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Samstag, 23. Juli 2022

Rezension: „Die Berechnung der Sterne“ von Mary Robinette Kowal

Quelle: Piper
„Die Berechnung der Sterne“ von Mary Robinette Kowal erzählt in einer Dilogie eine etwas andere Geschichte vom Weg der Frauen in die Raumfahrt. Erschienen ist der Roman bei Piper im Januar 2022. 

Als ein gewaltiger Meteorit die Erde trifft, ist nichts mehr wie es einmal war. Dr. Elma York ist eine der ersten, die auf die Folgen des Meteoriteneinschlags aufmerksam macht. In wenigen Jahrzehnten wird sich das Klima so deutlich ändern, dass ein Leben auf der Erde kaum noch möglich ist. Um das Überleben der Menschheit zu sichern, muss das Weltall erobert werden. Hierzu müssen auch Frauen ins Weltall fliegen. Kein leichtes Unterfangen in einer Zeit, in der das Denken, dass Frauen an den Herd gehören noch weit verbreitet ist. Doch Elma gibt nicht auf und nach einiger Zeit kann sie erste Erfolge verbuchen. 

Dieses Buch ist mir schon in den Vorschauen aufgefallen. Dort wurde es als alternative Geschichte beworben, aber ich hatte es weniger wegen dem Meteoriten als mehr mit den Frauen in Verbindung gebracht. Letztendlich waren die Abweichungen zur Geschichte der Raumfahrt weniger extrem als ich angenommen hatte. 
Mary Robinette Kowal lässt Dr. Elma York die Geschichte aus ihrer Sicht erzählen. Die Ich-Perspektive liegt mir bei Büchern nicht ganz so sehr und so habe ich mich anfangs etwas schwer getan, kam letztendlich aber doch sehr gut in die Geschichte rein. Wir erleben durch Elma eine weibliche Sicht auf die Entwicklungen in der Raumfahrt, was mir sehr gefallen hat. 

Samstag, 2. April 2022

Rezension: „Bright We Burn“ von Kiersten White

Quelle: Delacorte Press
„Bright We Burn“ ist der finale Band der Conqueror-Saga von Kiersten White. Ein letztes Mal begleiten wir Lada und Radu Dracul in der Walachei und dem osmanischen Reich. 

Achtung, Spoilerwarnung! Kleinere Spoiler lassen sich leider nicht vermeiden. 

Lada hat den walachischen Thron erobert. Die Straßen sind sicherer geworden, ihre Feinde hat sie beseitigt, sie baut sich eine eigene Armee auf und sie ist fokussiert darauf den walachischen Thron unter allen Umständen zu halten. Alle Verbindungen zu ihrem früheren Leben am osmanischen Hof will sie kappen. Als Mehmed ihr eine Friedendelegation schickt, sendet sie ihm diese tot zurück. Krieg scheint unvermeidbar. 
Ihren Bruder Radu beschäftigt das ungewisse Schicksal von Nazira und Cyprian, doch er wird zurück nach Konstantinopel gerufen, die neue Hauptstadt in Mehmeds vergrößertem Imperium. Als Eroberer ist Mehmed noch einsamer als jemals zuvor. Bedeutet das, dass Radus Hoffnungen doch noch erfüllt werden und er mehr mit mit Mehmed haben kann? Und die viel wichtigere Frage: Will er das überhaupt noch? 

Die ersten beiden Teile haben mich schon in ihren Bann gezogen und „Bright We Burn“ bildet da keine Ausnahme. Trotz der vielen problematischen Dinge, die die Geschichte hat, hat mich dieses Mal insbesondere Radu für sich einnehmen können und Lada hat mich ein ums andere mal geschockt. 
Ich war sofort wieder in der Geschichte drin, obwohl es etwas her ist, dass ich den zweiten Band gelesen habe. Wir sind ganz nah an den Protagonisten dran. Die Sichtweisen wechseln immer zwischen Lada und Radu. Es gibt kein Vorgeplänkel, sondern wir werden direkt in die Geschichte hineingeworfen. Jeder Band bildet einen Teilabschnitt der Geschichte, die aufeinander aufbauen und somit nicht unabhängig voneinander gelesen werden können. 
Der Spannungsbogen war fast das gesamte Buch über am Anschlag. Eine Provokation jagte die nächste und die Geschichte schaukelte sich immer mehr auf, allerdings gab es zwischendrin auch einige schöne Momente, in denen kurz durchgeatmet werden konnte. Das Ende der Geschichte sehe ich zwiegespalten. Hier wurde mir vieles zu einfach aufgelöst und es wurde der Vorgeschichte in meinen Augen nicht ganz gerecht. 

Samstag, 20. November 2021

Rezension: „Now I Rise“ von Kiersten White

Quelle: Delacorte Press
„Now I Rise“ ist der zweite Band aus der „Conqueror-Saga“ von Kiersten White. Die Reihe spielt im 15. Jahrhundert und erzählt eine alternative Geschichte der Walachei und des osmanischen Expansionskurses. 

