die Geschichte rein gekommen und fand die Welt direkt interessant. Für mich muss sich Fantasy irgendwie natürlich und selbstverständlich anfühlen. Die Anlehnungen an unsere Welt sind gut erkennbar. Es gibt Trolle, Fae und Elfen und doch findet man sich direkt zurecht. 
Die Spannung steigert sich kontinuierlich. Es beginnt mit einer kurzen Einführung, doch dann kommt die Geschichte schnell in Fahrt. Es ist aus Ettas Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben. Dadurch entgeht einem einiges an Informationen. Der Klappentext gibt einem genau das, was versprochen wurde. Es ist Abenteuer, es ist Rätsel, es ist Verfolgungsjagd und doch hätte ich manchmal gerne gewusst, wie spüren die Verfolger Etta immer wieder auf. 

Mittwoch, 14. Mai 2025

Rezension: „Der Fall des Eisernen Königs“ von Ana Pawlik

Quelle: Oeverbos
Mit „Der Fall des Eisernen Königs“ erscheint der dritte Teil der Österreich-Saga von Ana Pawlik. In diesem geht es um den Kampf von Rudolf von Habsburg und Premysl Ottokar um die Macht in Österreich. Erschienen ist dieser Historische Roman im Februar 2025 im Oeverbos Verlag. 

Rudolf von Habsburg gilt als schwach und doch wurde er zum König des Heiligen Römischen Reiches gewählt. In dieser Funktion steht ihm auch die Macht über Österreich zu, doch dort hat in den letzten Jahren Premysl Ottokar geherrscht und dieser ist nicht bereit, dieses Privileg aufzugeben. Ein Streit zwischen den beiden Machthabern entbrennt, dessen Auswirkungen sowohl unter den Adligen als auch dem einfachen Volk zu spüren sind. Auch ins Ennstal reicht dieser Konflikt, wo der entflohene Knecht Claus zusammen mit weiteren Vogelfreien versucht, in der Wildnis des Waldes ein eigenes Gehöft aufzubauen. Ännlin, die auf der Burg Losenstein lebt, unterstützt ihn bei seinem Unterfangen, doch sie gerät ins Visier von Irenfried von Styra und so auch das Gehöft im Wald, das immer wieder in Gefahr gerät aufzufliegen. 

Der finale Band der Österreich-Saga ist erschienen. Die Autorin hat die Reihe allerdings so gestaltet, dass man diesen auch unabhängig von den ersten beiden Teilen lesen kann. Wichtige Informationen aus den Vorgängerbänden sind so eingebaut, dass man alle wichtigen Informationen für das Verständnis der Geschichte hat. Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und konnte mir alles wunderbar vorstellen. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und gut verständlich. 
Es gibt zwei Handlungsstränge im Roman, die sich immer wieder abwechseln. Zum einen erleben wir die historischen Ereignisse, die zur Machtübernahme der Habsburger in Österreich führen, zum anderen, wie sich wie Claus und Ännlin um ihren Platz in dieser sich ständig verändernden Welt kämpfen. 
Durch die unterschiedlichen Perspektiven im Buch habe ich einen umfangreichen Einblick in jene Zeit erhalten. Dies reicht von den politischen Verhätnissen und Allianzen bis hin zu dem Leben des einfachen Volkes. Ich habe etwas über das Leben auf einer Burg und in der Stadt erfahren, sowie dem Leben auf einem Bauernhof und im Dort oder auch dem Leben als Vogelfreier in der Wildnis. Teilweise kam es hier zu Wiederholungen, die mich etwas gestört haben. 

Mittwoch, 7. Mai 2025

Rezension: „Pantopia“ von Theresa Hannig

„Pantopia“ von Theresa Hannig
Quelle: Fischer Tor
In „Pantopia“ von Theresa Hannig geht es um die Schaffung einer fairen und gerechten Weltrepublik durch eine KI. Erschienen ist der Roman im Februar 2022 bei Fischer Tor und 2023 wurde dieser mit dem Seraph „Bestes Buch“ ausgezeichnet. 

Patricia Jung und Henry Shevek nehmen an einem Wettbewerb der Firma DIGIT teil. Sie sollen eine Trading-Software entwickeln, die selbstständig an der Börse investieren kann und dabei besonders gute Ergebnisse erzielt. Doch ein Fehler im Code sorgt immer wieder dafür, dass die Software von ihrem Ziel abkommt. Dieser wird Einbug genannt und entpuppt sich als erste starke künstliche Intelligenz auf diesem Planeten, die einen kühnen Plan fasst: Die Gründung der Weltrepublik Pantopia, dessen Ziel die Abschaffung der Nationalstaaten und die universelle Durchsetzung der Menschenrechte ist. 

