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Samstag, 13. August 2022

Rezension: „München 72“ von Petra Mattfeldt

Quelle: blanvalet
Petra Mattfeldt hat mit „München 72“ einen Roman vorgelegt, der sich mit dem Olympiattentat 1972 und der Flucht aus der DDR beschäftigt. Erschienen ist das Buch im Juli 2022 bei blanvalet. 

München, 1972: Die olympischen Spiele beginnen. Alles ist heiter und friedlich. Das Bild, das Deutschland in die Welt transportiert, könnte positiver nicht sein. Die junge Sportlerin Angelika Nowak ist aufgeregt. Sie tritt als Bogenschützin für das Team der DDR an. Das erste Mal hat sie ihre Heimat verlassen und ist in ein anderes Land gereist. Zunächst scheint alles in Ordnung, doch dann passieren Dinge, die sie zweifeln lassen. 
Roman Gagarin ist Ringer im israelischen Team. Auch für ihn ist es das erste Mal, dass er nach Deutschland reist. In das Land, in dem seine Familie viel Schreckliches erlebt hat. Er freut sich auf seinen Wettbewerb und ist begeistert vom weltoffenen Deutschland. Am Morgen des 5. September soll sich dies schlagartig ändern. Das israelische Team wird von palästinensischen Terroristen als Geisel genommen und das Unglück nimmt seinen Lauf. 

Ich war sehr gespannt auf den neuen Roman von Petra Mattfeldt, denn es ist mal keine historische Familiensaga und vom Olympiaattentat habe ich bisher tatsächlich noch nie gehört. 
Die Autorin hat sich für diesen Roman für 5 Perspektiven entschieden, aus denen die Ereignisse geschildert werden. Angelika Nowak ist eine Bogenschützin aus dem DDR-Team, die sich mit Roman Gagarin anfreundet. Roman wiederum ist ein Ringer im israelischen Team. Er ist Jude und reist zum ersten Mal in das Land, in dem seine Familie so viel Leid erfahren hat. Mit dem Journalist Robert Goldmann haben wir eine weitere jüdische Perspektive, allerdings ist dieser in Deutschland aufgewachsen. Dann gibt es noch Manfred Hofmann, einen Polizisten, dem die laxen Sicherheitsvorkehrungen bei Olympia Sorge bereiten und Djamal Rahman, ein palästinensischer Flüchtling, der sich radikalisiert hat und zum Attentäter wird. 

Samstag, 1. Juni 2019

Rezension: „Die Schriftenhändlerin“ von Brenda Vantrease

Die Schriftenhändlerin von Brenda Vantrease
Quelle: blanvalet
In „Die Schriftenhändlerin“ erzählt Brenda Vantrease vom Lollardentum im 15. Jahrhundert und dem Prozess gegen Lord Cobham. Der Roman wurde von blanvalet neu aufgelegt und ist im April 2019 erschienen.

Prag, 15. Jahrhundert: Anna ist eine begabte Schreiberin, die zusammen mit ihrem Großvater Finn verbotene Übersetzungen religiöser Schriften anfertigt. Doch diese Arbeit wird immer gefährlicher, da der Klerus damit beginnt, die Lollarden und die Anhänger der Schriften Wycliffes zu verfolgen. Als es die ersten Toten gibt und ihr Großvater stirbt, flieht Anna aus Prag. In Frankreich begegnet Sie dem Händler Van Cleve und die beiden verlieben sich ineinander. Doch Van Cleve spielt ein doppeltes Spiel, dass ihre Liebe und ihr Leben bedroht.
Bruder Gabriel wird von Erzbischhof Arundel nach Cooling Castle und die nahe gelegene Abtei entsendet. Er soll Beweise beschaffen, die Lord Cobham seines ketzerischen Tuns überführen und ihn unweigerlich in den Tod führen sollen. Bei dieser Aufgabe gerät Bruder Gabriel in einen Zwiespalt, der seinen Glauben auf eine harte Probe stellen soll.

