Samstag, 6. Oktober 2018

Rezension: „Pebble in the Sky“ / „Ein Sandkorn am Himmel“ von Isaac Asimov

Ein Sandkorn am Himmel vonn Isaac Asimov
Quelle: Heyne
„Ein Sandkorn am Himmel“ ist ein Science-Fiction-Roman von Isaac Asimov, in der ein pensionierter Schneider aus Versehen tausende Jahre in die Zukunft katapultiert wird. Dieser Roman gehört zur Imperium-Reihe und wurde als Asimovs erster richtiger Roman im Jahr 1950 erstmals unter dem Titel „Pebble in the Sky“ veröffentlicht. Die aktuelle Neuauflage ist im Heyne-Verlag im April 2015 erschienen.

Als der pensionierte Schneider an einem ganz gewöhnlichen Tag im Chicago 1949 durch die Straßen schlendert, befindet er sich zwischen zwei Schritten plötzlich an einem ganz anderen Ort und ,was er zu diesem Zeitpunkt nicht weiß, auch in einer ganz anderen Zeit. Er macht sich auf die Suche nach anderen Menschen, doch als er diese findet, können diese ihn nicht verstehen. Das Leben auf der Erde ist zu diesem Zeitpunkt schwer, nur noch 20 Mio Menschen leben auf der Erde und es dürfen auch nicht mehr werden. Alles ist genau festgelegt. Da die Farmer, bei denen Schwartz auftaucht, einen alten Mann verstecken, der nicht mehr arbeiten kann, versuchen sie das Auftauchen des Fremden für sich zu nutzen und so bringen sie ihn zu einem Wissenschaftler, der ein Gerät testet, dass Menschen klüger macht.

Es geht voran in meinem Projekt alle Bücher Asimovs zu lesen, die irgendwie mit der Foundation verbunden sind. Ich habe es auf englisch gelesen, auch wenn ich euch hier die deutsche Version verlinke. Bei diesem Buch handelt es sich um einen richtigen Roman und nicht um eine Kurzgeschichtensammlung, die man auch recht häufig bei Asimov findet.
Der Schreibstil ließ sich für mich weitestgehend gut und flüssig lesen. Gerade zu Beginn liebt der Autor es seine Leser ein wenig zu verwirren. Man weiß gar nicht so genau was passiert, aber mit Fortschreiten der Geschichte wird dies immer mehr aufgelöst. Die Sachverhalte werden verständlich erklärt und es wird nie zu wissenschaftlich. An manchen Stellen muss man sich schon ein wenig konzentrieren, aber das empfand ich nicht als schlimm.
Die Geschichte in diesem Buch fand ich äußerst interessant. Es hat ein wenig gedauert bis ich richtig im Geschehen angekommen war. Anfangs war ich einfach nur verwirrt und dachte, dass die Geschichte ganz ok wird, aber mit der Zeit hat sich eine Sogwirkung entwickelt und ich wollte unbedingt wissen wie es weitergeht.
Den Entwurf der Zukunft, den Asimov in diesem Buch erstellt, ist wieder mal klasse. Joseph Schwartz, der Schneider aus dem Jahr 1949, ist nicht mal eben 100 Jahre in die Zukunft gesprungen, sondern er springt ins Jahr 12.411 oder ins 827. Jahr nach der Gründung des Galaktischen Imperiums. Das zu diesem Zeitpunkt keiner mehr etwas mit der Sprache Englisch anfangen kann, erscheint dann irgendwie schon logisch.
Auch in diesem Buch hat Asimov wieder Gesellschaftskritik untergebracht. Die Erde hat einen sehr schweren Stand im Galaktischen Imperium. Niemand möchte so wirklich etwas mit Erdlingen zu tun haben und es wird auf sie herabgesehen, was sich deutlich im Verhalten der Spacer widerspiegelt. Die Gesellschaft auf der Erde hat sich auch sehr verändert. Großstädte wie New York und Co gibt es nicht mehr, die Bevölkerungsanzahl ist auf 20 Mio Menschen begrenzt, was auch am wenigen Platz liegt, der zu diesem Zeitpunkt auf der Erde noch bewohnt werden kann.
Gerade dieser Mix macht die Faszination von Asimov für mich aus. Es werden immer andere Gesellschaften erfunden. Manchmal erscheinen die Gewohnheiten etwas absurd, aber irgendwie kann man sich auch alles gut vorstellen. Es ist futuristisch, auf der anderen Seite wiederum gibt es Dinge, die sich nicht geändert haben und dann kommt noch dazu, dass diese Bücher alle schon vor so vielen Jahren geschrieben worden sind. Computer, Raumschiffe und Co gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Fazit: Wieder mal ein interessanter und spannender Roman aus der Feder Asimovs, der mit der gewohnten Futuristik punkten kann, aber einen etwas holprigen Start hatte. Eine klare Leseempfehlung an alle Science Fiction-Interessierten, auch wenn ich dieses Buch nicht als Einstieg in die Welt Asimovs empfehlen würde. Da sind es für mich nach wie vor die Roboter-Geschichten, mit denen man anfangen sollte.

Rezensionen zu vorherigen Teilen:
The Stars, Like Dust / Sterne wie Staub
The Currents of Space / Ströme im All 

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Titel: Ein Sandkorn am Himmel
Verlag: Heyne
Autor: Isaac Asimov
Reihe: Roboter und Foundation #8
Erscheinungsdatum: 14.04.2015
ISBN: 978-3-453-52841-3

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