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| Quelle: Gmeiner |
Österreich 1625: Unerbittlich verfolgt Adam von Herberstorff im Auftrag des Kaisers die Gegenreformation. Wer am lutherischen Glauben festhält, riskiert Besitz, Freiheit und Leben. Bauerntochter Lena flieht mit ihrem Kind nach Steyr, wo Stadtrichter Wolf Madlseder den letzten Rest an Gewissensfreiheit zu bewahren sucht. Als drei Dutzend Männer auf Befehl von Herberstorff um ihr Leben würfeln müssen, entfacht die Willkür den Zorn der Menschen - und ein Aufstand bricht los, der alles verändert und die Schicksale von Lena, Madlseder und von Herberstorff unaufhaltsam miteinander verwebt …
Ana Pawlik beginnt diesen Roman mit dem entscheidenden Moment, der die Stimmung zum kippen bringt, bevor es dann in der Zeit zurückspringt, um die Ereignisse zu beschreiben, die zu diesem Moment führen. Das ist auf jeden Fall ein guter Teaser, um den Leser richtig neugierig zu machen. Gerade aus heutiger Sicht ist dieses Würfelspiel nochmal noch ungeheuerlicher. Ich war auf jeden Fall direkt im Geschehen drin.
Erzählt wird die Geschichte ab dann aus mehreren Perspektiven, die Einblicke in das Leben der unterschiedlichen Stände gewähren. Viel ist los in den Jahren vor dem Bauernaufstand. Die Gegenreformation ist in vollem Gange und soll die Leute dazu zwingen, sich wieder dem katholischen Glauben zuzuwenden. Zusätzlich sorgen hohe Abgaben dafür, dass das Überleben immer schwieriger wird. Darüber hinaus verändert die Erfindung des Buchdruckes die Welt und auch in anderen Gegenden ist viel los, dass dann wiederum Auswirkungen auf Österreich hat.
Immer wieder gibt es Zeitsprünge in der Erzählung, um die wichtigen Entwicklungsliniien aufzuzeigen. Ich empfand die Geschichte dadurch allerdings ein wenig abgehackt. Manches entwickelte sich zu schnell oder es endete an einem Punkt, wo ich gerne noch mehr erfahren hätte und dann sind plötzlich 2 jahre vergangen. In der zweiten Hälfte wird das Buch in dieser Hinsicht harmonischer, weil sich dann wirklich alles um den Aufstand dreht und dann besser auserzählt werden kann.
Nichtsdestotrotz bin ich den Personen im Buch gerne gefolgt. Lena ist zu Beginn dieses Buches eine junge Frau und vertritt in diesem Buch das Leben der einfachen Leute und Bauern. An der Seite von Wolf erleben wir, wie es den Kaufleuten und Handwerkern in Steyr ergeht und an der Seite Adams erleben wir, wie der Adel die Wünsche des Kaisers in den unterschiedlichen Landesteilen umsetzt und auf welche Hürden man dabei stößt. Eine gute Mischung, die ein breites Spektrum abdeckt.
Abgerundet wird der Roman am Ende durch ein Nachwort, das Fiktion von Wahrheit trennt und einem Personenverzeichnis.
Fazit: Ein gelungener historischer Roman über die Zeit des Bauernaufstandes in Österreich ob der Enns. Die Protagonisten aus unterschiedlichen Ständen geben einen umfassenden Einblick in die Ereignisse und eine Zeit, in der die Menschen für bessere Lebensumstände und eine freie Religionsausübung gekämpft haben.
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Verlag: Gmeiner
Autor*in: Ana Pawlik
Erscheinungsdatum: 09.09.2026
ISBN: 978-3-8392-8143-7

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