Samstag, 28. August 2021

Rezension: „We Free the Stars“ von Hafsah Faizal

Quelle: Farrar, Straus and Giroux
„We Free the Stars“ von Hafsah Faizal ist der zweite Teil der „Sands of Arawiya“-Reihe, in dem es um Arawiya und den Kampf um die Wiederherstellung der Magie geht. Erschienen ist der Roman bei Farrar, Straus and Giroux im Januar 2021. 

Der Kampf auf Sharr ist beendet und den Arz, einen dunklen mystischen Wald, gibt es nicht mehr. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Altair ist Gefanger des Lion of the Night und die Gruppe rund um Nasir und Zafira macht sich auf den Weg, um die Herzen der Sisters of the Old an ihren rechtmäßigen Platz zu bringen, damit es wieder Magie in Arawiya gibt. Auf ihrem Weg werden Nasir und Zafira auf Probe gestellt. Zafira ist an den Jawarat, ein Buch, gebunden und hört Stimmen. Sie muss Acht geben, dass das Chaos nicht die Oberhand gewinnt. Nasir war die letzten Jahre der Prince of Death und hat den Tod zu vielen Menschen gebracht. Eine dunkle Macht schlummert in ihm und er muss lernen diese zu beherrschen. 

Was für ein Buch und was für eine Reihe. Dies ist ein Buch, dass erst so richtig an Kraft gewinnt, je mehr man es auf sich wirken lässt und darüber nachdenkt. Das mag ein wenig anstrengend klingen, aber es lohnt sich. 
Das Buch lässt sich insgesamt gut lesen, auch wenn der Wortschatz nicht ganz einfach ist und ich erst wieder ein Gefühl für die eingestreuten arabischen Begriffe entwickeln musste. Die Autorin spielt mit der Sprache und den Bedeutungen von Worten. Leider gibt es die Reihe derzeit nur auf englisch und auch ein Glossar fehlt im Buch, dies gibt es allerdings im Internet und dort werden die wichtigsten Ausdrücke und Begriffe erklärt. 
Die Welt von Arawiya konnte ich mir sehr gut vorstellen. Die Reihe ist am alten Arabien angelehnt und ich finde, das merkt man auch, insbesondere bei den Wesen, die im Buch vorkommen. Es gibt Si‘lah, Mariden und Ifriten, die ich alle schon in den Büchern von Akram El-Bahay kennengelernt habe, die hier allerdings auch ein wenig anders sind und neue Facetten dazu gewinnen. Es gibt einen Sultan, es gibt Minarette, es werden Scimitar und Jambiya genutzt und noch einiges mehr. Ich hatte ein wahres Kopfkino und könnte mir die Reihe auch sehr gut als Film vorstellen. Es ist ganz eindeutig Fantasy, aber die Welt wirkte dennoch sehr real auf mich. 
Das Spannungslevel variiert. Es gibt immer wieder sehr spannende Szenen mit Kämpfen und unvorhergesehenen Entwicklungen, aber es wird sich auch Zeit genommen, sich die Geschichte entwickeln zu lassen. Es geht in dem Buch sehr viel um Selbstreflektion, jeder Charakter hat seine ganz eigenen Motive, um für das selbe Ziel zu kämpfen, jeder hat seine eigenen inneren Kämpfe zu bestehen und muss seinen Platz im Gesamtgefüge finden und dies geht nicht ohne Fehler vonstatten. 
Je mehr ich über dieses Buch nachdenke, umso mehr gibt es mir. Das Buch hatte so eine Tiefe, über die man noch sehr lange nachdenken kann, wenn man will. Freundschaft, Vertrauen, Ehrlichkeit und Zusammenhalt sind wichtige Themen im Buch. Es ist eine sehr ungewöhnliche Truppe entstanden, die dennoch gemeinsam funktioniert. Keine Charakter war einfach. Jeder hatte zwar eine gewisse Rolle zu erfüllen, jeder musste aber auch erstmal den Weg dorthin finden, jeder hatte Gutes als auch Böses in sich, jeder hatte Erlebnisse, die einen geprägt haben und dies wurde auch beim Bösewicht durchgezogen. Es gibt eine Hintergrundgeschichte, die diesen greifbarer macht, die einen mitfühlen lässt, die einen zu einem gewissen Grad Verständnis aufbringen lässt und das sind doch eigentlich die besten Bösewichte; die, die wir irgendwie auch verstehen. 
In dem Buch gibt es eine ganze Menge tolle Repräsentation. Es ist eine Own-Voice Autorin, wir haben PoC-Charaktere, es gibt einen asexuellen Charakter, tolle Freundschaften, eine tolle Liebesgeschichte und noch vieles mehr. Bei der Liebesgeschichte hatte ich zeitweise etwas Angst, dass es mir zu viel wird, aber letzten Endes hat das Buch immer wieder die Kurve bekommen und es waren wirklich schöne Szenen dabei. 
Insbesondere beim asexuellen Charakter wirkte alles so passend. Es wirkte einfach natürlich und richtig, es wurde nicht negativ dargestellt und es wurde nicht so dargestellt, dass dieser Person dadurch irgendwas im Leben fehlt. 
Am Ende des Buches gibt es eine kurze Danksagung. Weiteres Zusatzmaterial findet sich im Buch nicht. Wie bereits weiter oben erwähnt, gibt es online ein Glossar zu finden und die Personenanzahl ist überschaubar genug, so dass ein Personenverzeichnis nicht nötig ist. Viele Begriffe werden auch direkt im Buch erklärt oder ergeben sich aus dem Kontext. 

Fazit: Eine Reihe, die für mich zwar erst mit Voranschreiten der Geschichte so richtig an Kraft gewonnen hat, die mich letzten Endes aber vollkommen überzeugen konnte. Arawiya ist eine Welt, die sehr real wirkt und die man sich sehr gut vorstellen kann. Wer tiefgehende Charaktere und ein arabisches Setting sehr mag, ist hier genau an der richtigen Adresse. 
 
Weitere Meinungen zum Buch findet ihr hier:

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Titel: We Free the Stars
Verlag:Farrar, Straus & Girous
Autor: Hafsah Faizal
Reihe: Sands of Arawiya #2
Erscheinungsdatum: 19.01.2021
ISBN: 9780374311575