![]() |
| Quelle: Lübbe |
Ein unschätzbar wertvoller Schatz und ein Kunstwerk, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Nach der Eroberung Mailands gelingt Reinald von Dassel, dem mächtigen Erzbischof von Köln, ein Coup: Er spürt die Gebeine der Heiligen Drei Könige auf und überzeugt Kaiser Barbarossa, dass er diese in sein Erzbistum mitnehmen darf. Jahre später ist Köln überlaufen von Pilgern, die sich von den Reliquien Heilung versprechen. Noch liegen die Gebeine in einer unscheinbaren Kiste. Doch längst ist den Mächtigen der herausragende Ruf des Verduner Goldschmieds Nicolaus zu Ohren gekommen. Er soll einen Schrein schaffen, der den wertvollen Reliquien und der Stadt, in der sie aufbewahrt werden, alle Ehre macht. Die Kölner Goldschmiede sind jedoch alles andere als begeistert, dass ein Fremder ihnen den lukrativen Auftrag vor der Nase wegschnappt ...
Historische Romane von Sabine Weiß sind bei mir gesetzt, egal um welche Zeit und welchen Ort es geht. Der Prolog ist bereits spannend und hebt die Bedeutung der Gebeine der Heiligen Drei Könige hervor. Ich war sofort in der Geschichte drin und konnte mir alles wunderbar vorstellen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und lässt die Seiten nur so dahinfliegen. Erzählt wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven, so dass man einen ausführlichen Einblick in die Ereignisse rund um die Entstehung des Schreines erhält und viel über die Stadt Köln erfährt.
Ein langer Zeitraum wird geschildert und viele unterschiedliche Themen werden behandelt. Die Goldschmiedekunst und das Voranschreiten der Arbeiten nehmen einen großen Teil des Buches ein, aber auch die politischen Themen jener Zeit werden mit eingebunden sowie die Besonderheiten als auch die Heiligen der Stadt Köln. Auf jeder Seite merkt man das hier viel Wissen und Recherche eingeflossen ist.Viele tolle Figuren tragen dazu bei, dass ich den Ereignissen gerne gefolgt bin. Allen voran Nicolas von Verdun und seine Familie. Zu Beginn befindet er sich an einem schweren Punkt in seinem Leben und hadert mit seinem Glauben. Der Neubeginn in Köln wird ihm nicht leicht gemacht und doch hat er mit seiner Art Verbündete gefunden, die es ihm ermöglichen in Köln Fuß zu fassen, dazu gehören Magister Jilles oder auch Aron ben Elsier. Seine Tochter Anne entwickelt sich zu einer tollen jungen Frau, die wissbegierig ist und viel über Kräuter und ihre Heilwirkung lernt.
Mit Louis, seinem ältesten lebenden Sohn, habe ich einen Charakter gefunden, den ich leidenschaftlich verabscheuen konnte und in dieser starken Form hatte ich das schon lange nicht mehr. Die Goldschmiedekunst gefällt ihm nicht und er wäre lieber ein Kämpfer geworden. Sein Onkel Charles übt keinen guten Einfluss auf ihn aus.
Einige Figuren sind sehr plötzlich verschwunden aus der Geschichte, was ich schade fand oder es gibt auch Dinge, die nur kurz erwähnt werden, wo ich mir eine ausführlichere Szene gewünscht hätte. Im Nachwort erwähnt Sabine Weiß, dass es viele historische Ereignisse gab, die in die Zeit der Erschaffung des Dreikönigsschreines gefallen sind und daher ist das sicher auch damit zu erklären. Darüber hinaus erzählt sie dort ein bisschen was zur Recherche und natürlich auch zu Fiktion und Wahrheit. Außerdem gibt es ein Personenverzeichnis, ein Glossar und ein Literaturverzeichnis mir Fachliteratur zu den behandelten Themen in diesem Buch.
Fazit: Wieder einmal ein toller historischer Roman aus der Feder von Sabine Weiß, der mich gut unterhalten hat und Lust auf einen Besuch im Kölner Dom und zum Dreikönigsschrein gemacht hat.
[#WERBUNG]
Verlag: Lübbe
Autor*in: Sabine Weiß
Erscheinungsdatum: 02.03.2026
ISBN: 978-3-7577-0184-0

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hinweis: Beim Senden deines Kommentars werden Daten gespeichert. Bitte lese daher die Datenschutzerklärung. Mit Abschicken deines Kommentars erklärst du dich mit dieser einverstanden.