Dienstag, 6. Oktober 2026

Rezension: „Helle Tage, dunkle Schuld“ von Eva Völler

„Helle Tage, dunkle Schuld“ von Eva Völler
Quelle: Droemer
„Helle Tage, dunkle Schuld“ von Eva Völler ist ein historischer Kriminalroman, der in der Nachkriegszeit spielt und durch einen Mordfall mit einem Unrecht an Zwangsarbeitern während der NS-Zeit das Thema Schuld aufgreift. Erschienen ist der Roman im September 2023 bei Droemer. 

Eine Frau, die sich in der Nachkriegszeit einen Platz im Leben erkämpft, ein Mann, der gegen das Unrecht kämpft und ein historischer Kriminalfall, der auf Tatsachen beruht. 
Ruhrgebiet, 1948. Der Kriminalbeamte Carl Bruns arbeitet für die Abteilung Kapitalverbrechen im Essener Polizeipräsidium, nachdem er während der Nazizeit seinen Beruf nicht ausüben konnte. Im Zuge von Mordermittlungen erfährt er von einer grauenvollen Bluttat, die sich drei Jahre zuvor gegen Kriegsende ereignet hat. Während er dem flüchtigen Täter von damals nachspürt, geschehen weitere Morde. Erst allmählich erkennt Carl Bruns, dass sie Teile eines tödlichen Puzzles sind. Nicht nur er selbst gerät dabei ins Fadenkreuz des Mörders, sondern auch die Frau, die er liebt – die verwitwete Krankenschwester Anne, die verzweifelt an eine bessere Zukunft für sich und ihre Schwestern glaubt. Doch Anne hütet ein düsteres Geheimnis, von dem auch Carl nichts ahnt … 

Bei diesem Krimi war ich direkt nach dem Prolog und dem ersten Kapitel schon im Geschehen drin. Ich war sehr gespannt darauf zu erfahren, was die Ereignisse aus dem Prolog mit den Mordfällen drei Jahre später zu tun haben und ich wurde nicht enttäuscht. 
Die unmittelbare Nachkriegszeit finde ich sehr faszinierend, denn 1948 gab es noch keine BRD. Deutschland war zerstört und besetzt und befand sich für mein Empfinden in einem eigenartigen Zwischenzustand. Eva Völler hat Essen und Köln so gut eingefangen, dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte. 
Die Themen sind hierbei sehr vielfältig. Im Jahr 1948 leiden die Menschen noch immer an Mangelwirtschaft. Die nötigen Lebensmittel müssen auf sogenannten Hamsterfahrten und auf dem Schwarzmarkt besorgt werden. Große Teile von Köln und Essen sind noch immer zerstört und überall liegt Schutt. Die Menschen müssen mit den Wahrheiten umgehen, die nach dem Krieg zutage getreten sind. Es geht um Entnazifizierung und die eigene Schuld. Es geht um Verbrechen während der Nazizeit und die Veränderungen, die die Währungsreform mit sich bringt. 
Eva Völler hat all dies in diesen Roman eingebracht und sogar noch mehr. Natürlich nicht in aller Ausführlichkeit, aber man bekommt einen Eindruck und Startpunkte, von denen aus man sich weiter mit den verschiedenen Themen auseinandersetzen kann. Für mich war es ein Krimi, der mich immer wieder zum Nachdenken gebracht hat und insgesamt ist es der Autorin gut gelungen, diese Themen darzustellen. 
Der Kriminalfall ist sehr gut in diesen Kontext eingebaut und hatte einige Wendungen zu bieten. Die Richtung, in die manches geht, habe ich oft geahnt und doch hatte die Autorin einige Überraschungen für mich parat, wie dies zum Tragen kommt. 
Den Ermittler Carl Bruns mochte ich und bin ihm somit gerne gefolgt. Sein Großvater war Jude und so durfte er viele Jahre seinen Beruf bei der Polizei nicht mehr ausüben. Nach der NS-Zeit gilt er als unbelastet. Er ist entschlossen diesen Fall aufzuklären, ist allerdings nicht ganz unbefangen in der Sache. So manches Mal kommt eine gewisse Doppelmoral zum Tragen. In persönlichen Angelegenheiten ist Carl etwas schüchtern, aber dabei irgendwie sehr sympathisch. 
Am Ende des Buches befindet sich ein kurzes Nachwort der Autorin, das über Fiktion und Wahrheit aufklärt und in der sie über ihre Idee und Motivation zu diesem Roman schreibt. 

Fazit: Ein gelungener Auftaktband für diese Kriminalreihe. Ich mochte die Verbindung aus Kriminalfall und historischem Hintergrund sehr. Die Nachkriegszeit in Deutschland ist sehr spannend und hat sicher noch einige weitere spannende Geschichten zu erzählen.

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Titel: Helle Tage, dunkle Schuld
Verlag: Droemer TB
Autor*in: Eva Völler
Erscheinungsdatum: 02.10.2023
ISBN: 978-3-426-30944-5

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