Posts mit dem Label Rowohlt Polaris werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rowohlt Polaris werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 26. Oktober 2024

Rezension: „Fräulein Gold - Die Lichter der Stadt“ von Anne Stern

Quelle: Rowohlt
„Fräulein Gold - Die Lichter der Stadt“ von Anne Stern ist der mittlerweile 6. Teil der „Fräulein Gold“-Reihe. Im Jahr 1929 muss Hulda Gold eine Einbruchserie in ihrem Heimatkiez am Nollendorfplatz aufklären. Erschienen ist der Historische Krimi im September 2023 bei Rowohlt Polaris. 

Berlin, 1929: In einer Mütterberatungsstelle in Schöneberg hat Hulda Gold eine neue Arbeitsstelle gefunden, die es ihr ermöglicht ihr Wissen als Hebamme einzubringen und gleichzeitig mit seinen geregelten Arbeitszeiten dafür sorgt, dass Hulda sich um ihre kleine Tochter Meta kümmern kann. Als sie dort eine junge Schauspielerin betreut, kommt sie mit der Welt der Künstlerinnen und Bühnenstars in Verbindung. Ein neues Theater am Nollendorfplatz wurde eröffnet und die beginnende Weltwirtschaftskrise macht den Start alles andere als leicht. Doch dann kommt es auch noch zu einer mysteriösen Einbruchsserie, die auch vor Freunden Huldas nicht Halt macht. Huldas Spürsinn ist geweckt. Sie beginnt zu ermitteln und stößt auf Verhältnisse, die all ihre Mut erfordern und ihren Gerechtigkeitssinn vor eine große Herausforderung stellen. 

Band 7 erscheint in Kürze und ich habe es geschafft bis dahin alle vorherigen Bände zu lesen. Ich bin recht spät in diese Reihe eingestiegen, wurde dann aber umso mehr in diese Reihe hineingezogen. 
Da es noch nicht lange her ist, dass ich Band 5 gelesen habe, war ich sofort wieder im Geschehen drin. Die Verhältnisse Hulda Golds haben sich abermals drastisch verändert und nun ist sie eine alleinerziehende, ledige Mutter in der Weimarer Republik. Für mich ist es immer wieder faszinierend, wie sie die Herausforderungen meistert, die ihr das Leben stellt und gleichzeitig fühlt sich dennoch vieles wie nach Hause kommen an, da sie einige Personen auf ihrem gesamten Weg begleiten. 
Das Konzept hat sich bewährt und bleibt auch in diesem 6. Band gleich. Hulda und ihr Leben stehen im Mittelpunkt und der Fall, den Hulda zu lösen hat, läuft eher mit. Es wird als historische Krimi-Reihe beworben, für mich fühlt es sich allerdings mehr wie ein historischer Roman an, der die Weimarer Republik zum Leben erweckt. 

Samstag, 10. August 2024

Rezension: „Fräulein Gold - Die Rote Insel“ von Anne Stern

Fräulein Gold - Die Rote Insel von Anne Stern
Quelle: Rowohlt
„Fräulein Gold - Die Rote Insel“ von Anne Stern ist bereits der 5. Teil der „Fräulein Gold“-Reihe. Diesmal geht es um einen Mord in dem namensgebenden Arbeiterviertel Berlins. Erschienen ist der Roman im November 2022 bei Rowohlt. 

Berlin, 1926: Nachdem Hulda ihre Stelle in der Frauenklinik als leitende Hebamme verloren hat, lebt sie nun in einem Arbeiterviertel, das als die Rote Insel bekannt ist. Ihre Freundin Grete Fischer hat dort eine Praxis, in der sie die Menschen aus dem Viertel behandelt, die von Armut und Not betroffen sind. Hulda darf dort mitarbeiten und lernt dort eine neue Seite Berlins kennen. Ihre Freundin Grete ist in einer kommunistischen Gruppe tätig und ebenjene Gruppe gerät in Konflikt mit den Nationalsozialisten. Auch sonst nehmen die politischen Spannungen innerhalb Berlins immer mehr zu und entladen sich schließlich ausgerechnet auf der Roten Insel in Form von Gewalt. Hulda gerät zwischen die Fronten und muss sich zusätzlich noch ihrer persönlichen größten Bewährungsprobe stellen. 

