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Mittwoch, 13. Mai 2026

Rezension: „Mord in der Wiener Werkstätte“ von Beate Maly

„Mord in der Wiener Werkstätte“ von Beate Maly
Quelle: emons
„Mord in der Wiener Werkstätte“ von Beate Maly ist der Auftaktband einer neuen historischen Krimi-Reihe rund um Liliane Feigl und den Kommissar Max von Krause. Erschienen ist dieser im März 2024 bei emons. 

Wien, 1906: Die junge Fälscherin Lili wird bei einem Diebstahl erwischt. Um einer Strafe zu entgehen, verspricht sie Kommissar Max von Krause, sich eine ordentliche Arbeit zu suchen. Durch Zufall ergattert sie eine Aushilfsstelle in der legendären Wiener Werkstätte und ist begeistert vom Ideenreichtum der dort arbeitenden Frauen. Doch die kreative Idylle trügt: Eines Morgens findet Lili eine der Künstlerinnen erschlagen auf. Ihr Sinn für Gerechtigkeit ist geweckt, und während der fesche von Krause gleich mehrere Fälle zu lösen hat, nimmt Lili die Ermittlungen selbst in die Hand... 

Beate Maly hat im letzten Jahr den bronzenen Homer für „Mord im böhmischen Prater“ erhalten und ist mit dem zweiten Band dieser Reihe auch in diesem Jahr wieder nominiert. Das hat mich neugierig gemacht und gerade bei Krimi-Reihen bin ich eher late to the party, aber mittlerweile kann ich doch auch sagen, dass mir auch dieses Genre ganz gut gefällt. 
Ich bin gut ins Buch reingekommen und habe mich umgehend nach Wien versetzt gefühlt. Das Buch spielt zur Zeit der k.u.k. Monarchie, die ihre glänzendsten Zeiten allerdings schon hinter sich hat und in der die Unterschiede zwischen Arm und Reich gravierend sind. 
Mit gerade einmal 256 Seiten ist es ein für mich sehr kurzer Roman und ein Krimi der dementsprechend nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Die Handlung schreitet schnell voran und dennoch gibt es auch kleinere Nebengeschichten, die einem die Protagonisten dieser Reihe näher bringen. Ich hätte mir tatsächlich sogar ein paar mehr Seiten gewünscht. Ermittlungsarbeit ist in diesem Roman etwas kurz gekommen und die Auflösung des Falles wird durch einen unglücklichen Umstand beschleunigt. 

Samstag, 2. November 2024

Rezension: „Hildegard von Bingen und das Siegel des Königs“ von Andreas J. Schulte

Hildegard von Bingen und das Siegel des Königs
Quelle: emons
In „Hildegard von Bingen und das Siegel des Königs“ von Andreas J. Schulte geht es um die Novizin Elisabeth, die einen Mord im Kloster Disibodenberg aufklärt. Erschienen ist der Historische Krimi im April 2023 bei emons. 

Spätsommer 1151: Hildegard von Bingen wird ins Kloster Disibodenberg gerufen, um den Verhandlungen über die Thronfolge beizuwohnen. Kurz nach ihrer Ankunft gibt es einen Toten. Einiges deutet auf Mord hin. Mit ihren medizinischen Kenntnissen versucht sie dem Täter auf die Spur zu kommen, doch schnell gerät sie selbst in Verdacht. Nun ist es an ihrer Novizin Elisabeth den Fall aufzuklären. Trotz ihres jungen Alters besitzt sie die Fähigkeiten und Kenntnisse um erfolgreich zu sein. 

Nach der grandiosen Kurzlesung bei der „Lesung der Nominierten des Goldenen Homers“ in Lübeck war ich sehr gespannt auf dieses Buch rund um Hildegard von Bingen und die Novizin Elisabeth. 
Ich bin auch gut in die ersten Seiten reingekommen. Mit dem Prolog erzeugt der Autor direkt eine düstere Stimmung und regt zu ersten Spekulationen über die kommenden Ereignisse an. Anschließend geht es erstmal gemütlicher weiter und die Protagonisten werden eingeführt. Die Beschreibungen der Landschaften haben mir sehr gefallen und ein lebendiges Kopfkino entstehen lassen. 
Der Krimi wartet mit vielfältigen Informationen zur politischen Lage jener Zeit und dem Kloster, das Hildegard von Bingen aufbaut, auf. Das Leben im Kloster mit seinen Gebeten und der Arbeit wird ausführlich beschrieben und ich habe einige neue Begriffe gelernt. Das hat mir gut gefallen und ich empfand es insgesamt als gut dosiert. 

