Dienstag, 1. September 2026

Rezension: „König der Turniere“ von Juliane Stadler

„König der Turniere“ von Juliane Stadler
Quelle: Piper
In Juliane Stadlers historischem Roman „König der Turniere“ tauchen wir ein in die Welt der Turniere und in die Zeit Henry Plantagenets, Sohn Henry II. und Thronfolger des angevinischen Reichs. Erschienen ist der Roman im Oktober 2025 bei Piper. 

Frankreich, 1181: Der junge und außergewöhnlich talentierte Ritter Erec hat eine Truppe mittelloser Lanzenreiter um sich versammelt. Mit halsbrecherischem Wagemut gelingt es ihnen, in die erfolgreichste Turniermannschaft ihrer Zeit aufgenommen zu werden. Bei Hofe trifft Erec die faszinierende Genovefa, der er schon einmal unter mysteriösen Umständen begegnet ist. Eine schicksalhafte Liebe bahnt sich an, die unbedingt geheim bleiben muss, denn Genovefa ist verheiratet. Eigentlich sollte Erec am Ziel seiner Träume sein, aber mit seinen treuen Weggefährten gerät er mitten in eine lebensgefährliche Intrige und wird zum Spielball der Mächtigen … 

Noch rechtzeitig vor Erscheinen des neuen Romanes habe ich diesen Mittelalterschmöker gelesen. Das allseits beliebte 12. Jahrhundert hat gerufen und große Namen sorgen dafür, dass die Neugier auf diese Geschichte noch größer wird. 
Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und schon der Prolog legt das übergeordnete historische Thema dieses Romanes fest. Henry Plantagenets Ruf als „König der Turniere“ sorgt dafür, dass wir tief in die Welt der Turniere eintauchen dürfen. Die beschriebenen Ereignisse konnte ich mir durchweg gut vorstellen und so habe ich ein lebhaftes Kopfkino beim Lesen genossen. 
Durch unterschiedliche Perspektiven gibt es einen umfangreichen Einblick in die Ereignisse und auch thematisch ist der Roman breit aufgestellt. Während anfangs die Turniere einen großen Teil der Handlung einnehmen, rücken die historischen Ereignisse mit Fortschreiten der Geschichte immer weiter in den Vordergrund. Die Moralvorstellungen jener Zeit spielen eine Rolle, das Verständnis von Mut und Ehre, Macht, die gesellschaftliche Rangordnung, etc. Auch die Kunst der Minne findet Einzug. Die Aufteilung der einzelnen Abschnitte hat mir gut gefallen, weil sie die Veränderung in der Geschichte gut abgrenzen und greifbar machen.
Den Figuren in diesem Roman bin ich insgesamt gerne gefolgt, sowohl den historischen als auch den fiktiven. Im Mittelpunkt steht ganz klar der Ritter Erec, der es mit seiner Turniertruppe schafft zu den höchsten Turnieren aufzusteigen. Er ist zunächst ein junger, mittelloser Ritter, der bei Turnieren ungestüm bis leichtisinnig auftritt, aber das Glück auf seiner Seite zu haben scheint. Hier begegnet er der jungen Genovefa, die Hofdame und Vertraute von Königin Marguerite ist. Sie ist bereits in 2. Ehe verheiratet und hadert mit der gesellschaftlichen Stellung der Frau. Dank eines verständnisvollen Mannes kann sie sich einige Freiheiten nehmen. 
Sehr in mein Herz geschlossen habe ich den jungen Pepin, dem in diesem Buch ein sicher eher seltener Aufstieg ermöglicht wird und der in diesem Roman zeitweise damit hadert und seinen Weg finden muss. Andererseits erfahren wir in diesem Roman, dass es auch andersrum laufen kann und man in der Gesellschaft absteigt. Wenn der Turniererfolg ausbleibt, sind einige auch dazu gezwungen auf andere Weise ihr Geld zu verdienen und werden zu Söldnern. 
Mit um die 750 Seiten ist dieses Buch ein echter Historienschmöker und ich muss sagen, ich habe das genossen. Ich mochte das Ausführliche, wo das Turnierleben genau beschrieben wird und die Geschichte nicht immer zielstrebig voran geht. Ich mochte es, dass ich hier mehreren Schicksalen gefolgt bin, die ganz unterschiedliche Wege haben. Einiges konnte ich erahnen, manche Entwicklungen konnten mich überraschen. Zum Ende hin wurde es sehr dramatisch, aber insgesamt fand ich den Mix sehr angenehm zu lesen. 
Das Buch wurde vom Verlag gut ausgestattet. Ich habe das Hardcover mit Lesebändchen gelesen. Die Innenklappen enthalten eine Karte und einen Stammbaum. Personenverzeichnis und Glossar befinden sich zusammen mit einem Nachwort und einer Danksagung am Ende des Buches. 

Fazit: Ein echter Historienschmöker, mit dem ich viel Freude beim Lesen hatte. Das 12. Jahrhundert und die Welt der Turniere werden zum Leben erweckt. 

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Titel: König der Turniere
Verlag: Piper
Autor*in: Juliane Stadler
Erscheinungsdatum: 02.11.2023
ISBN: 978-3-492-07055-3

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