Samstag, 4. März 2017

Rezension: "Kane and Abel" von Jeffrey Archer

Jeffrey Archer - Kane und Abel
Quelle: Macmillan
"Kane and Abel" ist ein Roman von Jeffrey Archer, der erstmals 1979 erschienen ist. Erzählt wird die Geschichte der beiden Protagonistin William Lowell Kane und Abel Rosnovski. Zum 30jährigen Jubiläum wurde das gesamte Buch vom Autor überarbeitet und erneut bei Pan Macmillan veröffentlicht.

Abel Rosnovski und William Lowell Kane wurden am selben Tag in unterschiedliche Welten geboren. William Lowell Kane ist Spross eines Bankpräsidenten und hatte einen guten Start ins Leben, bei dem es ihm an nichts mangelte. Abel Rosnovski hingegen wurde in Polen geboren und ist in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Zuerst von den deutschen in Gefangenschaft genommen und dann von den Russen in ein Arbeitscamp verfrachtet, gelingt ihm schließlich die Flucht in ein neues Leben in Amerika. Dort treffen beide aufeinander und eine lebenslange Feindschaft beginnt. Abel Rosnovski macht William Lowell Kane und seine Bank für den Suizid seines Freundes und Gönners verantwortlich.

Dies ist der erste Roman außerhalb der Clifton Chronicles, den ich von Jeffrey Archer lese. Auch diese Geschichte hat mir gut gefallen. Wir nehmen am Leben zweier Personen teil, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch auch einige Gemeinsamkeiten haben. Durch unglückliche Umstände entsteht eine lebenslange Feindschaft zwischen den beiden.

Anfangs hatte ich die Befürchtung, dass ich hier die Geschichte von 2 Personen lesen werde, die zwar unterschiedlich aufgewachsen sind, aber im Laufe ihres Lebens zu ehrgeizigen und rücksichtslosen Geschäftsmännern werden. Nach außen hin müssen beide auch in gewisser Weise so aufeinander gewirkt haben, denn ihre eigene Sturheit sorgt dafür, dass sie sich ein Leben lang hassen.
Da die Geschichte aus beiden Perspektiven geschildert wird, erleben wir die Hintergründe für bestimmte Handlungen und können so besser differenzieren. Es ist bei Weitem nicht alles richtig und gut, was die beiden Protagonisten machen, dennoch erleben wir auch die positiven Seiten. Gerade Abel Rosnovski hat mit seiner Flucht aus einem russischen Arbeitscamp schon einiges erlebt und schafft es mit Ehrgeiz, Intelligenz und natürlich auch ein wenig Glück den amerikanischen Lebenstraum zu leben. Vom Kellner zum Multimillionär und Geschäftsführer einer erfolgreichen Hotelgruppe. William Lowell Kane wurde dies hingegen alles in die Wiege gelegt, dennoch hat auch er hart für seinen Erfolg gearbeitet und musste auch den ein oder anderen Schicksalsschlag einstecken. Ich habe mit beiden Personen mitgefiebert und ihre Geschichte gerne verfolgt. Es war aber nicht so intensiv wie bei den Clifton Chronicles. Teilweise hat mich das Schicksal der beiden echt gerührt und ich habe mir gewünscht, das beide doch irgendwie einen Weg zueinander finden. Denn ich glaube unter anderen Umständen hätten sie sehr gute Freunde werden können, die sich gegenseitig viel Respekt entgegen bringen.
Der Autor hat auf jeden Fall wieder sein Talent für schicksalshafte Lebensgeschichten bewiesen, auch wenn es Einiges gab das recht vorhersehbar war. So manches Mal hat mich das Ganze auch an die Clifton Chronicles erinnert, allerdings ist der Schauplatz diesmal Amerika. Diese Parallelen sind wohl auch der Überarbeitung zu 30jährigen Jubiläum geschuldet. Am Ende des Buches findet sich eine Leseprobe aus Only Time will tell.
Falls ihr euch mal daran probieren wollt ein Buch auf Englisch zu lesen, kann ich Jeffrey Archer auf jeden Fall empfehlen, obwohl ich von der Sprache her die Clifton Chronicles einfacher in Erinnerung habe. Zum Wortschatz erweitern ist Kane and Abel auf jeden Fall gut geeignet, ich habe für so manches Wort ein neues Synonym gelernt.

Fazit: Ein solider Roman mit interessanten Lebensgeschichten, den ich gerne weiter empfehle. Hierfür gibt es von mir 3,5 Sterne, da mich die Clifton Chronicles einfach mehr packen konnten.

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