Samstag, 15. Juli 2023

Rezension: „Der Sturz des Löwen“ von Martha Sophie Marcus

Der Sturz des Löwen von Martha Sophie Marcus
Quelle: Tinte und Feder
„Der Sturz des Löwen“ von Martha Sophie Marcus ist der Auftaktband zu „Das Gold der Weiden“-Reihe, in der es um den Rössner Micha geht, der zu Zeiten Heinrich des Löwens in Summerburg wohnt. Erschienen ist der Roman im Juli 2023 bei Tinte und Feder.

Norddeutschland 1164: Bei einem Überfall verliert der junge Micha seine gesamte leibliche Familie. Sein Leben ändert sich von einem auf den anderen Tag dramatisch. Plötzlich ohne Stand muss er sich wohl oder übel fügen und ins Herrschaftsgebiet des verantwortlichen Grafen ziehen. Im angrenzenden Dorf lernt er die junge Sibilla kennen, dessen Wege sich auch in Zukunft kreuzen sollen. Durch seine Pferdekenntnisse kann sich Micha eine neue Stellung erarbeiten und eines Tages vielleicht sogar Rache für das Schicksal seiner Familie nehmen.

Ich habe einen Post der Autorin gesehen und dachte mir, das Buch könnte ganz gut zu mir passen, weil ich „Herrin des Nordens“ vor einigen Jahren sehr mochte.
Ich bin an sich gut in die Geschichte gekommen, auch wenn ich zu Beginn gerne ein bisschen von dem glücklichen Leben der Familie von Auwied gelesen hätte. Es startet direkt mit dem lebensverändernden Ereignis und schafft so die Ausgangssituation der Geschichte. Gut finde ich, dass der Klappentext dadurch nicht wirklich viel vorweg nimmt. In letzter Zeit hatte ich es doch recht häufig, dass der Klappentext eigentlich schon 2/3 der Geschichte verrät.
Es ist eine ganz typische Geschichte für dieses Genre. Aufgrund des Titels hatte ich gedacht, das Heinrich der Löwe ein wenig präsenter wäre. Es handelt sich bei dieser Reihe allerdings um eine Familiensaga, bei der Summerburg exemplarisch für ähnlich Ereignisse in dieser Zeit steht. Die historischen Gegebenheiten rund um den Streit zwischen Heinrich dem Löwen und Friedrich Barbarossa spielen nur am Rande eine Rolle.
Für meinen persönlichen Geschmack gab es zu viele Zeitsprünge. Ich habe da an sich nicht so das große Problem mit. Hier reiht sich allerdings Kapitel an Kapitel und gerade zu Beginn ist meist so rund ein Jahr vergangen. Im Schnelldurchlauf durchleben wir Michas restliche Kindheit und Entwicklung zum Mann.
Auch die Liebesgeschichte war hier leider nicht meins. Ich bin kein Fan von dieser Liebe auf den ersten Blick Sache. Es wird mit der Zeit ein bisschen nachvollziehbarer, weil beide wirklich ganz gut zusammenpassen. Es gibt allerdings noch andere Umstände, die ich hier nicht spoilern möchte, die mir nicht gefallen haben und die ich sehr nervig fand.
Die beiden Protagonisten Micha und Sibilla sind sympathisch. Beide haben ein Händchen für Pferde und Mulis. Sibilla ist die typische Figur, die ihrer Zeit so ein bisschen voraus ist und gerne alleine ein Geschäft führen möchte, aber natürlich nicht wirklich ernst genommen wird, außer vielleicht von ihrer Familie und Micha. Micha hat einen Standeswechsel hinter sich, findet sich allerdings gut in seine neue Rolle ein, weil er hartes Arbeiten schon seit seiner Kindheit gewohnt war. Natürlich hat er auch ein Talent fürs Kämpfen als er dann mal die Chance dazu bekommt. 
Die beiden sind ok und man folgt deren Geschichte gerne, aber es nicht so, dass ich das nicht schon ein paar mal so gelesen hätte. Das durchzieht die gesamte Geschichte und das hat das Buch für mich doch sehr mittelmäßig gemacht. Jemand, der dieses Genre neu entdeckt, wird da mit Sicherheit mehr Freude haben als ich, die mittlerweile etwas übersättigt ist. 
Für mich könnte auch der Titel „Der Sturz des Löwen“ weg. Der Konflikt zwischen Heinrich und Friedrich spielt eine Rolle, aber eben nur in dem Sinne, welche Konsequenzen das eventuell für Summerburg haben könnte. Das ist so wie Nachrichten hören. Das wird erwähnt und man nimmt das wahr, aber im Vordergrund steht Micha, der Rössner werden möchte und der Rache für seine Familie üben möchte. Einmal tritt Heinrich der Löwe in Erscheinung und vielleicht ist mal ein Bischof in dem Ort, der die Leute in Summerburg auf den neuesten Stand bringt. Das hatte ich mir aufgrund des prominenten Titels ein wenig anders vorgestellt.
Ganz wichtig zum Abschluss zu wissen. Das Buch endet mitten in der Geschichte. Ich persönlich bevorzuge es, wenn ein Teil der Geschichte rund abgeschlossen ist und es dann im nächsten Teil einen neuen Erzählbogen gibt. Am Ende des Buches gibt es noch ein Personenverzeichnis sowie ein Glossar.

Fazit: Eine Geschichte, die ok und typisch für das Genre ist, die mich allerdings nicht begeistern konnte, weil ich schon viel Ähnliches gelesen habe. Definitiv auch mehr eine Familiensaga. Der Konflikt zwischen Heinrich dem Löwen und Friedrich Barbarossa spielt nur am Rande eine Rolle und im Sinne der Auswirkungen auf Summerburg.
 

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Titel: Der Sturz des Löwen
Verlag: Tinte und Feder
Autor*in: Martha Sophie Marcus
Reihe: Das Gold der Weiden #1
Erscheinungsdatum: 11.07.2023
ISBN: 978-2496712483

Vielen Dank an den Verlag und netgalley für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplares.

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