Samstag, 28. September 2024

Rezension: „Das Blutgericht von Köln“ von Ingo Gach

Das Blutgericht von Köln von Ingo Gach
Quelle: emons
In „Das Blutgericht von Köln“ erzählt Ingo Gach die Geschichte von Seyfrid von Viskenich, der die Unschuld seines Vaters beweisen will und so die Ehre seiner Familie wiederherstellen möchte. Erschienen ist der Krimi im September 2023 bei emons. 

Köln, 1193: Als Seyfrid von Viskenich vom Blutgericht und dem Tod seines Vaters erfährt, bricht er sein Studium der Medizin in Italien ab und kehrt nach Köln zurück. Dort soll sein Vater den reichen Salzhändler Hackenbroich im Streit getötet haben – alles spricht gegen ihn: es gab einen Augenzeugen und das Familienschwert steckte in der Brust des Opfers. Doch Seyfrid glaubt nicht an seine Schuld und nimmt heimlich die Ermittlungen auf. Um in die Stadt zu gelangen, muss er jedoch eine falsche Identität annehmen, da seine Familie geächtet wurde. 

Nominiert für den „Goldenen Homer“ habe ich diesen historischen Krimi tatsächlich noch vor der Preisverleihung in Lübeck gelesen. Am Abend davor durfte ich Ingo Gachs Kurzlesung im Scharbausaal lauschen. 
Der Einstieg ist gut gelungen, auf die Leiche muss nicht lange gewartet werden und alles scheint sehr eindeutig zu sein. Doch erfahrene Krimileser*innen ahnen, dass die Dinge nicht so einfach sind. Im Anschluss lernte ich den Sohn des vermeintlichen Täters, Seyfrid, kennen und begleitete ihn auf seiner beschwerlichen Reise zurück in die Heimat. Die Beschreibungen sind so lebendig, dass ich oft das Gefühl hatte, mitten im Geschehen zu sein. 
Anfangs ist das Erzähltempo eher gemächlich, da nach und nach alle wichtigen Figuren eingeführt werden und sich mit Fortschreiten der Geschichte erst allmählich ein Gesamtbild zusammensetzt. Zum Ende hin überschlagen sich dann die Ereignisse und es wird richtig spannend. 

Samstag, 11. November 2023

Rezension: „Feuer in der Hafenstadt“ von Anja Marschall

"Feuer in der Hafenstadt" von Anja Marschall
Quelle: emons
„Feuer in der Hafenstadt“ von Anja Marschall ist der erste Fall, in dem Hauke Sötje ermittelt. Erstmals erschienen ist der Roman im Jahre 2012 beim Dryas Verlag. Die Neuauflage unter neuem Titel erschien 2021 bei emons. 

Glückstadt, 1894: Als Hauke Sötje in der Stadt ankommt, hat er eigentlich nur eines im Sinn: das Grab seiner Familie aufsuchen und dann selber den Weg in den Tod gehen. Etwas anderes bleibt ihm auch nicht über, nachdem er als Kapitän als Einziger den Untergang seines Schiffes überlebt hat. Doch dann wird er in die undurchsichtigen Ereignisse rund um die neue Heringsfischerei hineingezogen. Er wird beauftragt herauszufinden, wer das Vorhaben, das Glückstadt zu einer angesehenen Stadt machen soll, sabotieren möchte. Hierbei kommt ihm die Fabrikantentochter Sophie Struwe zur Hilfe, dessen Familie selber in den Strudel dieser Verschwörung gerät. 

Nachdem ich in den vergangenen Monaten des öfteren die Mörderischen Schwestern besucht habe und dabei auch Anja Marschall live erleben durfte, wurde es endlich mal Zeit, dass ich ein Buch von ihr lese. 
Mit dem Anfang dieses Krimis habe ich mich ein wenig schwer getan. Die Ereignisse waren zwar interessant, aber es war mir irgendwie zu viel, was ich einfach als gegeben hinnehmen musste. Hauke Sötje war auf diesen ersten Seiten ein aussichtsloser Fall und die Fabrikantenfamilie war mir ein wenig zu viel Klischee. Erst als der Fall so richtig in Schwung kommt und Hauke Sötje als Sonderermittler in Erscheinung tritt, wurde das Buch für mich spannender. Nun gab es eine Obduktion, es wurde bewusst Spuren nachgegangen und es war nicht mehr so extrem viel Zufall dabei wie am Anfang.