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Samstag, 21. Dezember 2024

Rezension: „Das Kabinett der Wachsmalerin“ von Sabine Weiß

"Das Kabinett der Wachsmalerin" von Sabine Weiß
Quelle: dotbooks
„Das Kabinett der Wachsmalerin“ von Sabine Weiß ist das zweite Buch über das Leben von Madame Tussauds und ihrem Wachsfigurenkabinett. Erschienen ist der Roman erstmals 2009. Ich habe die Ebook-Neuauflage von dot books aus dem Jahr 2016 gelesen.

England, 1802: Marie Tussaud begibt sich nach England, um dort ihre Wachsfiguren auszustellen und auf Tournee zu gehen. Eigentlich wollte sie danach mit viel Geld nach Frankreich zurückkehren, doch der Krieg zwischen Frankreich und England zwingt sie dazu zu bleiben. Auf sich allein gestellt muss sie sich in England, Schottland und Irland als Geschäftsfrau behaupten. Nur ihr Sohn begleitet sie, doch dieser ist anfangs noch im Kindesalter und kann nur wenig unterstützen. Viele Jahre gehen ins Land, in denen Marie Tussauds immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt wird und so erleben wir an ihrer Seite, wie sich ihre Ausstellung und die Welt verändert.

Im März habe ich den ersten Teil dieser Reihe gelesen. Dieser spielte in Frankreich und hatte, neben dem Wachssalon in Paris, in großen Teilen auch die französische Revolution als Thema. Dieser zweite Band spielt nun überwiegend in England und Schottland und wir erleben als Nebenschauplatz die Veränderungen durch die industrielle Revolution mit.
Ich bin wunderbar in die Geschichte reingekommen und konnte mir die Ereignisse in London sowie die Stadt wunderbar vorstellen. Immer wieder sind auch Informationen aus dem Vorgängerband mit eingewoben, so dass man diesen Roman auch alleinstehend lesen könnte. Insgesamt wirkte es für mich diesmal kontinuierlicher erzählt. Erst zum Ende des Buches hin, gibt es Zeitsprünge und mehrere Jahre die nur noch auf wenigen Seiten erzählt werden.
Sehr gefallen hat mir, dass man quasi in Begleitung von Marie und ihrem Wachssalon, die Veränderungen in dieser Zeit mitbekommt. Sie und ihre Figuren sind der Mittelpunkt und dennoch bekommt man mit, was sich in dieser Zeit politisch und technisch verändert. Zwischen 1802 und 1850 ist das einiges was da zusammenkommt. Ihre Ausstellung muss sich dementsprechend auch verändern und immer wieder etwas Neues bieten.

Samstag, 30. März 2024

Rezension: „Die Wachsmalerin“ von Sabine Weiß

"Die Wachsmalerin" von Sabine Weiß
Quelle: dotbooks
„Die Wachsmalerin - Das Leben der Madame Tussauds“ von Sabine Weiß ist ein historischer Roman über Madame Tussauds, ihrer Ausbildung zur Wachsmalerin und ihrem Leben in Paris. Erschienen ist der Roman erstmals 2007 im List-Verlag. Die Neuauflage als ebook erschien 2016 bei dotbooks. 

Paris, 1794: Im heißesten Sommer, an den Marie Großholtz sich erinnern kann, schwitzen die Leute nicht nur, sondern es rollen auch die Köpfe. Die Französische Revolution fordert täglich ihre Opfer. 30 Menschen täglich werden hingerichtet. Auch Marie wird festgenommen. Die Anklage: Verschwörung gegen die Republik. Im Angesicht des Todes lässt sie ihr Leben nochmals Revue passieren: Mit fünf Jahren zieht sie gemeinsam mit ihrer Mutter nach Paris zu Onkel Curtius. Dort ist sie schnell fasziniert von seiner Arbeit. Er modelliert aus Wachs lebensechte Figuren und als er ihr Talent entdeckt, führt er Marie in die Geheimnisse seine Kunst ein. Mit der Zeit übernimmt sie immer mehr Aufgaben im Kabinett und wächst zu einer ernstzunehmenden Künstlerin heran, doch dann stellt sie die Französiche Revolution vor neue Herausforderungen. Immer wieder muss sie Totenmasken der Enthaupteten abnehmen und diese im Wachfigurenkabinett ausstellen. 

Bei diesem Roman handelt es sich um ihr Debüt. Auf ihrer Seite erfährt man, dass Sabine Weiß 10 Jahre an diesem Roman gearbeitet hat. Ihre später erschienenen historischen Romane gefielen mir alle sehr und so war ich auch neugierig auf dieses Buch und die Zeit. 
Der Einstieg in diesen Roman war spannend, denn es fängt mit der Verhaftung an und ich habe mich sofort gefragt, wie es soweit kommen konnte. Dann gibt es eine Zeitsprung zurück in ihre Kindheit und da wurde es ein bisschen holprig für mich. Die Jahre ihrer Kindheit vergehen schnell und es sind einzelne Ereignisse, die erzählt werden. Je älter Marie wird, umso flüssiger wurde der Roman für mich und dann war ich von diesem Roman vollkommen eingenommen. 
Der Roman behandelt viele spannende Themen. Den Mittelpunkt bildet allerdings die Wachskunst und das Wachsfigurenkabinett. Ich war bei Maries ersten Versuchen mit Wachs dabei, habe ihre Ausbildung bei Doktor Curtius miterlebt und wie sie mit den Jahren immer besser wurde in der Erstellung neuer Ausstellungsstücke und auch immer mehr Verantwortung übernommen hat. Da der Roman immer sehr nah bei Marie bleibt, bekommen wir durchaus viel von der Französichen Revolution mit, aber vieles davon eben auch nur aus zweiter Hand und eher bezogen auf die Auswirkungen für das Wachsfigurenkabinett.