Samstag, 30. April 2022

Rezension: „Warum? Eine Geschichte des Holocaust“ von Peter Hayes

Quelle: Campus
„Warum? Eine Geschichte des Holocaust“ von Peter Hayes ist ein Sachbuch, dass sich anhand von 8 Fragen mit dem Holocaust beschäftigt. Erschienen ist das Buch 2017 im Campus-Verlag. 

Normalerweise schreibe ich eine eigene Zusammenfassung, aber diesmal übernehme ich den Klappentext vom Campus-Verlag: 
Warum geschah der Holocaust, die Ermordung von Millionen jüdischer Menschen während des Nationalsozialismus? Peter Hayes ist der erste Historiker, der die Frage nach dem Warum ins Zentrum eines Buches stellt. Hayes spannt den Bogen von den Ursprüngen des Antisemitismus bis hin zur Bestrafung von NS-Verbrechern nach 1945. So gelingt ihm ein kluger und präziser Überblick über die Vernichtung der europäischen Juden. Ein eindrucksvolles Buch, an dem künftig nicht vorbeizukommen sein wird. 

Im letzten Jahr konnten mich neben Science-Fiction auch Sachbücher für sich begeistern und so mache ich auch in diesem Jahr damit weiter. Beim Lesen erfordern diese Bücher eine etwas andere Herangehensweise, finde ich, denn diese lassen sich nicht mal eben nebenbei weg lesen, haben mir bisher aber meist neue Erkenntnisse gebracht. 
Das Buch beschäftigt sich mit dem Holocaust und stellt die Frage nach dem Warum. Unterteilt ist das ganze in 8 Fragen, die sich mit jeweils einem Teilaspekt beschäftigen. Der Klappentext gibt bereits einen guten Aufschluss über die Themen, die in diesem Buch behandelt werden. Es wurde unglaublich viel Wissen zum Thema zusammengetragen und man merkt, dass sich der Autor ausführlich damit beschäftigt hat. Hierzu sollte allerdings erwähnt werden, dass es sich um einen emeritierten Professor für Geschichte und Deutsch sowie Holocaust Studies an der Northwestern University handelt. 
Ich habe sehr viele neue Informationen für mich aus diesem Buch mitgenommen, anderes war mir bekannt, wurde aber mit neuen Zahlen und Fakten untermauert. Manche Kapitel waren einfacher für mich zu lesen, manche schwerer, manche Kapitel haben mich einfach nur wütend gemacht. 
Neben den oben genannten Themen beschäftigt sich das Buch beispielsweise auch damit, warum niemand von außen geholfen hat und ab wann die Vorgänge ins Ausland gedrungen sind. Manchmal stellt das Buch provokative Fragen wie, warum sich die Juden nicht gewehrt haben. Bei diesem Kapitel hatte ich tatsächlich ein wenig Angst was da kommt, aber das hat sich dann relativ schnell gelegt. 
In das letzte Kapitel mit den Lehren, die wir daraus ziehen können und ob das nochmal passieren kann, hatte ich tatsächlich mehr Hoffnung gesetzt. Ich musste dann feststellen, dass sich das Buch an ein amerikanisches Publikum richtet und da wurde mir dann fast ein wenig zu viel relativiert. Hier muss ich nochmal auf die Suche gehen, ob ich etwas finde, dass sich im speziellen an unsere geschichtliche Verantwortung im Zusammenhang mit diesem Thema richtet. 
Ich habe meine Ausgabe bei der Bundeszentrale für politische Bildung erworben und da ist der Klappentext ein wenig anders und spricht zum Beispiel auch an, dass sich oftmals reflexartig von dem Thema distanziert wird und dieses Buch das überwinden möchte. In Teilen hat es das erfüllt. Das Buch spricht viele wichtige Mechanismen an, bei denen es auch heute noch wichtig ist, dass uns diese bewusst sind. Ich habe in diesem Buch einiges gelesen, dass mich an so manch andere heutige Situationen erinnert und was mir ein bisschen Angst macht für die zukünftige Entwicklungen. 

Fazit: Ein Buch mit unheimlich viel Faktenwissen, das thematisch breit aufgestellt ist und einen tiefen Einblick in den Holocaust zulässt und manches Mal sehr schmerzvoll zu lesen ist. Leider richtet sich das Buch an ein amerikanisches Publikum und so konnte es mir kein befriedigende Antwort auf die Frage nach unserer geschichtlichen Verantwortung geben.
 

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Titel: Warum? Eine Geschichte des Holocaust
Verlag: Campus
Autor*in: Peter Hayes
Übersetzer*in: Ursel Schäfer
Erscheinungsdatum: 17.08.2017
ISBN: 9783593507453