Samstag, 14. Oktober 2023

Rezension: „Die Totenärztin - Donaunebel“ von René Anour

Die Totenärztin - Donaunebel von René Anour
Quelle: Rowohlt
„Fräulein Gold - Donaunebel“ von René Anour ist der dritte Teil der „Fräulein Gold“-Reihe und diesmal geht es um eine Bestie, die in einem Wald ihr Unwesen treibt. Erschienen ist der Historische Krimi im September 2022 bei Rowohlt. 

Wien 1909: In den Wäldern der Donau-Auen werden Leichen gefunden. Aufgrund der Besonderheit des Tatorts werden Fanny und Franz erstmals gebeten, die erste Beschau direkt vor Ort vorzunehmen. Die Gerichtsmedizin steht noch am Beginn und so müssen manchmal eben auch Dinge zum ersten Mal ausprobiert werden. Die Opfer sind qualvoll gestorben, doch eine Todesursache lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen. Doch Fanny ist hartnäckig und lässt sich auch durch Gefahren nicht von ihren Ermittlungen abbringen - nicht einmal von einer Auwaldbestie. 

Wie habe ich mich gefreut wieder nach Wien zurückzukehren. Ich hätte niemals erwartet, dass mir diese Reihe so viel Spaß macht und diese hat auf jeden Fall mein Herz für den historischen Krimi geöffnet. 
Diesmal habe ich etwas gebraucht bis ich so richtig im Buch angekommen bin. Als ich angekommen war, konnte ich das Buch allerdings kaum noch aus den Händen legen. Der Schreibstil ist gut lesbar und der unvergleichliche trockene Humor des Autors hat mich wieder einmal gut unterhalten. Es waren so viele skurrile Szenen enthalten, die mir so viel Spaß gemacht haben. 
Der Spannungsbogen ist gut gesetzt. Es fängt recht ruhig an und steigert sich kontinuierlich. Ab der Hälfte habe ich das Buch durchgesuchtet und war total gefangen in den Ereignissen. Eine der allerwichtigsten Fragen für mich in dieser Reihe ist, ob am Ende Franz oder Max der Mann an Fannys Seite sein wird. Der eigentliche Fall war aber natürlich auch sehr spannend. 
Für mich ist es bei dieser Reihe einfach die Mischung, die ich so liebe und ja vielleicht kommt für einen historischen Krimi der Fall fast schon etwas zu kurz, aber ich persönlich mag es genau so. Es gibt die Arbeit in der Gerichtsmedizin, wo die Leichen angeliefert und obduziert werden. Ich mag die Atmosphäre dort, die Obduktionen und die Frotzeleien, die dort an der Tagesordnung stehen. Fanny hat es dort als Frau nicht gerade einfach und musste sich ihren Platz hart erarbeiten. 
Dann gibt es Fannys persönliches Umfeld zu dem ihr Vater, Tante Agathe, Max, Tilde und Schlomo gehören. Ich liebe ihre Freundschaft zu Tilde und Schlomo. Die beiden sind für jede Schandtat zu haben und helfen ihr wo sie können. Ich mag den Zusammenhalt ihrer Familie und wie beteiligt Vater und Tochter an ihrem gegenseitigen Glück sind. 
Und dann gibt es natürlich auch die Fälle, die gelöst werden wollen und die Fanny in die unmöglichsten Situationen bringen und wo die verschiedenen Ebenen eben auch zusammenkommen. Manchmal war ich vor Spannung fast schon wie erstarrt und musste Zeile um Zeile weiterlesen. Manchmal bin ich aus dem Lachen kaum rausgekommen und wurde schon schief in der Bahn angeschaut. 
Diese Dreiecksgeschichte zwischen Fanny, Max und Franz ist auch so gut gemacht. Ich mag Max. Der hat seine Qualitäten und er meint es, glaube ich zumindest, ernst mit Fanny. Er ist der Polizist und derjenige, der mehr Abenteuer verspricht. Die beiden haben so ihre Meinungsverschiedenheiten und sie sind dennoch ein gutes Team. Franz hingegen ist derjenige, der an der Gerichtsmedizin mit ihr zusammenarbeitet. Er teilt sein Wissen mit ihr bereitwillig, er nimmt sie ernst und wenn es drauf ankommt ist er zur Stelle. Er ist der Mediziner, der eher ruhiger und weniger abenteuerlustig ist, der dafür aber umso aufmerksamer und zuvorkommender ist. Ich hasse Liebesgeschichten eigentlich. Von daher Hut ab lieber René, dass du es geschafft hast, dass ich hier so investiert drin bin. Ich muss mich so extrem zurückhalten nicht ans Ende von Teil 4 vorzublättern. 
Doch nun genug der Schwärmerei. Ihr bekommt das übliche Zusatzmaterialpaket bestehend aus Karte, Glossar, kurzem Nachwort mit interessanten zusätzlichen Informationen und einer Danksagung. 

Fazit: Auch Teil 3 konnte mich auf ganzer Linie überzeugen. Ich liebe den Humor, ich liebe die Themenmischung und ich muss sehr bald wissen, ob es nun Max oder Franz wird. Eine Reihe, die durchgesuchtet werden möchte und die sich für mich tatsächlich unerwartet zu einem absoluten Highlight entwickelt hat.
 

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Titel: Die Totenärztin - Donaunebel
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Autor*in: René Anour
Reihe: Die Totenärztin #3
Erscheinungsdatum: 13.09.2022
ISBN: 978-3-499-00978-5

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