Eine Reihe, die mir sehr ans Herz gewachsen ist und deren Fortsetzungen ich gerne lese, bei der mich allerdings die Jahreszahlen immer auch ein wenig in Angst und Schrecken versetzen, weil diese sich unaufhaltsam auf die natinalsozialistische Diktatur zu bewegen. 
Dieser Band hält für Hulda Gold sowie mich als Leserin viele Änderungen bereit. Hulda arbeitet nicht mehr als Hebamme, sie lebt nicht mehr bei Frau Wunderlich und auch nicht mehr in dem Viertel, in dem sie Bert regelmäßig begegnet. Das waren schon viele Dinge, die erstmal verarbeitet werden mussten und dennoch bin ich gut in die Geschichte reingekommen. 
Ich fand es spannend, dieses neue Viertel und seine Probleme kennenzulernen. Diese sind anders gelagert als Hulda es bisher kennengelernt hat und auch die politischen Spannungen spielen eine viel größere Rolle. Ich mag es sehr, wie diese Reihe diese Themen aufgreift, weil es diesen schleichenden Wandel so gut aufzeigt. Hulda ist eine Person, die an sich nicht politisch sein will und doch wird sie im Laufe der Zeit immer mehr damit konfrontiert, weil sich ihr Umfeld auch immer mehr verändert. Gleichzeitig muss sie ihr Leben weiterleben und die Aufgaben lösen, die ihr dieses Leben stellt. 

Samstag, 13. April 2024

Rezension: „Fräulein Gold - Die Stunde der Frauen“ von Anne Stern

FRäulein Gold - Die Stunde der Frauen von Anne Stern
Quelle: Rowohlt
„Fräulein Gold - Die Stunde der Frauen“ ist der 4. Band rund um die Hebamme Hulda Gold. In diesem Band geht um die Geschichte eines geheimnisvollen Bildes und eine Liebe über Standesgrenzen hinweg. Erschienen ist der Roman im November 2021 bei Rowohlt Polaris. 

Berlin, 1925: Hulda Gold arbeitet weiterhin in der Frauenklinik Mitte und ist zwischenzeitlich zur leitenden Hebamme aufgestiegen. Sie konnte sich einige Freiheiten erkämpfen und darf die ein oder andere Geburt ohne andere Ärzte durchführen und auch sonst kämpft sie für die Belange der Schwangeren. 
Privat ist Hulda mit dem jungen Arzt Johann Wenckow verbandelt. Dieser stammt aus der Villengegend Frohnau. Eine ganz andere Welt, in der sie sich nicht immer wohlfühlt und dann ist da auch noch Johanns Vater, der mit der Verbindung seines Sohnes zu ihr so überhaupt nicht gutheißen kann. 
Auf einem Fest bei einer adeligen Familie begegnet Hulda einer jungen Hausangestellten, die in Schwierigkeiten geraten ist. Ein Bild ist verschwunden und das Geheimnis dieses Bildes soll Hulda nicht so schnell loslassen. 

Bis zum Erscheinen des 7. Bandes im Dezember möchte ich alle bisher erschienen Bücher dieser Reihe gelesen haben. Nachdem ich Band 4 nun beendet habe, fehlen noch 2. 
Der Prolog mit dem Maler und der Schauspielerin als Modell hat sofort neugierig gemacht und zu Spekulationen angeregt, worum es in diesem Buch gehen könnte. Die anschließenden Kapitel haben mich umgehend in die Geschichte gezogen und ich war froh wieder in Huldas Welt und den 20er Jahren der Weimarer Republik eintauchen zu dürfen. 
Ich bin immer sehr gespannt darauf, was sich denn zum vorherigen Band verändert hat. Auf Hulda bezogen ist das diesmal nicht so extrem wie im vorherigen Band. Sie arbeitet weiterhin in der Frauenklinik, hat allerdings mehr Verantwortung übernommen und ist leitende Hebamme und somit eine Respektsperson, die mittlerweile 30 Jahre alt ist. An Berts Zeitungskiosk am Winterfeldplatz erfahren wir immer ein wenig zur politischen Lage der Zeit und auch diesmal ist klar, dass sich die Gefahr durch die Nazis vergrößert hat. Ich bekomme da immer eine Gänsehaut. Sicher auch weil ich weiß was kommen wird. Darüber hinaus behandelt der Roman noch weitere Themen, u.a. Abtreibung und den Paragrafen 218. Geburten und die Probleme der Schwangeren spielen weiterhin eine große Rolle. 

Samstag, 17. Februar 2024

Rezension: „Fräulein Gold - Der Himmel über der Stadt“ von Anne Stern

Fräulein Gold - Der Himmel über der Stadt von Anne Stern
Quelle: Rowohlt
„Fräulein Gold - Der Himmel über der Stadt“ von Anne Stern ist der dritte Teil der gleichnamigen Reihe, in der es um die junge Hebamme Hulda Gold geht, die sich um die werdenden Mütter kümmert, aber auch Missständen auf den Grund geht. 

