Samstag, 2. April 2022

Rezension: „Bright We Burn“ von Kiersten White

Quelle: Delacorte Press
„Bright We Burn“ ist der finale Band der Conqueror-Saga von Kiersten White. Ein letztes Mal begleiten wir Lada und Radu Dracul in der Walachei und dem osmanischen Reich. 

Achtung, Spoilerwarnung! Kleinere Spoiler lassen sich leider nicht vermeiden. 

Lada hat den walachischen Thron erobert. Die Straßen sind sicherer geworden, ihre Feinde hat sie beseitigt, sie baut sich eine eigene Armee auf und sie ist fokussiert darauf den walachischen Thron unter allen Umständen zu halten. Alle Verbindungen zu ihrem früheren Leben am osmanischen Hof will sie kappen. Als Mehmed ihr eine Friedendelegation schickt, sendet sie ihm diese tot zurück. Krieg scheint unvermeidbar. 
Ihren Bruder Radu beschäftigt das ungewisse Schicksal von Nazira und Cyprian, doch er wird zurück nach Konstantinopel gerufen, die neue Hauptstadt in Mehmeds vergrößertem Imperium. Als Eroberer ist Mehmed noch einsamer als jemals zuvor. Bedeutet das, dass Radus Hoffnungen doch noch erfüllt werden und er mehr mit mit Mehmed haben kann? Und die viel wichtigere Frage: Will er das überhaupt noch? 

Die ersten beiden Teile haben mich schon in ihren Bann gezogen und „Bright We Burn“ bildet da keine Ausnahme. Trotz der vielen problematischen Dinge, die die Geschichte hat, hat mich dieses Mal insbesondere Radu für sich einnehmen können und Lada hat mich ein ums andere mal geschockt. 
Ich war sofort wieder in der Geschichte drin, obwohl es etwas her ist, dass ich den zweiten Band gelesen habe. Wir sind ganz nah an den Protagonisten dran. Die Sichtweisen wechseln immer zwischen Lada und Radu. Es gibt kein Vorgeplänkel, sondern wir werden direkt in die Geschichte hineingeworfen. Jeder Band bildet einen Teilabschnitt der Geschichte, die aufeinander aufbauen und somit nicht unabhängig voneinander gelesen werden können. 
Der Spannungsbogen war fast das gesamte Buch über am Anschlag. Eine Provokation jagte die nächste und die Geschichte schaukelte sich immer mehr auf, allerdings gab es zwischendrin auch einige schöne Momente, in denen kurz durchgeatmet werden konnte. Das Ende der Geschichte sehe ich zwiegespalten. Hier wurde mir vieles zu einfach aufgelöst und es wurde der Vorgeschichte in meinen Augen nicht ganz gerecht. 
Diese Reihe lebt von ihren Charakteren. Lada und Radu sind der Mittelpunkt dieser Geschichte und ihre gemeinsame Kindheit am osmanischen Hof bildet die Grundlage. Schon immer waren beide wie Tag und Nacht und dennoch ergänzen sie sich beide auch perfekt. Es ist ein sehr schwieriges Verhältnis, dass die beiden verbindet und beide haben unterschiedliche Lehren aus den Erlebnissen ihrer Kindheit gezogen. 
Lada liebt die Walachei und würde alles für ihre Heimat tun. Stellt sich ihr jemand in den Weg, wird derjenige dafür büßen. Ihr historisches Vorbild trägt den Beinamen der Pfähler und in diesem Teil wird sie diesem Namen gerecht. Es war mir teilweise etwas zu brutal und zu grausam. Lada ist in keinem Fall ein Vorbild für eine starke Frau und dennoch hat sie mich irgendwie beeindruckt, aber viel mehr hat sie mich in Angst und Schrecken versetzt. 
Radu ist auch eher ein ambivalenter Charakter. In diesem Buch macht er nochmal eine Entwicklung durch, die mir sehr gefallen hat. Ich habe mit ihm mitgelitten, ich habe mich mit ihm, über die schönen Dinge, die ihm widerfahren, gefreut und ich mochte ihn in diesem Teil echt gerne, auch wenn er einiges mit sich rumträgt, das problematisch ist. Er repräsentiert das Gegenteil von Lada. Nicht Gewalt ist seine Sprache, sondern Allianzen, Intrigen und Diplomatie. 
Es handelt sich bei dieser Reihe um alternative Geschichte, dennoch habe ich erstaunlich viele historische Ereignisse wiedererkannt. Der Ablauf und die Jahre stimmen überhaupt nicht und in einem historischen Roman hätte mich das sehr gestört, aber dadurch, dass ich wusste, dass ich mich hier auf eine fiktive Geschichte einlasse, konnte ich gut damit leben. Allerdings habe ich in den letzten Tagen einige kritische Rezensionen zum Buch gelesen. In Hinsicht der rumänischen Kultur stimmt in dieser Reihe wohl nur sehr wenig. Ich muss mich mit dem Thema noch mehr auseinandersetzen, aber dadurch, dass der Roman im echten Rumänien des 15. Jahrhunderts spielt, ist eine gewisse Verantwortung in Hinsicht der Darstellung der Kultur durchaus gegeben. 
Als Zusatzmaterial findet sich diesmal eine Karte der Walachei und seiner Nachbarländer mit wichtigen Schauplätzen wieder und am Ende gibt es neben der Danksagung noch ein Personenverzeichnis. Ein Nachwort sucht man vergebens. Hier wird auf das Nachwort im ersten Teil des Buches verwiesen. 

Fazit: Eine Reihe, die mich trotz seiner problematischen Inhalte für sich einnehmen und begeistern konnte. Diesmal habe ich mehr mit Radu mitgefiebert und Lada hat mich mit ihrer extremen Brutalität sehr geschockt. Die Reihe ist nichts für schwache Nerven und basiert auf historischen Ereignissen in der Walachei des 15. Jahrhundert. In Bezug auf die Darstellung der rumänischen Kultur ist allerdings Skepsis angebracht. Es ist eine Geschichte, die sich sehr viele Freiheiten genommen hat.
 

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Titel: Bright We Burn
Verlag: Delacorte Press
Autor*in: Kiersten White
Reihe: The Conquerer's Saga #3
Erscheinungsdatum: 07.05.2019
ISBN: 9780553522426