Mittwoch, 14. Januar 2026

Rezension: „The Lion Women of Tehran“ von Marjan Kamali

„The Lion Women of Tehran“ von Marjan Kamali
Quelle: Simon & Schuster UK
„The Lion Women of Tehran“ von Marjan Kamali ist ein Roman über Freundschaft, Verrat und Versöhnung und verfolgt die Geschichte Teherans und Irans über drei Jahrzehnte. Erschienen ist der Roman im November 2024 bei Simon & Schuster. 

Tehran, 1950er: Ellie zieht gemeinsam mit ihrer Mutter in ein neues Viertel als ihr Vater stirbt. Dort fühlt sie sich zunächst sehr einsam, denn ihre Mutter trauert dem alten Leben im Reichtum sehr nach. Doch dies ändert sich als sie in die Schule kommt und an ihrem ersten Tag Homa kennenlernt. Beide werden schnell beste Freunde, spielen zusammen, lernen kochen und besuchen den Bazar. Ihre Wege trennen sich zunächst als Ellies Mutter erneut heiratet und sie wieder zur Elite der Gesellschaft gehört. Doch Homa schafft es durch ihren Ehrgeiz und ihre Intelligenz an die Eliteschule, zu der auch Ellie geht. Beide nehmen ihre Freundschaft wieder auf, doch es stellt sich heraus, dass sie sehr unterschiedliche Ziele für ihre Zukunft haben. Als die politischen Unruhen im Iran immer stärker werden, hat ein Verrat enorme Konsequenzen und wird zu einer harten Belastungsprobe für diese Freundschaft. 

Dieses Buch habe ich auf Grund der aktuellen Nachrichten aus dem Iran nochmal angefangen und diesmal war es der richtige Zeitpunkt. Ich bin durch die ersten Seiten geflogen und habe mich an der Freundschaft der beiden 7jährigen Mädchen erfreut, die gemeinsam zur Schule gehen. 
Zu Beginn wird der Roman aus Elahehs (Ellies) Sicht beschrieben. Im Verlaufe des Buches kommt Homas Sichtweise hinzu. Die Freundschaft der beiden Mädchen steht im Vordergrund, dennoch habe ich einiges über das Leben und die Veränderungen in Teheran und Iran erfahren. Dadurch ist es auch ein politisches Buch, aber ich finde eines, dem man gut folgen kann und das nicht zu sehr ins Detail geht. Dennoch spielen die Konsilidierung der Macht des Shahs, die Islamische Revolution und Proteste in diesem Buch eine Rolle. 
Während des Lesens hätte ich mir manchmal mehr Input zu den politischen Ereignissen gewünscht, aber am Ende muss ich doch sagen, hat es genauso gepasst, wie die Geschichte erzählt wurde. Mich hat dieses Buch sehr berührt, dadurch, das eben diese zwischenmenschliche Beziehung im Vordergrund steht. Ich denke, das ist etwas, mit dem sich auch mehr Menschen identifizieren können. 
Ich mochte sehr das beide so unterschiedlich sind und dennoch gibt es diese Freundschaft die beide verbindet und es gab auch immer wieder die Momente, wo beide dann doch wieder ein gemeinsames Ziel verbunden hat. Als sich die beiden Mädchen kennenlernen, kommen sie aus unterschiedlichen Welten, spornen sich allerdings beim Lernen an. Sie bringen sich gegenseitig dazu, über Dinge nachzudenken, die ihr zukünftiges Leben beeinflussen. Elaheh kommt dabei aus einer reichen und privilegierten Familie, möchte später heiraten und nicht viel mit Politik zu tun haben. Homa hingegen ist in einem ärmeren Viertel aufgewachsen und schon früh mit Politik in Berührung gekommen. Die Rechte der Frauen sind ihr wichtig und dafür ist sie auch bereit zu kämpfen. 
Die Autorin hat iranische Wurzeln. Im Nachwort erzählt die Autorin davon, wie sie zu dieser Geschichte gekommen ist und wie die Nachrichten aus dem Iran während des Schreibprozesses diese beeinflusst haben. 

Fazit: Ein Buch über die Freundschaft zweier Mädchen und später Frauen, die über die Jahrzehnte viele Höhen und Tiefen erlebt und auf zwischenmenschlicher Ebene einen Zugang zum Kampf der Iraner*innen um Freiheit und Rechte schafft. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Titel: The Lion Women of Tehran
Verlag: Simon & Schuster UK
Autor*in: Marjan Kamali
Erscheinungsdatum: 21.11.2024
ISBN: 9781398534766

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