Mittwoch, 15. April 2026

Rezension: „Tödliches Déjà-vu“ von René Anour

„Tödliches Déjà-vu“ von René Anour
Quelle: Heyne
Mit „Tödliches Déjà-vu“ von René Anour ist der dritte Teil der Provence-Krimi Reihe „Ein Fall für Commissaire Campanard“ erschienen. Diesmal sorgt ein Mord rund um das Thema Bienen für Aufsehen. Erschienen ist der Krimi im März 2026 bei Heyne. 

Die Provence, ein Land der Bienen: Doch Commissaire Louis Campanards Lavendelgarten wird kaum von ihnen besucht. Niemand kann das seltsame Verschwinden der Bienen erklären. Monique Gaillard, eine exzentrische Bioimkerin, kämpft um ihre Lieblinge. Immer wieder stört sie das öffentliche Leben in Grasse und ruft die Polizei hinaus auf ihren Hof um die Schuldigen anzuzeigen. Beweise für ihre Anschuldigung hat sie keine, aber Campanard ist sprachlos, wie harmonisch sie mit ihren Bienen umgeht. Ohne Schutzkleidung lässt sie die Insekten auf sich sitzen und bekommt keinen einzigen Stich ab. Bis sie kurz darauf tot aufgefunden wird. Zu Tode gestochen von ihren eigenen Bienen. Ein seltsamer Zufall, der Campanard misstrauisch macht. Denn schon vor Jahrzehnten gab es in der Region einen mysteriösen Unfall mit Bienen - und nun ein tödliches Déjà-Vu. 

Diesmal habe ich den Krimi im Urlaub gelesen, zwar nicht in der Provence, sondern noch etwas südlicher, aber Orangenbäume und andere lavendelfarbene Blüten und Pflanzen haben für das passende Leseambiente gesorgt. 
Der Einstieg ist gut gelungen und hat sofort neugierig gemacht. Neben der Aufklärung der Mordfälle habe ich auch das Team des Projet Obscur ins Herz geschlossen und erfahre gerne auch mehr über deren Vergangenheit. Vorstellen konnte ich mir alles wieder ganz wunderbar. 
Die Geschichte wird aus der Perspektive der Team-Mitglieder geschildert, so dass man bei allen wichtigen Entwicklungen in diesem Mordfall dran ist, aber relativ häufig sind diese auch zusammen an einem Ort. Der Fall beginnt zunächst recht ruhig und wird dann immer spannender. Thematisch geht es um Bienen und das Bienensterben in der Gegend, aber auch um Pflanzen und Pestizide mit denen diese behandelt werden. 
Die Geschichte wird sehr vom unnachahmlichen Charakter Campanards und seinem Team getragen. Louis Campanard kann sehr charmant sein, hat aber auch ungewöhnliche Befragungsmethoden in petto, die die Befragten regelmäßig aus dem Konzept bringen. Seine bunten Hemden mit Motiven wie regenbogenfarbene Chinchillas sorgen dafür, dass er gerne auch mal unterschätzt wird. 
Pierre Olivier kämpft in diesem Band mit den Dämonen seiner Vergangenheit und gegen die Schwäche seines Körpers. Trotz körperlicher Einschränkungen bringt er sich gerne in Gefahr, schafft es aber auch in brenzligen Situationen die richtigen Schlüsse zu ziehen. 
Linda Delacours Fähigkeiten im Mimiken lesen machen sie zu einem unverzichtbaren Teil des Teams, denn sie erkennt, wenn jemand lügt oder etwas verbergen will. Ihre psychologischen Fähigkeiten helfen ihr dabei Situationen richtig einzuschätzen und sich aus der ein oder anderen brenzligen Lage zu befreien. 
Ich habe die Zusammenarbeit des Teams wieder sehr genossen, musste an einigen Stellen laut los lachen und habe einige Entwicklungen mit Skepsis verfolgt. Der Kriminalfall war spannend und hat mich an der ein oder anderen Stelle auch ein wenig überrascht. Auch darauf wie es persönlich mit den einzelnen Team-Mitgliedern weiter geht bin ich sehr gespannt. 

Fazit: Wieder ein sehr unterhaltsamer Krimi rund um das charismatische Team des Projet Obscur. Bunte Hemden, ungewöhnliche Befragungsmethoden und die Sorge der einzelnen Mitglieder füreinander ergeben eine spannende Geschichte.

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Titel: Tödliches Déjà-Vu
Verlag: Heyne
Autor*in: René Anour
Reihe: Campanard #3
Erscheinungsdatum: 11.03.2026
ISBN: 978-3-453-44385-3

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