Sonntag, 29. Januar 2017

Die Geschichte rund um den Woiwoden Vlad Draculea findet ihren Abschluss

Silvia Stolzenburg - Das Ende des Teufelsfürsten
Quelle: bookspot
In „Das Ende des Teufelsfürsten“ wird die Geschichte des Woiwoden Vlad Draculeas weiter erzählt. Ursprünglich war die Reihe nur als Dilogie angelegt, wurde aber doch noch um einen dritten Teil erweitert. Erschienen ist der Roman Ende 2016 im bookspot-Verlag.

Burg Visegrád, 1463: Vlad Draculea lebt und wird in der Burg Visegrád von Matthias Corvinus festgehalten. Der König von Ungarn braucht den Woiwoden für seine Pläne und so lässt er die Verlobung zu seiner Base Ilona Szilágyi nicht lösen und gewährt Vlad Draculea noch weitere Freiheiten.
Am Hof in Buda wird Floarea, die Tochter eines Bojaren, von ihrer Vergangenheit eingeholt. Sie fasst einen Entschluss und möchte Vlad Draculea, der ihre Familie zu Tode gefoltert hat, töten. Für dieses Ziel ist sie sogar bereit ihr eigenen Seelenheil zu opfern. Jedoch weiß sie nicht, dass ihr Freund aus Jugendtagen, Carol, noch lebt. Auch dieser fasst den Entschluss Vlad – seinen Vater – umzubringen und bricht nach Buda auf.

Silvia Stolzenburg hat mit dem Abschluss der Teufelsfürst-Trilogie wieder einen gelungenen historischen Roman vorgelegt. Hierbei handelt es sich nicht um einen ausschweifenden Roman, sondern es wurde sich auf die Hauptgeschichte konzentriert und diese konsequent vorangetrieben. Dies fand ich einerseits gut, dennoch habe ich den Nebenschauplatz rund um die Katzensteins und Ulm manchmal ein wenig vermisst. Auch von Radus Herrschaft in der Walachei bekommen wir im späteren Verlauf nicht mehr viel mit.
Trotz der deutlich gestrafften Handlung ist der Schreibstil gut und flüssig zu lesen und auch das Kopfkino kommt nicht zu kurz. Die Kapitel sind kurz gehalten und führen einen zügig durch die Geschichte. Durch kurze Rückblicke gewinnen auch Leser, die die Vorgänger nicht gelesen haben, einen guten Eindruck, warum der Hass auf Vlad Draculea so groß ist. Für ein noch besseres Verständnis, würde ich aber jedem dazu raten, die Vorgänger zu lesen. Das volle Ausmaß Vlads Brutalität kam in diesem Teil nämlich nicht zum Tragen und auch wie Vlad zu dem Teufel wurde, den alle in ihm sehen, wird dort genauer beleuchtet.
Mit den Protagonisten des Buches habe ich mitgefiebert. Ihre Gedanken wurden gut und nachvollziehbar dargestellt. Sehr gut, gefiel mir auch der Einblick in die Gedankenwelt Vlad Draculeas, wo man so manches Mal noch einen kleinen Funken des Guten in ihm aufblitzen sieht. Ob dies wirklich so war, werden wir wohl nie herausfinden, aber ich finde es gut, dass diese historische Person nicht nur als böser Mensch dargestellt wurde, sondern gezeigt wurde, dass es auch eine Hintergrundgeschichte gibt, die das Verhalten vielleicht nicht entschuldigt, aber zumindest einen Erklärungsansatz bietet.
Gerade zum Schluss hin wurde die Geschichte sehr spannend und die Ereignisse überschlagen sich regelrecht. Für mich kam das Ende fast ein bisschen zu plötzlich und ich hätte gerne noch etwas mehr Zeit mit Carol und Floarea verbracht. Für mich ist der dritte Teil dennoch ein guter Abschluss der Reihe. Am Ende des zweiten Romans hatte ich das Gefühl, die Geschichte hört einfach mittendrin auf und so bin ich froh doch noch erfahren zu haben wie es weiter geht.
Diesmal ging es weniger historisch zu als in den ersten beiden Büchern. Das Nachwort zeigt aber, dass die Autorin gut recherchiert hat und dem Leser werden noch einige Hintergundinformationen zum weiteren Verlauf der Geschichte um Vlad Draculea mitgegeben. Im Buchumschlag befindet sich Kartenmaterial. Weiter ergänzt wird der Roman durch ein kurzes Personenverzeichnis und eine Bibliografie, durch die man sich noch weiter mit der Materie bschäftigen kann.

Fazit: Insgesamt ein gelungener historischer Roman mit der einen oder anderen kleinen Schwäche, der mich gut unterhalten hat. Meine Leseempfehlung spreche ich für die gesamte Reihe aus. Eine kleine Warnung allerdings auch an Menschen mit schwachen Nerven: Es geht teilweise sehr brutal zu. 4 Sterne für diesen Roman von mir.

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