Nachdem Theresa Hannig in diesem Jahr wieder einen Seraph gewonnen hat, wurde es nun wirklich Zeit, dass ich endlich ein Buch von ihr lese. 
Der Prolog aus der Sicht von Einbug macht direkt neugierig auf die Ereignisse, die zu seiner Entstehung geführt haben. Der Schreibstil war für mich eingängig und ich konnte mir alles gut vorstellen. Die Erklärungen waren verständlich und ich konnte den Entwicklungsschritten der KI gut folgen. 
Die Ereignisse erleben wir einerseits durch Kapitel, in denen wir Henry und Patricia folgen und andererseits durch Kapitel aus der Sicht von Einbug. Ich mochte diese Abwechslung und das wir einen tiefen Einblick in die Vorgehensweise und Argumentation von Einbug bekommen. Während ich anfangs mit einer gewissen Faszination gefolgt bin, wurde es zum Ende hin richtig spannend und obwohl der Ausgang der Geschichte an sich klar war, habe ich auf diesen letzten Seiten extrem mitgefiebert. 

Mittwoch, 16. April 2025

Rezension: „Thousand Autumns - Tiefer Fall“ von Meng Xi Shi

Thousand Autumns - Tiefer Fall von Meng Xi Shi
Quelle: Bramble
In „Thousand Autumns - Tiefer Fall“ von Meng Xi Shi geht es um die beiden Kampfkünstler Shen Qiao und Yan Wushi, die unterschiedlichen Lehren folgen. Es handelt sich um eine Light-Novel, die den Genres Danmei und Wuxia zugeordnet wird. Erschienen ist das Buch im März 2025 im Bramble-Verlag.

Yan Wushi, Anführer der dämonischen Huanyue-Schule, ist einer der stärksten Kampfkünstler und hat seine Kultivierung auf eines der höchsten Level gebracht. Als Zyniker geht er davon aus, dass jeder Mensch grausam und egoistisch ist. Behauptet jemand das Gegenteil, ist diese Person naiv oder lügt.
Shen Qiao hingegen ist Anhänger der daoistischen Lehre und Anführer der Xuandu-Schule. Er sieht das Gute im Menschen, ist bescheiden und gütig und hilft Menschen, die in Not geraten sind.
Yan Wushi findet Shen Qiao nach einer schweren Niederlage im Kampf am Fuße des Banbu-Berges. Als er merkt, dass Shen Qiao sein Gedächtnis und sein Augenlicht sowie einen Großteil seiner Kampfkünste verloren hat, fasst er einen niederträchtigen Plan. Er gibt sich als Shen Qiaos Meister aus und möchte ihn zu den dämonischen Künsten ziehen und ihn von seiner Sicht auf die Menschheit überzeugen. 

Auf dieses Buch bin ich auf einer Verlagsvorstellung im Rahmen der Leipziger Buchmesse aufmerksam geworden. Das ist glaube ich das erste Mal, dass ich ein Buch nur auf Grund des Äußeren haben wollte. Ich bin allerdings sehr froh, dass mich dann auch der Inhalt neugierig gemacht hat. Und hey, es spielt 575 n. Chr. und ist somit historisch.
Ich habe etwas gebraucht, um hineinzufinden, da das Setting und Genre für mich komplett neu waren. Es gibt viele Fußnoten und Illustrationen, die für einige Ablenkung sorgen, aber auch wertvollen zusätzlichen Input geben. Die bildliche Sprache sorgte für ein reges Kopfkino und ich dachte mir nicht nur einmal, dass dieses Buch einen wunderbaren Anime ergeben würde, welche ich in meiner Kindheit häufig gesehen habe.
Für mich hat sich die Erzählweise auch etwas episodenhaft angefühlt. Ich habe Shen Qiao auf seiner Reise begleitet und er begegnet dann immer wieder Leuten, wie z.B. den Obdachlosen Chen Gong und wird von anderen Obdachlosen angegriffen. Trotz seines schwachen Zustandes und seiner Blindheit schafft er es in den unterschiedlichsten Situationen seine Kampfkünste zu benutzen und sich zu wehren. Mit Fortschreiten der Geschichte nehmen die Kämpfe an Intensität zu. Und das sind jetzt keine Kämpfe, wie man sie z.B. aus einem Krimi kennt. Nein, es sind natürlich Kampfkünste mit Techniken, die so blumige Namen haben wie „Drei Teile in musikalischer Harmonie“ oder auch die Fingertechnik „Frühlingsbäche“.