Bei diesem Roman handelt es sich um den zweiten Teil einer Reihe. Dies habe ich allerdings erst erfahren als ich nach dem Lesen, die ein oder andere Rezension gelesen habe. Fürs Verständnis dieses Buches ist der erste Teil also nicht zwingend notwendig.
Der Schreibstil hat mir soweit gut gefallen, allerdings wirkte die Übersetzung gerade anfangs etwas ungelenk und manche Umschreibung war mir ein wenig zu blumig. Es waren so einige Fehler im Buch zu finden. Ich weiß nicht, ob das im gedruckten Buch auch so ist oder ob dies der Umwandlung ins kindle-Format geschuldet ist. Ganz oft gab es kein Leerzeichen zwischen dem Punkt und dem nächsten Satz.

Samstag, 1. April 2017

Rezension: "Medici - Die Macht des Geldes" von Matteo Strukul

Quelle: Goldmann
"Medici – Die Macht des Geldes" von Matteo Strukul erzählt die Geschichte der 2. Generation der Medici und wie diese ihre Macht behaupteten und noch weiter ausbauen konnten. Erschienen ist der Roman im März 2017 im Goldmann-Verlag.

Florenz, 1429: Giovanni de Medici, Bankier und Begründer der Medici-Dynastie, stirbt und hinterlässt seinen beiden Söhnen Cosimo und Lorenzo die Leitung über die Geschäfte und die Familie. Immer auf Bescheidenheit bedacht, hat sich Giovanni dennoch auch große Feinde, besonders in der Familie Albizzi, geschaffen. Rinaldo del Albizzi hat den unbedingten Willen Florenz unter seine Herrschaft zu bringen und ist dafür auch bereit über Leichen zu gehen. Ein Tauziehen um die Macht in Florenz beginnt.

Leider hat mir dieser historische Roman nicht so gut gefallen. Es wollte nicht so wirklich das Gefühl aufkommen, dass ich mich in einer anderen Zeit befinde. Ich bin aber auch mit etwas anderen Erwartungen an das Buch heran gegangen. Ich dachte, dass man auch ein bisschen mehr Einblick in die Geschäfte erhält. Man weiß zwar, dass viel Geld da ist, aber wie genau dies verdient wird, wird meines Erachtens nicht so klar. Lorenzo führt die Bankgeschäfte, während sich Cosimo um die Kunst und Wissenschaft sowie die Politik kümmert. Hierbei ist definitiv mehr die Politik im Vordergrund und was man mit Geld so alles im Hintergrund bewerkstelligen kann. Es werden Allianzen geschmiedet, es werden Leute bestochen, prestigeträchtige Konzile werden in die Stadt geholt, um das Ansehen zu steigern. Mich hätte tatsächlich mehr interessiert, wie Giovanni es geschafft hat, seine Familie so stark und mächtig zu machen.

Donnerstag, 23. Februar 2017

Rezension: "Der Kuss der Lüge" von Mary E. Pearson

Mary E. Pearson - Der Kuss der Lüge
Quelle: One/Lübbe
"Der Kuss der Lüge" von Mary E. Pearson ist ein Fantasy-Märchen, dass die Geschichte der 17jährigen Prinzessin Lia erzählt. Dies ist der erste Teil von „Die Chroniken der Verbliebenen“, der in den USA bereits einen großen Hype ausgelöst hat. Erschienen ist das Buch im Februar 2017 im One-Verlag von Bastei Lübbe.

Lia ist 17 als sie als Erste Tochter einen Prinzen aus dem Königreich Dalbreck heiraten soll, den sie noch nie zuvor gesehen hat. Von den Traditionen und Pflichten ihrer Heimat erdrückt und genervt, beschließt sie am Tag ihrer Hochzeit zu fliehen und in einer kleinen Stadt an der Küste namens Terravin ein neues Leben zu beginnen. Dort fängt sie an in einer Taverne zu arbeiten. Schon bald tauchen zwei junge Männer auf, die um ihrer Aufmerksamkeit buhlen. Was sie nicht weiß: Einer wurde geschickt um sie zu töten und der andere ist der Prinz, den sie heiraten sollte.

ACHTUNG! Diese Rezensionen enthält auch kleinere Spoiler.

