Samstag, 14. Dezember 2019

Rezension: „Vicious - Das Böse in uns“ von V. E. Schwab

Quelle: Fischer Tor
„Vicious - Das Böse in uns“ von V. E. Schwab ist der erste Band aus der Villains-Reihe. In dieser Fantasy-Reihe geht es um Victor Vale und Eli Ever, die durch ein Experiment zu Superkräften kommen. Der Roman ist im November 2019 bei Fischer Tor erschienen.

Eli Ever und Victor Vale beschließen zu sterben. Allerdings wollen beide nicht tot bleiben, sondern als Extraordinäre, kurz EO, wieder auferstehen. Beide sind Medizinstudenten und haben sich eingehend mit dem Thema beschäftigt. Der kurze Tod soll ihnen zu Superkräften verhelfen und das Experiment gelingt. Eli bekommt Superheilungskräfte und Victor kann seine und die Schmerzen von anderen beeinflussen. Was beide nicht bedacht haben, sind die Folgen dieses Experiments, denn der Tod geht nicht ohne ein Opfer einher.

Mal sehen, was das hier wird, denn dieses Buch ist wirklich schwer zu beschreiben. In den letzten 2 oder 3 Wochen habe ich dieses Buch überall gesehen und irgendwie hat es mich interessiert. Als es dann im ersten Türchen des Netgalley-Adventskalenders war, habe ich dann zugeschlagen, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich wusste auf was ich mich da einlasse. Viel zum Inhalt gelesen bzw. gehört hatte ich nicht. Es war halt für mich eines dieser Bücher, dass durch Bookstagram gerade gehypt wird ohne Ende.
So hatte ich anfangs dann auch ein paar Probleme dabei meine Gefühle und Gedanken zu diesem Buch einzuordnen. Ich hatte natürlich gesehen, dass die Reihe den Namen Villains trägt und es somit wohl um Antihelden geht, aber so düster hätte ich es dennoch nicht erwartet. Ich hatte eher an sowas wie Loki gedacht, den man ja durchaus irgendwie sympathisch findet und dann war es anfangs einfach nur ganz oft gedanklich WTF. Andererseits hat einen das Ganze aber auch so fasziniert, dass man unbedingt wissen wollte, wie das Ganze weiter geht.
Der Roman spielt auf mehreren Zeitebenen. Eine Zeitebene erzählt das Heute und dann gibt es noch unterschiedliche Zeitebenen, die die Hintergründe des heutigen Konfliktes und der Personen erzählen. Anfangs ist man daher etwas verwirrt und muss die Puzzleteile erst zusammensetzen. Dies ist aber sehr gut gelungen. Es ist nie so, dass man davon genervt ist, dass man Dinge nicht weiß, sondern man möchte sie herausfinden und wird so zum weiterlesen animiert.
Die Spannung in dem Buch ist jederzeit hoch und steigert sich zum Showdown hin ins Unermessliche. Es ist teilweise sehr brutal und daher nichts für schwache Nerven. Es gibt überraschende Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet habe, aber am Ende schließt sich doch alles zu einem harmonischen Kreis. Man hat irgendwie das Gefühl letztendlich ist doch alles so abgelaufen, wie es laufen sollte.
Sehr gut gefallen hat mir, dass dieses Buch zum Nachdenken und Hinterfragen anregt. Was passiert mit einem, wenn man stirbt und dann mit Superkräften wieder aufwacht? Was ist gut und was ist böse? Habe ich als Außenstehender genug Einblick, um das beurteilen zu können? Ich liebe Superheldenfilme, aber dieses Buch hat mich dazu angeregt, auch diese nochmal kritisch zu hinterfragen. Da wird ja meist doch der glorreiche Held gezeigt, auch wenn sich hier in letzter Zeit mit Venom oder dem Suicide Squad einiges getan hat.
Wo wir dann auch bei den Personen in diesem Buch wären. Das Handeln und Treiben der beiden Protagonisten Victor und Eli habe ich teilweise fasziniert, teilweise abgestoßen mitverfolgt. Für mich erscheint es verrückt, dass man sich erst umbringt, um dann mit Superkräften wieder aufzuerstehen. Die Hintergründe der beiden, macht es verständlicher, warum sie zu dem Schritt bereit sind, aber ihr Verhalten nachdem sie ExtraOrdinäre sind, lädt für mich auch nicht unbedingt dazu ein, die beiden sympathisch zu finden. Sympathien haben hier eher die beiden Nebenfiguren Mitch und Sidney von mir bekommen, die durch gewisse Umstände in den Konflikt von Eli und Victor hineingeraten.

Fazit: Interessante Charaktere mit spektakulären Fähigkeiten und ein Plot, der einen mit seiner Mischung aus Faszination und Abgestoßenheit in seinen Bann zieht. Ein Buch, dass mich mit seiner Düsternis und Brutalität überrascht hat. Wem ich dieses Buch empfehlen soll, kann ich gar nicht so recht sagen. Wenn ihr Antihelden mögt und der Klappentext euch anspricht, seid ihr denke ich genau richtig. Langweilig wird einem bei dem Buch auf keinen Fall.

Weitere Meinungen zum Buch findet ihr hier:
Kathrin Everdeen
Stellette Reads

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Titel: Vicious - Das Böse in uns
Verlag:Fischer Tor
Autor: V. E. Schwab
Reihe: Villains #1
Erscheinungsdatum: 27.11.2019
ISBN: 978-3-596-70503-0

Vielen Dank an netgalley und den Verlag für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplars.

Kommentare:

  1. Mensch Moni,

    da bist du ja wirklich so ganz ohne Erwartungen ran gegangen, oder? Ich habe oft das Gefühl, dass wenn man so an Bücher ran geht, sie meistens doch besser sind vorher total dem Hype verfallen zu sein.
    Mir ist die Thematik jetzt nix, aber ich finde Antihelden an sich immer super faszinierend.

    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Hey Tina,

      das stimmt wohl. Ich hatte nur den Klappentext überflogen und es öfter bei instagram gesehen. Manchmal kann das wirklich ganz gut sein für ein Buch. Ich freue mich auf jeden Fall sehr darüber, dass ich dieses Buch durch den Adventskalender entdecken konnte.

      LG, Moni

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  2. Huhu,
    mir erging es da ähnlich wie dir. Ich finde es immer gut, wenn solche Bücher zum Nachdenken anregen und sich nicht wie eine Aneinanderreihung von schrecklichen Taten lesen lassen. Und es ist mal schön ein Buch über Antihelden zu lesen, die gegeneinander kämpfen. Es ist auf jeden Fall mal ein Buch, welches total gehypet wird und was mich nicht enttäuscht hat. Und das passiert wirklich selten.
    LG

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    1. Hey Peanut,

      Das stimmt. So war es bei mir auch. Oftmals enttäuschen mich die total gehypten Bücher.

      LG, Moni

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