„Die Zarin und der Philosoph“ von Martina Sahler ist ein Roman über Katharina die Große und die Blütezeit von St. Petersburg, das zu diesem Zeitpunkt erst 60 Jahre existiert. Dieser ist Anfang Mai im List-Verlag erschienen und der zweite Teil aus der St. Petersburg Reihe.
St. Petersburg, 1762: Nach dem Tod Zar Peter III. krönt sich Katharina selber zur Zarin. Sie hat eine Vision und möchte Russland in ein neues Zeitalter überführen und Europa zeigen wie fortschrittlich ihre Heimat ist. Die Förderung der Bildung und Kunst ist ihr dabei wichtig, doch von ihrer Macht möchte sie nichts abgeben und auch an der Grundordnung Russlands aus Reichen und Leibeigenen rüttelt sie nicht.
Stephan Mervier ist ein Philosoph, der von Friedrich II als Spion an den Zarenhof entsendet wird. Er ist beeindruckt von der Zarin und geblendet von der Moderne St. Petersburg. Dennoch bekommt er auch die Missstände im Land mit und schließt sich letztendlich einem philosophischen Zirkel an, der die Unterdrückung im Land beenden will.
Ich war sehr gespannt auf diesen Roman, denn „Weiße Nächte, weites Land“, in dem es um die deutschen Auswanderer nach Russland geht, hat mir sehr gut gefallen und schon damals hätte ich gerne mehr über Katharina die Große erfahren.
Diesem Anspruch wird die Autorin gerecht, denn in diesem Roman nimmt Katharina die Große eine zentrale Rolle ein und wir sind hautnah dabei wie sie vom Peterhof und vom Winterpalast aus Russland regiert. Es wird ein opulentes Bild der Gesellschaften und der Personen erschaffen, die die Zarin um sich scharrt, um ihre Vision eines modernen Russlands lebendig werden und nach außen transportieren zu lassen.