Donnerstag, 12. Januar 2017

Rezension: "Der Sturm der Normannen" von Ulf Schiewe

Ulf Schiewe - Der Sturm der Normannen
Quelle: Droemer-Knaur
Mit „Der Sturm der Normannen“ findet die Normannen-Saga rund um Gilbert vorerst seinen Abschluss. Erschienen ist der Roman von Ulf Schiewe im Dezember im Knaur-Verlag.

Mezzogiorno, 1057: Dem Reich der Normannen stehen schwere Zeiten bevor: Die Barone sind mit der Vormachtstellung der Hautevilles unzufrieden und auch die Brüder der Familie Hauteville sind zerstritten. Dem neu gewählten Papst sind die Normannen so und so ein Dorn im Auge und auch die Fürstin Gaitelgrima verfolgt ihre eigenen Pläne, die Robert Guiscard schließlich in den Kerker bringen. Ein erbitterter Kampf um die Herrschaft beginnt und Gilbert muss sich einer gewaltigen Übermacht stellen, um seinen Herrn zu retten.

Nun habe ich tatsächlich schon den 4. Band der Normannen-Saga gelesen und fürs Erste findet diese auch ihren Abschluss. Aber eines schon mal vorweg: Das Ende ist nicht so endgültig als dass da nicht noch weitere Bücher folgen könnten.
Auch dieser Teil hat mich wieder wunderbar unterhalten. Man trifft viele lieb gewonnene Personen wie z.B. Gilbert, Bjarni, Thore, Rollo und Gerlaine wieder. Und auch unseren Straßenköter aus Salerno müssen wir nicht missen. Erzählt wird die Geschichte wie gewohnt aus Gilberts Sicht, der in diesem Teil mittlerweile schon 27 Jahre alt ist.
Viele Abenteuer hat er schon erlebt, aber auch diesmal muss er wieder viel Kühnheit, Mut und Klugheit zeigen, um seinen Herrn Robert Guiscard zu Diensten zu sein.
Auch den Frauen wird viel Platz eingeräumt. Gerlaine hat gute Menschenkenntnis und hat die Gabe Dinge vorauszuahnen, weshalb sie eine nicht zu unterschätzende Hilfe für Gilbert ist. Durch Sichelgaita und Gaitelgrima sehen wir wiederum was für eine Macht auch Frauen sein können. Hier sind Lügen und Intrigen die Waffen und nicht Schwert und Schild wie bei den Männern.
Der Schreibstil ist klasse. Das Buch liest sich schnell und flüssig weg. Ich hatte schnell wieder ein reges Kopfkino. Die Kampfszenen sind gut geschildert und haben wie immer ein gutes Maß gefunden. Historische Fakten wurden geschickt in die Geschichte eingebaut und erschlagen einen nicht. Auch jemand, der die Vorgänger nicht kennt, kann der Handlung gut folgen. Es sind immer wieder Informationen aus den Vorgängerbänden eingebaut. Für neue Leser ist dies eine wichtige Hilfe und für mich war es ein Anlass in Erinnerungen an die vorherigen Bände zu schwelgen.
Ganz besonders merkt man auch wieder die gute Recherche. Nur weniges wurde hinzuerfunden und diesmal wurden die Ereignisse tatsächlich auch nicht um Jahre verschoben. Ein ganz großes Lob hierfür. Gaitelgrimas Rolle wurde ein bisschen ausgeschmückt, da über ihre Person nicht zu viel überliefert ist, aber das sind Dinge, mit denen ich gut leben kann. Darüber hinaus habe ich in diesem Band auch einiges über die christliche Kirche gelernt.
Es gab lediglich eine Szene im Buch, wo ich das Gefühl hatte, dass das Verhalten nicht zur Person passt und das Buch konnte mich auch nicht ganz so begeistern wie Teil 3. Ansonsten ist es für mich ein rundum gelungener historischer Roman, der auch diesmal wieder durch ein ausführliches Nachwort und Personenverzeichnis abgerundet wurde.

Fazit: Ein spannender und mitreißender historischer Roman bei dem man wenig zu meckern hat. 4,5 Sterne und eine klare Leseempfehlung an alle Liebhaber des historischen Romans.

Rezensionen zu vorherigen Teilen:
Der Schwur des Normannen - Normannen-Saga #3


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