Berlin, 1924: Hulda hat eine neue Stelle als Hebamme an der Frauenklinik Berlin-Mitte angetreten. Dort versorgt sie auf dem neuesten Stand der Dinge die Frauen und ihre Neugeborenen. Doch nach kurzer Zeit kommt es zu einem tragischen Unfall: Bei einem Kaiserschnitt verblutet eine junge Schwangere. Die Operation wurde vom ehrgeizigen Doktor Egon Breitenstein durchgeführt. Zufällig stolpert Hulda über Ungereimtheiten, doch als sie anfängt Nachforschungen anzustellen, ist niemand dazu bereit ihr Auskunft zu geben. 

2024 wird wahrscheinlich das Jahr von Hulda Gold bei mir. Die ersten beiden Teile habe ich im letzten Jahr gelesen und dieses Jahr möchte ich die restlichen Bände der Reihe lesen, so dass ich im Dezember 2024 direkt mit Band 7 weitermachen kann. 
Ich war schnell wieder in der Welt von Hulda Gold gefangen. Der Schreibstil von Anne Stern und wie sie die Dinge beschreibt, gefällt mir wahnsinnig gut. Ich habe das Buch kurz unterbrochen, weil ich dann doch erstmal das andere Buch beenden wollte, dass ich parallel gelesen habe und es war kein Problem wieder in die Geschichte reinzukommen. 
Für Hulda ändert sich in diesem Buch viel, dadurch, dass sie in einer Klinik anfängt zu arbeiten. Die Umstände für ihren Wechsel wurden für mich einleuchtend dargestellt und an ihrer Seite habe ich den Klinikalltag und die Unterschiede zu ihrer vorherigen Tätigkeit als freie Hebamme kennengelernt. 
Die Autorin hat die Zeit, meiner Meinung nach, wieder einmal grandios eingefangen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es so ähnlich gewesen ist im Jahr 1924. Ich habe miterlebt, wie es nach der Hyperinflation wieder bergauf geht. Die Menschen finden neue Arbeit, es gibt wieder Waren, neue Stadtteile entstehen und insgesamt scheint es den Menschen besser zu gehen. 

Dienstag, 19. Dezember 2023

Monis (Zeit)Reise-Update #146: „Der Himmel über der Stadt“ von Anne Stern

                       

Monis Zeitreise Update

Auf in die nächste Runde Monis Zeit(Reisen)-Update. Ich stelle euch meine aktuelle Lektüre vor, wie weit ich schon gelesen habe, wie ich das Buch bisher finde und warum ich das Buch ausgewählt habe.

Welche Buch lese ich gerade?
Ich lese „Fräulein Gold - Der Himmel über der Stadt“ von Anne Stern und bin auf Seite 163/480.

„Beruhigend strich Hulda der jungen Frau, die auf einem Stuhl saß und wimmerte, über den Rücken.“ (S.163)

Worum geht es in dem Buch?
Berlin, 1924: Hulda hat eine neue Stelle als Hebamme an der Frauenklinik Berlin-Mitte angetreten. Dort versorgt sie auf dem neuesten Stand der Dinge die Frauen und ihre Neugeborenen. Doch nach kurzer Zeit kommt es zu einem tragischen Unfall: Bei einem Kaiserschnitt verblutet eine junge Schwangere. Die Operation wurde vom ehrgeizigen Doktor Egon Breitenstein durchgeführt. Zufällig stolpert Hulda über Ungereimtheiten, doch als sie anfängt Nachforschungen anzustellen, ist niemand dazu bereit ihr Auskunft zu geben. 

Samstag, 26. August 2023

Rezension: „Fräulein Gold - Scheunenkinder“ von Anne Stern

Fräulein Gold - Scheunenkinder von Anne Stern
Quelle: Rowohlt
„Fräulein Gold - Scheunenkinder“ ist der zweite Band aus der „Fräulein Gold“ -Reihe von Anne Stern. Diesmal im Fokus ein verschwundenes Neugeborenes und die Hyperinflation im Jahr 1923. Erschienen ist der Roman bei Rowohlt im Oktober 2020. 

Berlin 1923: Huldas Beruf als Hebamme führt sie diesmal ins Scheunenviertel und zu einer jüdischen Familie. Sie hilft einer jungen Frau ihr Kind auf die Welt zu bringen. Wenige Tage nach der Geburt verschwindet es und Hulda begibt sich auf die Suche nach ihm. Doch dabei stößt sie auf Hindernisse. Die Gemeinschaft lebt nach ihren eigenen, strengen Regeln und möchte ihre Geheimnisse bewahren. 
Karl North hingegen arbeitet gleichzeitig an einem Fall mit Kinderhändlern. Könnte ein Zusammenhang mit dem Verschwinden des Neugeborenen bestehen? Und wenn dies der Fall ist, wird Karl Hulda helfen? Die Lage spitzt sich immer mehr zu und dann bricht sich auch noch die aufgeheizte Stimmung gegen Jüd*innen in einem Pogrom ihre Bahn, bei dem Hulda selber in höchste Gefahr gerät. 

