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| Quelle: Goldmann |
Frankreich 1297: Während der Papst und der französische König einen erbitterten Machtkampf austragen, werden der Ritter Constantin Fleury, die Goliardin Mélisande und der Templer Gérard d’Acre von den Schatten ihrer Vergangenheit eingeholt. Feinde Constantins entführen Mélisande und seine schwangere Frau Agnès. Für die beiden Frauen beginnt ein Kampf ums Überleben. Um sie zu retten, muss Constantin sich hoch verschulden. Sein Freund Gérard, der sich auf einer heiklen Mission für den Templerorden befindet, hilft ihm, das Lösegeld nach Flandern zu bringen. Die rebellische Grafschaft taumelt am Rande eines Krieges, der Kronvasall Constantin gilt den Aufständischen als Todfeind. Auf der gefahrvollen Reise wird Gérard zudem mit alten Sünden konfrontiert und droht, an seiner Schuld zu zerbrechen …
Historische Romane von Daniel Wolf lese ich immer gerne und auch der Einstieg in diesen Roman war gut gewählt. Templer Gérard wird Zeuge des Beginn eines Zwistes zwischen dem Papst und dem französischen Lilienthron. Zusammen mit einem kurzen Abriss über den historischen Hintergrund wird eine gute Grundlage für den weiteren Verlauf der Geschichte geschaffen.
Der Roman hat unterschiedliche Perspektiven und folgt den verschiedenen Handlungssträngen. Viele lieb gewonnene Charaktere, aber auch altbekannte Feinde, lassen viel Spannung aufkommen. Frankreich, Flandern, Zypern und Armenien sind die Handlungsorte, die zusätzlich für Abwechslung sorgen. Insbesondere Armenien hat mir gefallen, weil ich darüber noch nicht so viel gelesen habe.
So ist das Buch insgesamt thematisch breit aufgestellt. Neben Abenteuer und dem Leben eines Ritters mit eher kleinem Gut, gibt es natürlich Infos zu den Templerorden und in welchem Zustand sich dieser Ende des 13. Jahrhhunderts befindet. Der Konflikt zwischen dem Papst und dem Lilienthron und die kriegerische Auseinandersetzung mit Flandern spielen eine Rolle. Die Modernisierungen des Staates durch Philippe den Schönen bekommen ihren Raum.
Constantin ist erwachsener geworden und bemüht darum, in der Gunst des Königs aufzusteigen und so seine Familie besser versorgen zu können. Gérard wird in diesem Teil mit seiner Vergangenheit konfrontiert und Freundschaften werden auf eine harte Probe gestellt. Musa muss sich einer schweren Aufgabe in Armenien ohne seinen Freund Gérard stellen. Mélisande und Agnès müssen während ihrer Entführung viele Ängste durchstehen und die Goliarden zeigen welcher Zusammenhalt in ihrer Gemeinschaft steckt.
Die Bösewichte in diesem Roman fand ich vielschichtig gestaltet, was mir sehr gut gefallen hat. Einer kann gut lügen, mag Kinder und würde sich niemals eine Frau mit Gewalt nehmen, einen Jugendlichen töten ist hingegen kein Problem. Ein anderer ist von seiner Rache getrieben und hat viele Prinzipien über Bord geworfen, nur das eigene Leben muss um jeden Preis gerettet werden. Wiederum ein weiterer ist seinem Fanatismus noch mehr verfallen, legt seinen Finger aber dennoch in die Wunde eines echten Problems.
Die Entwicklungen im Roman haben mir größtenteils gut gefallen, außer einer, die mir so gar nicht zugesagt hat, die ich aber, wären die Umstände andere, durchaus gefeiert hätte. Es hatte so ein bisschen Dark Romance Vibes und ich habe es so gar nicht gefühlt. Die Komponente Abenteuer hat einen hohen Stellenwert und die Historie bildet den Rahmen. Ich mochte es sehr, dass der Roman selber aufnimmt, dass diese Geschichte eines Chrétien de Troyes würdig ist. Wenn man diese jemanden erzählt, wirkt diese so ein bisschen unglaubwürdig, aber das ist ok, an der ein oder anderen Stelle, darf es auch mal etwas zu dramatisch oder zu viel Zufall/Glück dabei sein.
Fazit: Wieder einmal ein toller historischer Roman von Daniel Wolf. Die Mischung aus Abenteuer, Historie und Dramatik versprechen viele unterhaltsame aber auch spannende Lesestunden. Ich bin sehr gespannt, wann Contantin und Gérard das nächste Mal aufeinander treffen.
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Verlag: Goldmann
Autor: Daniel Wolf
Reihe: Die Templer #2
Erscheinungsdatum: 20.05.2026
ISBN: 978-3-442-31782-0

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