Lada hat Mehmed verlassen, um den walachischen Thron zu erobern, doch es läuft nicht alles so, wie sie es sich vorgestellt. Sie hat keine Verbündeten und nur eine Hand voll Männer, doch das hält sie nicht davon ab, es weiter zu versuchen. Auch auf die Hilfe ihres Bruders Radu, der in diplomatischen Dingen bewanderter ist als sie selbst, muss sie verzichten. Doch Lada wäre nicht Lada, wenn sie nicht doch einen Weg finden würde. Dieser ist allerdings weniger von Diplomatie und mehr von Gewalt geprägt. 
Radu ist an Mehmeds Seite geblieben und hofft weiterhin seinen Wert für ihn beweisen zu können. Bald soll er die Chance dazu erhalten und wird als Spion nach Konstantinopel geschickt. Doch Radu hat nicht damit gerechnet, was es mit ihm macht, wenn er während der Belagerung der Stadt in ebendieser mitgefangen ist. Seine Loyalität wird auf eine harte Probe gestellt. 

Der erste Teil dieser Reihe konnte mich begeistern und so wurde es Zeit die Reihe endlich fortzusetzen. Ich war schnell wieder in der Geschichte drin und war gespannt, welche spannenden Ereignisse mich diesmal erwarten. Die Themen des Buches sind Ladas Eroberung des walachischen Throns und die Belagerung Konstantinopels. Das Genre dieser Reihe ist alternative Geschichte, was laut meiner Google-Recherche ein Subgenre der Science-Fiction ist. Lada Draculs Vorbild ist ein Mann namens Vlad Dracul, der wiederum als Vorbild für Bram Stokers Dracula diente. Vampire werdet ihr in diesem Roman allerdings vergeblich suchen. 
Der Schreibstil konnte mich direkt wieder in seinen Bann ziehen. Es gibt eine Mischung aus kürzeren und mittellangen Kapiteln und die Perspektive wechselt zwischen Lada und Radu. Die Reihe ist bisher nur auf englisch erschienen und ich habe von keinen Bestrebungen einer Übersetzung gelesen. Den Wortschatz empfand ich persönlich nicht als sonderlich schwierig. Wenn ihr schon häufiger Bücher auf englisch gelesen habt, dann sollte diese Reihe keine große Hürde darstellen. Vieles ergibt sich aus dem Kontext und am Ende des Buches gibt es ein Glossar, dass einige Begriffe erklärt. 

Samstag, 17. April 2021

Rezension: „And I Darken“ von Kiersten White

Quelle: Penguin Random House
Bei „And I Darken“ handelt es sich um alternative Geschichte, einem Subgenre der Science-Fiction. Gemeinsam mit Lada und Radu Dracul erleben wir deren Kindheits- und Jugendtage in der Walachei bzw. in ottomanischer Gefangenschaft. 

Walachei/Ottomanisches Reich, 15. Jahrhundert: Lada ist keine gewöhnliche Prinzessin. Sie ist brutal, kämpferisch, rücksichtslos und nimmt sich das, was ihr ihrer Meinung nach zusteht. Ihr Bruder Radu ist das genaue Gegenteil. Er ist schön, ängstlich und unauffällig, wenn es sein muss. Nachdem ihr Vater Vlad II. beide Kinder in der Obhut der Ottomanen gelassen hat, sind die Geschwister auf sich alleine gestellt. Sie müssen sich in einem Spiel behaupten, in dem sie nur kleine Figuren am Rande sind. Während Lada ihre Rache für die Zeit plant, in der sie wieder zurück in der Walachei ist, fügt sich Radu immer mehr ein und betrachtet das ottomanische Reich schon bald als seine Heimat. Als beide Mehmed, den Sohn des Sultans, kennenlernen, bildet sich ein Trio mit Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. 

Dieses Buch habe ich Ende 2019 gekauft. Der Klappentext klang spannend. Vlad, der Pfähler wird in diesem Buch zu einem Mädchen mit dem Namen Lada. Ich war gespannt, ob ich dieses Buch losgelöst von der echten Historie genießen kann, aber auch, was ich aus der echten Historie wieder erkennen werde, denn ich habe schon den ein oder anderen historischen Roman über Vlad Dracul gelesen. 
Der Schreibstil Kiersten Whites lässt sich gut lesen. Ich war vom ersten Satz an in der Geschichte drin. Es ist eine sehr charakterbezogene Geschichte, bei der man weniger Beschreibungen der Landschaft, sondern mehr Beschreibungen der Emotionen von Lada und Radu erhält. Den englischen Wortschatz habe ich zwar nicht als sehr leicht empfunden, allerdings auch nicht als besonders schwierig. Ein geübter Leser fremdsprachiger Lektüre sollte hier gut zurecht kommen.