Reihen wollen fortgesetzt werden und die „Fräulein Gold“-Reihe hat bei mir ein sehr starkes Interesse an der Weimarer Republik geweckt, so dass ich schnell weiterlesen wollte. 1923 ist das Jahr der Hyperinflation in Deutschland, von der wir sicher alle schon gehört haben und da hat mich die Umsetzung Anne Sterns sehr interessiert. 
Ich war schnell wieder im Geschehen drin. Zuerst war ich ein wenig traurig, dass die Geschichte erst zum Ende der Hyperinflation einsetzt, doch mit der Zeit habe ich gemerkt, dass das ausreichend ist. Ich habe miterlebt, wie die Hyperinflation, die unterschiedlichen Schichten betraf und die Lage sich immer weiter zuspitzte. Ich habe miterlebt, welche Entbehrungen die Menschen zu tragen hatten oder wie sich das Nachtleben in dieser Zeit gestaltete. Ein bisschen war ich auch überrascht, weil ich mir das anders vorgestellt hatte und mir im Nachhinein denke, dass das von mir ein wenig kurzsichtig gedacht war. 

Dienstag, 18. Juli 2023

Monis (Zeit)Reise-Update #131: „Fräulein Gold - Scheunenkinder“ von Anne Stern

         

Monis Zeitreise Update

Auf in die nächste Runde Monis Zeit(Reisen)-Update. Ich stelle euch meine aktuelle Lektüre vor, wie weit ich schon gelesen habe, wie ich das Buch bisher finde und warum ich das Buch ausgewählt habe.

Welche Buch lese ich gerade?
Ich lese „Fräulein Gold - Scheunenkinder“ von Anne Stern und bin bei 21%.

„Schnell lief Hulda die Schendelgasse entlang.“ (21%)

Worum geht es in dem Buch?
Berlin 1923: Huldas Beruf als Hebamme führt sie diesmal ins Scheunenviertel und zu einer jüdischen Familie. Sie hilft einer jungen Frau ihr Kind auf die Welt zu bringen. Wenige Tage nach der Geburt verschwindet das Baby und Hulda begibt sich auf die Suche nach ihm. Doch dabei stößt sie auf Hindernisse. Die Gemeinschaft lebt nach ihren eigenen, strengen Regeln und möchte ihre Geheimnisse bewahren. 
Karl North hingegen arbeitet gleichzeitig an einem Fall mit Kinderhändlern. Könnte ein Zusammenhang mit dem Verschwinden des Neugeborenen bestehen? Und wenn dies der Fall ist, wird Karl Hulda helfen? Die Lage spitzt sich immer mehr zu und dann bricht sich auch noch die aufheizende Stimmung gegen Juden in einem Pogrom ihre Bahn, bei dem Hulda selber in höchste Gefahr gerät.

Dienstag, 30. Mai 2023

Monis (Zeit)Reise-Update #124: „Fräulein Gold - Schatten und Licht“ von Anne Stern

     

Monis Zeitreise Update

Auf in die nächste Runde Monis Zeit(Reisen)-Update. Ich stelle euch meine aktuelle Lektüre vor, wie weit ich schon gelesen habe, wie ich das Buch bisher finde und warum ich das Buch ausgewählt habe.

Welche Buch lese ich gerade?
Ich lese „Fräulein Gold - Schatten und Licht“ von Anne Stern und bin bei S.310/400.

„Huldas Mutter steht im Hof und klopft den Teppich, der über einer Stange hängt.“ (S.310)

Worum geht es in dem Buch?
1922: Hulda ist als Hebamme tätig und besucht die Menschen im Bülowbogen, einem Viertel, in dem sehr viele arme Menschen auf engstem Raum zusammenleben. Stets besorgt um das Schicksal der Menschen, stößt sie auf den Todesfall von Rita Schönbrunn. Eine schwangere Nachbarin nimmt ihr Tod sehr mit und so fängt Hulda an, eigene Nachforschungen anzustellen. An sich scheint der Fall eindeutig. Rita Schönbrunn hatte ein hartes Schicksal und ist in den Landwehrkanal gesprungen und ertrunken. Doch irgendwas stimmt an dieser Geschichte nicht und auch Kriminalkommissar Karl North kann diesen Fall nicht so schnell zu den Akten legen. Bei den Ermittlungen tauchen sie immer tiefer in die Abgründe der Stadt und lernen, dass Schatten und Licht oft nah beieinander liegen.