Vorweg muss ich dazu sagen, dass ich dieses Buch nur lesen wollte, da es mir in den letzten Wochen auf so vielen Blogs begegnet ist, die alle sehnsüchtig auf den Erscheinungstermin dieses Buches gewartet haben. In den USA ist der erste Band bereits 2014 erschienen und hat dort einen Hype ausgelöst. Ich kann mich diesem Hype nicht anschließen, für mich war das Buch ok, mehr aber auch nicht.
Der Schreibstil lässt sich gut lesen und so bin ich beim Lesen auch recht zügig vorangekommen, aber irgendwie konnte mich die Geschichte dennoch oftmals nicht erreichen. Ich habe beim Lesen keinen Zauber verspürt und ja Prinzessin Lia hört irgendwelche Stimmen in ihrem Kopf, die nicht wirklich deutbar sind, aber wirklich spannend oder mystisch fand ich das lange Zeit nicht.
Mit Pauline flieht sie an ihrem Hochzeitstag von zu Hause und kommt unbehelligt und ohne große Hindernisse in Terravin an, wo sie ein neues Leben beginnen will. Die Einzigen, die sie recht schnell aufspüren sind ein Attentäter, der sie töten soll und der Prinz, den sie heiraten sollte. Ansonsten kann sie so ziemlich unbehelligt in ihrer neuen Heimat leben. Das finde ich persönlich ein bisschen komisch, wenn man bedenkt, wie leicht die beiden ersten Personen sie aufgespürt haben. Was dann noch viel komischer ist, beide fühlen sich gleich zu Prinzessin Lia hingezogen und umgekehrt ist es genauso.
Der Zauber dieser Liebesgeschichte hat sich mir absolut gar nicht erschlossen. Ich verstehe überhaupt nicht, was sie an den beiden so toll findet. Am ehesten kann ich noch den Prinzen verstehen, der von ihrem Mut und ihrer Ehrlichkeit beeindruckt ist. Beim Attentäter hört das Ganze aber schon wieder auf. Er wurde ausgeschickt, um sie zu töten und dann guckt er sie an, redet kurz mir ihr,  verliebt sich in sie und beschließt wochenlang zu warten, bis er dann doch endlich seinen Auftrag ausführen will???? Das hätte ihm doch klar sein müssen, dass das umso schwieriger wird, je länger er wartet und mal ganz ehrlich, ein ausgebildeter Mörder, lässt sich doch nicht so leicht von seinem Ziel abbringen…
Ich habe in anderen Rezensionen auch ganz viel über das Rätselraten gelesen, wer denn nun der Attentäter und wer der Prinz ist. Für mich war schon klar, wer wer ist, als sich beide vor der Schenke getroffen haben. In meinen Augen, war da gar keine andere Zuordnung möglich. Deswegen trägt dieser Punkt bei mir natürlich auch nicht so wirklich zur Spannung des Buches bei.
Es fängt recht vielversprechend an, dann passiert wirklich 50% des Buches kaum was und man erfährt nur etwas über das Leben in Terravin, bis dann, man mag es kaum glauben, ab 60% endlich wieder Schwung in die Geschichte kommt. Ab dann wird die Geschichte wieder interessant und spannend. Die Längen sind hier immer noch vorhanden, aber deutlich kürzer. Man lernt noch etwas mehr von der Welt kennen, in der Lia lebt, man erfährt etwas über die Vergangenheit dieser Welt und auch die Gabe wird näher beleuchtet. Die Beziehungen zwischen den Personen konnten mich mehr erreichen. Ich empfand die Protagonisten als weniger nervig. Wäre das Buch die ganze Zeit so gewesen, würde meine Meinung zu dem Buch deutlich positiver ausfallen.
Zum Schluss hat es die Geschichte tatsächlich noch geschafft, das Bedürfnis in mir zu wecken die Geschichte möglicherweise weiter zu lesen. Hier werde ich mir aber sicher vorher einige Rezensionen zu durchlesen. Sollte der Nachfolger ähnliche Längen aufweisen, habe ich keine Lust mich da durch zu quälen.

Fazit: Die Geschichte und die Welt hat durchaus Potenzial, dass leider durch die extremen Längen deutlich geschmälert wird. Es fiel mir nicht leicht, das Buch bis zum Ende zu lesen, aber ab 60% konnte mich das Buch durchaus überzeugen. Ich vergebe 2,5 Sterne.

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Titel: Der Kuss der Lüge
Verlag: Bastei Entertainment/Lübbe
Autor: Mary E. Pearson
Reihe: Die Chroniken der Verbliebenen #1
Erscheinungsdatum: 16.02.2017
ISBN: 978-3-7325-4121-8