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| Quelle: Limes |
Berlin, 1879. Als Privatdetektiv Felix Blom und seine Partnerin Mathilde Voss im Zuge eines Auftrags den Mord an einer ehemaligen Prostituierten untersuchen, werden sie von der Vergangenheit eingeholt: Vor neun Jahren verschwand eine Freundin von Mathilde auf rätselhafte Weise – und nun deuten Hinweise darauf, dass beide Ereignisse zusammenhängen. Als es ein weiteres Mordopfer gibt, erkennen Felix und Mathilde, dass jemand bereit ist, über Leichen zu gehen, um ein düsteres Geheimnis zu bewahren. Bald steht nicht nur ihre berufliche Existenz, sondern auch ihr Leben auf dem Spiel – denn der Täter ist gefährlich nahe …
Ein Klappentext der auf jeden Fall neugierig macht, denn Mathilde war mir von Anfang an sympathisch und so wollte ich natürlich auch mehr über ihre Vergangenheit als Prostituierte erfahren.
Der Einstieg in diesen Fall ist diesmal nicht ein Zeitungsartikel, sondern ein Bild und ich war gespannt darauf, was es mit diesem auf sich hat. Erzählt wird diese Geschichte auf zwei Zeitebenen, in denen auch die Ereignisse 9 Jahre zuvor beleuchtet werden als es das deutsche Kaiserreich noch nicht gab. Ich konnte mir wieder einmal alles sehr gut vorstellen und bin den Ereignissen im Buch gespannt gefolgt.
Der historische Hintergrund ist gut eingefangen. Ich habe einiges über das Leben in Berlin und sein Umland erfahren. Hierzu gehört auch die Arbeit der Polizei, die nicht unbedingt einen guten Ruf genießt oder das Leben des Adels mit seinen Bällen sowie das Leben im Krögel, dass zu jener Zeit massiven Veränderungen ausgesetzt ist. Darüber hinaus spielt auch der Krieg, der letztendlich zur Gründung des ersten deutschen Nationalstaates führte, eine gewisse Rolle.
Der Fall ist sehr persönlich und beginnt mit Begebenheiten neun Jahre zuvor. Dieser führt dazu, dass es zu einer eher ungewöhnlichen Zusammenarbeit kommt, die zu der ein oder anderen amüsanten Szene führt und viele alte Bekannte aus den vorherigen Bänden auf den Plan ruft. An mancher Stelle war ich durchaus überrascht.
Felix Blom weiß erneut mit seinem Charme und seinen diebischen Fähigkeiten zu überzeugen. Über ihn habe ich wieder einmal den ein oder anderen Diebestrick kennengelernt, der an die nächste Generation weitergegeben wird. Er handelt aus einem gewissen Opportunismus gegenüber einem System heraus, dass ärmere Menschen benachteiligt.
Bruno Harting ist Polizist durch und durch und glaubt an Ordnung und Gerechtigkeit, gerät diesmal allerdings an seine Grenzen trotz hevorragender Polizeiarbeit. Seine Sympathie gegenüber Mathilde Voss hat ihn mir sehr sympathisch gemacht und es hat mir imponiert, wie hartnäckig er an diesem Fall gearbeitet hat. Seine Familie könnte sich allerdings sehr vernachlässigt fühlen.
Ansonsten ist auch wieder die Gangstertruppe rund um Arthur Lugowski am Start, die mit ihren Ideen immer wieder das Vorankommen in diesem Fall sichert und für die ein oder andere denkwürdige Szene sorgen. Darüber hinaus mochte ich den trockenen Humor des Gerichtsmediziners Liman wieder einmal sehr und auch Schlesinger kommt diesmal besser weg als im vorherigen Band, nichtsdestotrotz bin ich sehr froh darüber, dass ich eher weniger von ihm gelesen habe.
Am Ende des Buches klärt die Autorin wie immer über Fiktion und Wahrheit auf.
Fazit: Dieser Fall hatte einige Wendungen zu bieten und war spannend bis zur letzten Seite. Ich bin sehr gespannt auf viele weitere Fälle dieser Reihe und bin gespannt, was sich die Autorin als nächstes so ausdenkt. Die Verbindung echter Zeitungsartikel, in diesem Fall ein Bild, mit einem fiktiven Fall und einem gut recherchierten historischen Hintergrund finde ich nach wie vor sehr gelungen.
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Verlag: Limes
Autor*in: Alex Beer
Reihe Felix Blom #3
Erscheinungsdatum: 05.11.2025
ISBN: 978-3-8090-2796-6

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