Sonntag, 25. September 2016

Mein absolutes Lieblingsbuch, das ich immer wieder gerne lese

Rebecca Gablé - Das Lächeln der Fortuna
Quelle: Lübbe
Das Lächeln der Fortuna“ von Rebecca Gablé ist ein historischer Roman, der erstmals 1997 im Lübbe-Verlag erschienen ist. Wir begleiten das Leben von Robin of Waringham vom Klosterschüler bis zum angesehenen Ritter des Königs.

England 1360: Nach dem Tod seines Vaters ist für Robin of Waringham nichts mehr wie es war. Er ist kein Edelmann mehr und muss mit 14 Jahren sein Leben selbst in die Hand nehmen. Er entschließt sich trotzdem nach Waringham zurückzukehren und fortan als Stallbursche im berühmten waringhamschen Gestüt zu arbeiten. Doch das Schicksal hat andere Pläne mit ihm und so führt ihn sein Weg zurück in die Welt von Ruhm, Adel und Rittertum und an die Seite eines Königs, der England ins Verderben zu stürzen droht. Als Gegenspieler immer dabei Mortimer, der Sohn des neuen Earl of Waringham.

Wie aus der Überschrift schon zu erkennen ist, ist dieser Roman mein absolutes Lieblingsbuch und nach dem 4. Mal Lesen, wollte ich mich nun auch daran wagen für dieses fantastische Buch eine Rezension zu schreiben. Dieses Buch ist mit ein Grund, warum ich historische Romane so gerne mag. Ich liebe die Atmosphäre, die Charaktere und ich liebe Waringham, dieses kleine und bescheidene Rittergut auf dem Land.
Natürlich ist der historische Hintergrund sehr wichtig und dieser sollte auch gut recherchiert sein. Beide Punkte treffen auf dieses Buch zu. Dennoch macht diesen Roman noch etwas anderes aus. Gerade am Anfang des Buches ist es das Schicksal von Robin und die einfachen Dinge des Lebens, die dieses Buch so lesenswert machen. Robin ist plötzlich kein Edelmann mehr. Um für seinen Lebensunterhalt zu sorgen, muss er fortan hart arbeiten. Trotz seines Schicksals hadert er aber nicht mit sich, sondern er macht das, was er am besten kann: mit Pferden arbeiten. In dieser Aufgabe geht er völlig auf und kann trotz seiner niederen Stellung glücklich sein. All dies schildert Rebecca Gablé so lebendig, dass man meint, man wäre hautnah dabei. Man erfreut sich zusammen mit Robin an der harten Arbeit mit den Pferden oder an den kleinen Freuden, die auch das Leben in ärmlicheren Verhältnissen zu bieten hat. Man freut sich über die tollen, herzensguten Menschen, die Robins Leben begleiten und man hasst mit ihm zusammen seinen Todfeind Mortimer.
Jedes Mal, wenn ich dieses Buch lese, freue ich mich wieder in Waringham zu sein, weil mir dieses Buch dieses wohlig warme Gefühl beim Lesen schenkt. Zu meinen weiteren Lieblingspersonen in diesem Buch gehören der taubstumme Leofric, der unerschütterlich an der Seite von Robin steht und John of Gaunt, der Vorfahre vieler bedeutender englischer Könige und Lehnsherr von Robin. John of Gaunt finde ich ganz schwer zu beschreiben. Ja, er ist machtbesessen, dennoch ist er auch ein geschickter Staatsmann, dem viel am Wohle Englands liegt. Wahrscheinlich macht ihn auch seine Liebe zu Kathryn Swyneford sympathischer, obwohl er aus politischen Gründen andere Frauen heiraten musste und mit diesen auch Kinder gezeugt hat. Treu geblieben ist er nun wirklich nicht, dennoch konnte ich ihm deswegen nie wirklich böse sein.
Die Mischung aus all dem, was ich oben beschrieben habe, macht die Lektüre dieses Romanes so wunderbar und ich habe mich schon beim ersten Lesen total in dieses Buch verliebt und ich werde es sicher noch viele Male lesen. Ich kann Leute verstehen, die schreiben, das Robin zu gut und glatt ist und das man die Guten und Bösen recht leicht erkennt, aber mich persönlich hat es einfach nicht gestört. Ich verfolge immer wieder gerne, die Aufs und Abs, die Fortuna für Robin of Waringham bereit hält.
Für mich zu einem historischen Roman einfach dazugehörend, finden wir auch bei Rebecca Gablé ein Personenverzeichnis am Anfang des Buches und ein ausführliches Nachwort am Ende des Buches. Ihre Nachworte, in denen die Autorin Fiktion von Wahrheit trennt, sind für mich in diesem Fall aber auch immer etwas Besonderes. Rebecca Gablé findet immer die unglaublichsten Anekdoten, von denen man beim Lesen denkt: „Das hat sie sich bestimmt nur ausgedacht!“, um am Ende festzustellen, dass dieses Ereignis tatsächlich so überliefert ist.

Fazit: Ich bin verliebt in dieses Buch und dafür gibt es natürlich 5 Sterne. Lasst euch von Waringham verzaubern und ich hoffe, ihr werdet es, so wie ich, nicht bereuen. Von den 1.200 Seiten in der Originalausgabe oder 1.760 Seiten in der erweiterten Ausgabe mit alternativem Ende solltet ihr euch nicht abschrecken lassen.

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